Börsenweisheit
„Die Zeit der Schnäppchen ist noch nicht vorbei“

An der Börse herrscht Partystimmung, seit Juni steigen die Kurse rasant. Doch wie lange noch? Ist die Rally bald vorbei? Eine alte Börsenweisheit besagt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist um einzusteigen.
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DüsseldorfFast 1.500 Punkte hat der Dax in knapp vier Monaten zugelegt. Da wird es dem einen oder anderen Anleger schon mal mulmig. Ist es an der Zeit, Gewinne mitzunehmen, bevor der Markt dreht? Schließlich folgt auf eine Party doch fast zwangsläufig die Katerstimmung. Und ihre Argumente für einen Rücksetzer sind gut: Euro- und Schuldenkrise sind noch nicht ausgestanden, die Nervosität an den Märkten ist noch immer hoch. Doch allen warnenden Stimmen zum Trotz glauben viele Marktteilnehmer, dass es so weit noch nicht ist.

Im Gegenteil: Sie sind überzeugt, dass die Rally weiter läuft und liefern gute Gründe. „Die zentrale Frage dabei ist doch: Ist das eine liquiditätsgetriebene Rally, die bald vorbei ist, oder ist sie fundamental berechtigt und wird weiterlaufen“, sagt Andreas Feiden, Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Fidelity. „Ich meine, die Zeit der Schnäppchen ist noch nicht vorbei. Schon gar nicht für langfristig orientierte Anleger.“ Die Kurse seien weit davon entfernt, den Fundamentaldaten enteilt zu sein. „An den Märkten wird noch immer ein negatives Szenario für die Entwicklung der Euro-Zone eingepreist, was mir selbst bei einer moderaten Wirtschaftsentwicklung recht pessimistisch erscheint“, ergänzt Feiden.

Beispiel Dax: Die deutschen Standardwerte seien in hervorragender Verfassung und sehr günstig bewertet, ist der Fidelity-Experte überzeugt. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis im Dax liegt mit 10,4 deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 13,5 und auch unter dem globalen Mittelwert von 12,9. Auch die Dividendenrendite ist mit durchschnittlich 3,5 Prozent historisch hoch. Das spricht für Aktien.

Doch gerade Privatanleger bleiben der Börse noch immer fern. Zeit um zurückzukehren? Immerhin lautet eine alte Börsenweisheit „Sell in May and go away. But remember to come back in September“. Dahinter steckt die Überzeugung, dass die Sommermonate schwache Börsenmonate sind und Anleger den Märkten besser fernbleiben. Doch mit dem beginnenden Herbst sollten sie zurückkehren. Eine Regel, die allerdings in diesem Jahr nicht funktioniert hat. Zwar rutschte der Dax im Sommer binnen weniger Wochen von gut 6600 Punkten auf knapp unter 6000 Punkte ab – ein Minus von immerhin fast zehn Prozent –, doch dann folgte der Anstieg auf zwischenzeitlich 7450 Punkte. Wer im Mai ausgestiegen wäre, hätte dieses Kursplus verpasst.

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Der optimale Zeitpunkt

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  • http://www.youtube.com/watch?v=j5C-cqw2s00

  • Zitat:„Statistisch gesehen ist September der schlechteste Börsenmonat, obwohl im Oktober die meisten Crashs vorkommen. Es müsste also heißen: ‘Remember to come back at the end of September’.“ Zitat Ende.

    Wenn im Oktober die meisten Crashs passieren, warum sollte man dann bitte Ende September einsteigen?
    Um einen Rückschlag zu erleiden wenn im Oktober ein Crash kommt oder warum?

    Und natürlich sollte man sein Investment nicht nach Sprichwörtern ausrichten.Aber sollten im Mai wirklich die Kurse auf dem Niveau des Vorjahres Hoch sein, und im September die Kurse auf Vorjahres Tief, könnte ein das Sprichwort"Sell in May and go away, but always remember: Come back in September", schon eine gewisse Entscheidung abnehmen.

    Jedoch denke ich nicht, dass es dieses Jahr zutreffen wird, denn die Kurse kratzen am Jahreshoch, vielleicht bilden sie sich noch etwas aus und erreichen noch neue Jahreshochs, aber sehr wahrscheinlich ist das nicht.
    Und wenn ich Berichte hier im HB lese, wie zum Beispiel DAX bei 10000 Punkten, weiss ich auch nicht mehr was ich davon halten soll. Immerhin bewegt sich der Index "relativ" nah an seinen Allzeit Hoch, und dem Leser dann in der Hoffnung lassen,dass der DAX noch über 2000 Punkte steigen wird ist schon sehr naiv.Naiv sowohl vom Redakteur der es schreibt, dem Analysten oder Vermögensverwalter der diese These aufstellt, sowie der HB Leser der solche Thesen nicht hinterfragt.

    Denn man sollte nicht vergessen, dass nur wenige Vermögensverwalter, wirklich besser als der markt sind.


  • Wann immer ich den Satz lese... für langfistig orientierte Anleger...bla bla bla... dann werde ich ganz hellhörig. Irgendwie klingt das wie: Also wenn sie langfristig auf Ihr Geld warten wollen, dann kaufen sie jetzt und warten.
    Verdammt nochmal bei 5000 Dax Punkten vor einem Jahr gab es keine solchen Ratchläge. Ne ne die Profis legen Ihre Empfehlungen immer antizyklisch aus... das ist klar. Tja Feunde wie bekommt ihr eure Tulpenzwiebeln nun los zu diesen hohen Kursen? Ab 5500 können wir wieder über Aktien diskutieren.

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