Börsenweisheit
Wenn Anleger ins fallende Messer greifen

Wer in ein fallendes Messer greift, schneidet sich in den Finger. Das gilt in der Küche, aber auch an der Börse. Doch wie können Anleger einen nachhaltigen Absturz von zwischenzeitlichen Kursrücksetzern unterscheiden?
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DüsseldorfCommerzbank-Aktionäre sind Leid gewöhnt. Egal, ob Langfristinvestor oder Anleger mit eher kurzem Atmen, das Ergebnis ist das Gleiche: ein dickes Minus im Depot. Vor der Finanzkrise kosteten ihre Anteilsscheine knapp 30 Euro. Danach ging es fast ununterbrochen abwärts. Auch wer bei vermeintlich günstigen Kursen nachkaufte, hat wenig Grund zur Freude. Immer wenn es danach aussah, der Kurs könne sich erholen, sackte er anschließend noch weiter ab.

Die Commerzbank ist klassisches Beispiel, meint Götz Kirchhoff. Und zwar für die Börsenweisheit: Greife nie in ein fallendes Messer. „Wer in ein fallendes Messer greift, schneidet sich natürlich in die Finger“,  sagt der Gründer von Avana Invest. „Im übertragenen Sinn gilt dies auch für die Börse - wenn Anleger nach einem kräftigen Kursrückgang ein Schnäppchen wittern, die Kurse dann aber noch viel weiter fallen.“ Gerade Privatanleger tappen häufig in diese Falle.

„Diese Börsenweisheit sollte den Anleger anregen, die wahren Ursachen eines Kursrückgangs zu analysieren und zu bewerten“, weiß der Kölner Vermögensverwalter Markus Zschaber.

Bei der Commerzbank liegen die Gründe auf der Hand: Die Bank musste vom Staat vor der drohenden Pleite gerettet werden. Nicht nur die Finanzkrise, auch die darauf folgende europäische Schuldenkrise traf die Commerzbank besonders hart. Auch wenn das Institut seine Kapitalstruktur mittlerweile verbessert hat, die Dresdner Bank integriert ist und auch die Bilanzzahlen wieder besser sind, bleiben Analysten vorsichtig. Zu hoch seien die Risiken, zu gering die positiven Impulse für die Aktie. Zwar legte der Kurs Anfang des Jahres zu, doch in den vergangenen vier Wochen ging es schon wieder um gut zwölf Prozent abwärts.

Nicht nur deshalb ist auch Simon Klein überzeugt: „Diese Börsenweisheit hat ihre Gültigkeit nicht verloren.“ Der Europa-Chef des ETF-Anbieters Lyxor rät: „Investoren sollten warten, bis sich ein gewisser Boden gebildet hat, um dann wieder in einen steigenden Markt zu investieren.“ Doch diesen Boden zu erkennen, ist nicht immer leicht. Und auch dann ist die Kurserholung – gepaart mit satten Gewinnen – nicht gewährleistet.

Kommentare zu " Börsenweisheit: Wenn Anleger ins fallende Messer greifen"

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  • @lepke: Gibt es auch in Deutschland, heißt hier: www.sharewise.com

  • Wenn man keine Ahnung hat und nur Platitüden von sich geben kann: Einfach mal gar nichts posten!

    Sie unterbieten die Qualität des obigen Artikels noch!

  • Ich habe den zunächst viel versprechenden aber langatmigen Artikel mies bewertet.

    Ich greife immer in ein fallendes Messer. Und wenn ich das in den letzten zehn Jahren nicht gemacht hätte, wäre ich heute pleite. Exorbitante Gewinne retten mich. Zuletzt kaufte ich die ach so böse Coba für 1,20 €.

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