Börsenweisheiten
Schaufeln für die Goldgräber

Anleger sind bei Trendthemen gerne dabei und wollen mitverdienen. Doch wenn die Preise rasant steigen, lohnt es sich vielleicht eher in die Ausrüster zu investieren, als direkt beim Goldrausch mitzumachen.
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DüsseldorfOb Ölpreisrally, Goldrausch oder Internethype – Anleger wollen dabei sein und am neuesten Boom verdienen. Aber sind am Ende die Ausrüster und Zulieferer die besseren Investments?

Glaubt man dem verstorbenen André Kostolany, dann ist es so. Der Altmeister der Börse sagte einst: „Investiere bei einem Goldrausch nicht in die Goldgräber, sondern in Schaufeln!“. Doch stimmt das auch heute noch? 

Max Otte ist skeptisch. „Zwar ist es richtig, dass mit Ausrüstern in Boom-Branchen viel und zum Teil mehr Geld verdient werden kann als mit den eigentlichen Unternehmen der Branche“, sagt der Bestsellerautor aus Köln. "Allerdings ist das fast immer kapitalintensives Projektgeschäft oder Maschinenbau.“ Und das birgt Risiken, über die sich Anleger bewusst sein müssen. Schaufeln heiße auf die moderne Wirtschaft übertragen Investitionsgüter. 

Markus Zschaber, Chef der gleichnamigen Kölner Vermögensverwaltung, warnt grundsätzlich davor, in einen „Rausch hinein zu investieren“. Dies bedeute meist, dass die fundamental gerechtfertigte Basis einer nachhaltigen und attraktiven Investition bereits nicht mehr gegeben sei. Übersetzt heißt das, dass die Aktien bereits viel zu teuer seien. 

Er kann Kostolanys Rat trotzdem einiges abgewinnen: „Diese Börsenweisheit werte ich als einen Hinweis darauf, bei Trendthemen nicht nur die Potenziale der Großkonzerne im Blick zu haben, sondern auch  Zulieferer oder Dienstleister in den Fokus zu nehmen“, sagt Zschaber. „Gerade bei globalen Trendthemen bietet die vielschichtige Wertschöpfungskette, an der viele Unternehmen angegliedert sind, herausragende Potenziale.“

Die Entwicklungen im heimischen Maschinenbau oder der Automobilindustrie beispielsweise, aber auch in der Gesundheitsbranche hätten in der Vergangenheit gezeigt, welches Potenzial in mittelständischen Unternehmen, Zulieferern und Dienstleistern stecke.

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Wenn der Hype weg ist

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