Börsenstrategen sind für 2004 skeptisch – Aktienkurse sind bereits weit vorausgelaufen
Nach Sekt droht den US-Börsen Selters

Im Restaurant „Wall Street 14“, direkt gegenüber der New Yorker Börse, knallen dieses Jahr endlich wieder die Sektkorken. Das feine Lokal im 31. Stock profitiert vom Aufschwung der Aktienkurse. Hier investieren die Aktienhändler und Banker einen Teil ihrer gestiegenen Provisionen und Boni in französisches Entenconfit und edlen Champagner.

NEW YORK. Ein Gläschen darf sich auch Abhijit Chakrabortti gönnen. Der Chefstratege der US-Großbank JP Morgan Chase tippte Anfang des Jahres richtig, dass die Aktienmärkte sich 2003 erholen würden. Übrigens warnte Chakrabortti umgekehrt im Jahr 2000 vor drohenden Verlusten. Zum nächsten Aktienjahr äußert sich Chakrabortti optimistisch, wenngleich keineswegs euphorisch: „Für das Gesamtjahr erwarten wir Kurssteigerungen von rund 7 %.“

Das mag manchen Anleger enttäuschen. Immerhin dürfte der breite US-Aktienindex S & P 500 dieses Jahr mit einem Plus von gut 20 % abschließen. Doch solche Zuwächse sind die Ausnahme, nicht die Regel, betont Steve Galbraith, Chefstratege der New Yorker Investmentbank Morgan Stanley. Er kann sich nicht so recht entscheiden, ob er sich zu den Optimisten (Bullen) oder Pessimisten (Bären) für das Börsenjahr 2004 zählen soll.

„Wenn ich mich festlegen müsste, würde ich meinen Ausblick als Bulle bei den Firmenerträgen, als Bär bei Anleihen und – um auf der Farm zu bleiben – als Huhn in Bezug auf die Aktienkurse bezeichnen“, sagt Galbraith. Das Huhn symbolisiert in den USA Feigheit und Unentschlossenheit. Wie Galbraith fühlen sich derzeit viele US-Analysten. Zwar erwarten die meisten Experten für 2004 solides Gewinnwachstum und eine weitere Erholung der US-Konjunktur. Aber die Kurse sind dieses Jahr bereits so weit geklettert, dass womöglich beides nicht reicht, um die Börsen wesentlich höher zu tragen.

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