Börsenweisheit
Kurze Röcke, heiße Kurse

Gute Nachrichten für Börsianer: Bei der Berliner Fashion Week zeigten die Models viel Bein. Wer einer alten Börsenweisheit traut, sieht darin ein Indiz für gute Börsenzeiten. Was ist dran, an der „Minirock-Regel“?
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DüsseldorfIn ultrakurzen Röckchen stolzierten die Models bei der Minx Show über den Laufsteg, bei Hugo waren die Röcke zwar etwas länger, aber immer noch ziemlich kurz. Und auch bei Rena Lange zeigten die Models viel Bein. Wer sich die Fotos von der Berlin Fashion Week anschaut, darf auf steigende Kurse hoffen. Denn eine alte Börsenweisheit besagt, dass gute Börsenzeiten anstehen, wenn die Rocksäume hochrutschen. Tragen die Frauen jedoch mehrheitlich lange Röcke, dann geht es an den Märkten abwärts. Diese Beobachtung hat der Ökonom George Taylor bereits in den 1920er-Jahren gemacht. Was ist dran an der seltsamen Verbindung zwischen Rocklänge und Börsenentwicklung?

Viel, meinen die Forscher des renommierten Instituts für Demoskopie in Allensbach. Der Vergleich der Rocklänge mit dem Aktienindex scheine zwar auf Anhieb zufällig und an den Haaren herbeigezogen. „Aber das Allensbacher Institut beobachtet seit vielen Jahren einen verblüffenden Zusammenhang zwischen Entwicklungen in der Wirtschaft, zwischen Wirtschaftskonjunktur und den schwer zu entschlüsselnden Signalen, die uns die Mode gibt“, schreiben die Forscher in einer Minirock-Studie.

Die Studie ist zwar schon einige Jahre alt, sollte aber auch heute noch gelten. Denn die Forscher sind überzeugt: „Positive Entwicklungen in der Wirtschaft gehen einher mit kurzen Röcken, in wirtschaftlich schlechten Phasen gehen die Rocksäume der Frauen nach unten. Der Zusammenhang funktioniert unbewusst und lässt sich rückblickend bis zum Beginn des vergangenen Jahrhunderts verfolgen.“

Doch Börsenexperten sind skeptisch. „Ich kenne keinen empirischen Nachweis zu der Theorie, die einen Zusammenhang zwischen der Mode und den Börsen herstellt“, sagt Simon Klein, Chef des ETF-Anbieters Lyxor. „Dass die Aktienkurse steigen, wenn kurze Röcke modern sind und fallen, wenn das Straßenbild von langen Beinkleidern geprägt wird, halte ich für zusammenhanglos.“  

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  • Ein anderes Beispiel solcher Zusammenhänge:
    Die Störche werden weniger, die Geburtenrate sinkt. Die Schlußfolgerung ist selbstverständlich, daß die Familienministerin sich gefälligst um die Geburtenrate der Störche kümmern soll.
    Merke: die Börse antizipiert bekanntlich. Jemand, der die Börse zuverlässig antizipieren könnte, hätte von vorn herein gewonnen. Leider habe ich noch keinen getroffen.

  • Glaubt es oder nicht: Mode Designer sind feinfühlige Menschen. Sie ahnen, was kommt. Schwarz, schwarz ist out. Freude kommt auf. (Ist ja auch viel schöner).

  • Abenteuerlicher Ansatz. Andererseits tun die Märkte immer das was der Masse am meisten wehtut.

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