Börsenweisheit
Wie sich Börsianer zum Narren machen

Schon Börsenaltmeister André Kostolany wusste, dass an der Börse viele Narren ihr Unheil treiben. Einige Experten halten diese Narren für das größte Glück der Börse. Warum das so ist und wie kluge Anleger profitieren.
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DüsseldorfManche Anleger setzten chronisch auf die falschen Werte, rennen jedem Trend (zu spät) hinterher und schmeißen ihre Strategie über Bord, sobald es an den Börsen etwas turbulenter zugeht. Andere lassen sich von purer Gier leiten. Für sie ist die Börse ein Spielkasino – sie zocken mit den Aktien oder Anleihen von Pleitekandidaten, maximieren ihr Risiko mit Hebelpapieren, die Gewinne aber eben auch Verluste vervielfachen, oft sogar verhundertfachen. An der Börse kann man viele Fehler machen und viel Geld verlieren. Das war schon André Kostolanys Zeiten so. „Eine Börse wäre keine Börse, wenn nicht viele Narren ihr Unheil dort treiben würden“, sagte der Altmeister einst.

Die Narren tummeln sich auch heute noch auf dem Parkett. Kein Wunder, schließlich sei die Börse eine emotionale Sache, meint Fidelity-Geschäftsführer Andreas Feiden. Im Wesentlichen ginge es um Geld und Wetten. „Diese beiden Dinge haben eine magische Anziehungskraft auf viele Menschen und wirken zugleich wie Katalysatoren, die die Wesenszüge der Akteure überdeutlich hervortreten lassen“, sagt er. „Bei einigen Anlegern sind dies Gier und Selbstüberschätzung. Diese beiden Eigenschaften zeichnen den Narren an der Börse aus.“

Wer sich von seinen Emotionen leiten lässt, wird über kurz oder lang Geld verlieren. Darin sind sich Experten einig. Trotzdem setzt bei Anlegern immer mal wieder der Verstand aus, wenn sie eine große Chance wittern oder – das andere Extrem – Panik bekommen. Es sind übrigens keinesfalls nur die unerfahreneren Privatanleger oder Börsenneulinge, die sich zum Narren machen. „Gier und Selbstüberschätzung sind absolut nicht auf Privatanleger beschränkt“, sagt Feiden. Denn nicht wenige institutionelle Investoren würden ihre eigenen Fähigkeiten überschätzen.

Fondsmanager Christoph Bruns wird noch deutlicher: „Unter den Institutionellen gibt es mindestens so viele Narren wie unter Privatanlegern“, sagt er. „Aber im Unterschied zu den Privatinvestoren handelt es sich um sehr gut informierte Narren, die aber keinen Vorteil aus ihrem Wissen ziehen können.“

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Narren sind das größte Glück der Börse

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  • Seit über einem Jahrzehnt investiere ich in Aktien und meine Regeln sind sehr klar und werden strikt eingehalten.
    So habe ich 2008 in der Finanzkrise keine Veräufe getätigt, sondern antizyklisch zugekauft. Vordergründig geriet mein Depot dadurch erheblich in die Miesen, doch heute ist wieder alles im Lot. Die Überlegung den Bestand zu halten, beruhte auf die damals anstehende Einführung der Abgeltungssteuer. Jetzt kann ich Gewinne steuerfrei realisieren, während bei Verkauf und Neuerwerb unweigerlich die Abgeltungssteuer anfallen würde. Zu dieser Strategie gehört viel Diziplin, ein Notgroschen für Unvorhersehbares und das Wissen wie man eine Bilanz liest.

  • Stubi so ist es halt-, Analyse Bilanz, G&V, Vorstand, usw. alles langweilig, besser ein Börsenbrief oder guter Artikel und zack mit einem CFD hinein ins Geschehen. Na ja wems gefällt......mir nicht, ich bin lieber langweilig :-)

  • Was fuer ein komischer Artikel. Man ist ein Narr, weil man seine Gefuehle nicht beherrscht??!!

    Die Anleger sind fuer mich Narren, weil sie in Aktien von Unternehmen investieren, von denen sie absolut nichts wissen. Dies trifft zumindest auf den Grossteil der Anleger zu. Wer kennt schon Bilanz und G&V oder gar die Konkurrenz? Dies hat dann mit Anlage nichts zu tun, sondern mehr mit reinem Gluecksspiel.

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