Bonds in Landeswährung versprechen besonders gute Chancen
Die Anleihemärkte der Emerging Markets sind noch nicht ausgereizt

Mit Emerging-Market-Anleihen haben Anleger in den vergangenen Jahren hohe Gewinne erzielt.

Zweistellige Jahresrenditen bei Eurobonds von Schwellenländern waren keine Seltenheit. Diese goldenen Zeiten dürften zwar vorbei sein. Strukturelle Veränderungen sowie politische und wirtschaftliche Reformen haben in vielen Fällen dazu geführt, dass sich die Schuldnerqualität verbessert hat und 40 Prozent der Emerging Markets heute Investmentqualität besitzen. So liegen die Risikoprämien gegenüber europäischen und amerikanischen Staatsanleihen bei vergleichsweise niedrigen 300 Basispunkten. Für viele Investoren, die auf der Suche nach hoher Rendite sind, ist ein Investment in Emerging Markets aber immer noch attraktiv.

Ein Blick auf die politische und wirtschaftliche Situation einzelner Länder zeigt allerdings, dass einige Emittenten attraktiver einzustufen sind als andere. Die Risikoprämien russischer Euroanleihen etwa liegen zwar auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Auf der anderen Seite ist die wirtschaftliche Dynamik des Landes unvermindert hoch. Vor dem Hintergrund des hohen Rohölpreises ist das Risiko, dass Russland kurzfristig zahlungsunfähig werden könnte, so gering, dass ein Investment in russischen Bonds eine attraktive Rendite verspricht.

Aus den gleichen Gründen bieten Anleihen Venezuelas zumindest kurzfristig gute Chancen. Zwar ist das politische Klima des Landes von Unsicherheit geprägt. Steigende Erlöse aus Ölexporten bescheren der Regierung jedoch höhere Staatseinnahmen – was ihr helfen dürfte, die innenpolitisch angespannte Situation zu beruhigen.

Interessant sind zudem ausgesuchte Papiere, die auf Landeswährung lauten. Mexikanische Peso-Anleihen im mittleren Laufzeitenbereich verzinsen sich mit derzeit zehn Prozent. Die relativ niedrige Inflation des Landes rechtfertigt dies eigentlich nicht, zumal die Mexikos Zentralbank versucht, mit ihrer Geldpolitik das Zinsniveau nach unten zu drücken. Kommt nun noch der Zinserhöhungszyklus in den USA zum Stehen oder lockert die Fed ihre Zügel, geraten die lokalen Zinssätze in Mexiko unter Druck.

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