"Bondanleger sollten zu Hause bleiben"
Mit Dollar-Bonds gehen Anleger massive Risiken ein

Bisher ist das nicht nötig gewesen, da stets genügend Kapital in die USA geflossen ist. Doch mittlerweile ist die Unsicherheit der Investoren enorm, glaubt Unger und verweist auf Gold: "Die Angst vor einem Wirtschaftscrash geht um, deshalb ist Gold zuletzt stark nachgefragt worden und der Preis in die Höhe geschossen."

Huber zufolge konnte weder ein Boom im Immobilienbereich noch das Kursfeuerwerk von High-TechAktien an der Wall Street für langfristiges Wachstum in den USA sorgen. "Die Verschuldung von Unternehmen und privaten Haushalten ist geblieben." Für die Zukunft befürchtet der Star-Capital-Manager weiteres Ungemach: "Die massiven Steuersenkungen und explodierenden Rüstungsausgaben verschlimmern die Situation noch." Unger ist grundsätzlich der gleichen Auffassung: "Die Fundamentaldaten lassen bereits für das vierte Quartal Rückschläge beim Dollar befürchte."

Die Prognose des Finanzanalysten ist deshalb pessimistisch. Unger tendiert in sechs Monaten zu einem Kurs von 1,20 Dollar je Euro und binnen Jahresfrist zu 1,30. Seine Folgerung: "Hände weg von US-Anlagen in Bonds und am Geldmarkt. Anlagen in Wertpapieren, Beteiligungen und Immobilien sollten untergewichtet werden." Investoren sollten sich auf den europäischen Markt konzentrieren und in kurz- bis mittelfristige Anleihen investieren.

Hans-Jörg Naumer, Volkswirt beim Deutschen Investment Trust (DIT) ist in Sachen US-Engagements ebenfalls skeptisch. "Bondsanleger sollten zu Hause in Europa bleiben", lautet seine Empfehlung. Naumer ist zwar zuversichtlich, dass die USA das hohe Leistungsbilanzdefizit auch weiterhin über Kapitalimporte bedienen können, zumal er in den USA mit einem höheren Wirtschaftswachstum als in Europa rechnet. Doch die schwindend geringen Renditeunterschiede zwischen europäischen und US-amerikanischen Staatsanleihen lohnen sich nicht, um Währungsrisiken einzugehen, warnt der Volkswirt. Denn selbst wenn die US-Staatsanleihe eine ein Prozent höhere Rendite im Vergleich zur deutschen Staatsanleihe erwirtschafte - wovon sie derzeit weit entfernt ist - dann würde eine noch moderate zehnprozentige Abwertung des Greenback den Renditevorteil von zehn Jahren auffressen. Nicht nur kurzfristig spricht deshalb einiges für Anleihe-Investitionen im Euroraum.

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