"Bondanleger sollten zu Hause bleiben"
Mit Dollar-Bonds gehen Anleger massive Risiken ein

Der Aufschwung des US-Dollar gegenüber dem Euro ist nur von kurzer Dauer gewesen. Zu diesem Schluss kommen Analysten und Volkswirte beim Ausblick auf die nächsten Monate.

Hauptargument der Marktbeobachter: Die ökonomischen Probleme der Vereinigten Staaten sind langfristig nur mit einer deutlichen Abwertung zu bewältigen, denn ein schwacher Greenback würde die US-Wirtschaft wettbewerbsfähiger machen. Um gegen das Währungsrisiko gewappnet zu sein, sollten Anleger deshalb vor allem im Euroraum in Aktien und Anleihen investieren.

Der Ausblick von Peter Huber, Partner bei der Fondsgesellschaft Star Capital, gleicht einem Horrorszenario. "Mit dem Dollar geht es langfristig massiv bergab. Ein Kurs von 1,50 Dollar für einen Euro ist nicht unrealistisch", sagt er. Seine Begründung: Bisher haben vor allem asiatische Notenbanken den Dollar gestützt, um Wettbewerbsvorteile im Exportgeschäft zu erlangen. Steigt der Dollar beispielsweise im Vergleich zum Yen um zehn Prozent, dann können gleiche Produkte von Japanern zehn Prozent günstiger angeboten werden. Deshalb haben Asiaten ihre Währungen künstlich niedrig gehalten und binnen Jahresfrist mehr als 300 Mrd. Dollar an zusätzlichen Währungsreserven aufgebaut.

Doch Huber ist überzeugt: "Diese Staaten geraten zunehmend unter Druck ihre Interventionen einzuschränken." Dann ließen sich die Defizite im US-Haushalt und der Leistungsbilanz nicht mehr über Kapitalimporte finanzieren. Eberhardt Unger, Finanzanalyst bei SEB, warnt deshalb vor Investitionen im Dollarraum: "Bei mir stehen die Ampeln auf Rot." Ein Leistungsbilanzdefizit, das fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmache, könne nur über eine Abwertung finanziert werden. Sollte sich das Ausland weigern, die USA weiterhin mit börsentäglich weiteren 1,5 Mrd. Dollar an Krediten zu versorgen, dann bleibe als Alternative nur ein schwächerer Dollar. Dies würde zu mehr Exporten und weniger Importen führen, denn ausländische Güter werden aus Sicht der USA teurer und US-Produkte zum Beispiel für Europäer günstiger. Daraufhin würde das Defizit der US-Leistungsbilanz zusammenschrumpfen.

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