Börsenweisheiten von Kostolany und Co.
Dividendenrendite? Etwas für Spießer!

Manche Börsenweisheiten machen arm, andere helfen, den eigenen Wohlstand zu vermehren. Das neue Buch von Handelsblatt-Autorin Jessica Schwarzer hilft, bewährte Lehren von bloßen Börsenmythen zu unterscheiden.
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DüsseldorfNadelstreifen, wallendes Haar, eiskaltes Lächeln: „Gier ist gut“, sagt Gordon Gekko, Börsenhai aus dem Filmklassiker „Wall Street“. Der Mann landet vor dem Abspann im Gefängnis. „Gier verschleiert den Blick für harte Fakten“, sagt Jessica Schwarzer, Autorin der erfolgreichen Handelsblatt-Online-Serie „Börsenweisheiten“. Sie hat in einem Buch diese Weisheiten zusammengefasst und widerlegt auf 234 Seiten nicht nur fiktive Antihelden wie Gordon Gekko, sondern überprüft auch, was weise Sprüche von Warren Buffett bis André Kostolany im wahren Börsenleben taugen.

Die  Deutschen sind ein Volk von Aktienmuffeln. Die Anleger hierzulande gehen lieber auf Nummer sicher und stapeln ihr Geld auf dem Sparbuch, heißt es in einer Bankstudie, die acht europäische Länder miteinander vergleicht. Auch das Deutsche Aktieninstitut beklagt die fehlende Aktienkultur in Deutschland. „Trotz aller Bekanntheit und Beliebtheit des Dax sind die Deutschen kein Volk von Aktionären geworden“, sagt Geschäftsführerin Christine Bortenlänger. Den Zahlen des Instituts zufolge sind nur sieben Prozent der Deutschen direkt in Aktien investiert. Die Börsenturbulenzen im Zuge der Finanzkrise haben viele Privatanleger verunsichert und die Risikofreude gedämpft.

Waschechte Börsianer fassen sich bei so viel Ignoranz an den Kopf: Wie können denkende und rechnende Menschen vor dem Hintergrund von Minizinsen und einer nicht wegzudiskutierenden Inflation ihr Geld woanders unterbringen als an der Börse? Beinahe jede Alternative sei reine Geldverschwendung, behaupten sie. „Wir erleben hier gerade eine großflächige Vermögensvernichtung in Deutschland“, meint Thorsten Reitmeyer, der als Chef einer der größten deutschen Direktanlagebanken, der Comdirect, allerdings keine ganz unverdächtige Quelle darstellt.

Wie passen diese beiden Wirklichkeiten zusammen? Ist das Verhältnis der Deutschen zu ihrem Geld die Geschichte eines großen Missverständnisses?

Jessica Schwarzer versucht in „Sell in May and go away?“ zu vermitteln zwischen denen, die uns weismachen wollen, dass ihnen an der Börse alles gelingt, und denen, die sich längst voller Misstrauen gegenüber der scheinbar mühelosen Geldvermehrung abgewandt haben. Sie entzaubert die Gurus, und sie würdigt die Meister.

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Dividendenrendite? Etwas für Spießer!

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Alles andere als ein trockenes Sachbuch, sagt Gottfried Heller

Kommentare zu " Börsenweisheiten von Kostolany und Co.: Dividendenrendite? Etwas für Spießer!"

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  • Indexfonds haben minimale Gebühren und wären immer eine Möglichkeit, wenn man wirklich nicht mal am Wochenende ein paar Stunden investieren kann. Hin und her Getrade ist für Privatanleger sowieso unnsinnig, weil wir keinen Informationsvorteil haben.

  • Schauen wir mal auf die Kosten im Aktienhandel und die damit verbunden Einstiegshürden inkl. einer Risikostreuung so ist unter 10.000 € selten etwas vernünftig zu akzeptablen Gebührenverhältnissen machbar.
    Also entweder die Handelsgebühren sind zu hoch oder man muss einseitig kaufen oder gibt sein Geld einem Fonds wo man wieder die Kontrolle drüber verliert.
    Wer aber 10.000 und mehr frei zur Verfügung hat, hat meist eh keine Zeit für Aktienhandel

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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