Boston-Consulting-Studie
Krise erreicht Reiche und Vermögensverwalter

Das Vermögen der Reichen und Superreichen erhält im Zuge der Finanzkrise einen deutlichen Dämpfer. Eine Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group sagt einen Rückgang des Wohlstands voraus.

NEW YORK. Das Vermögen der Reichen und Superreichen erhält im Zuge der Finanzkrise einen deutlichen Dämpfer. Zwar wuchsen die weltweit verwalteten Vermögenswerte 2007 noch einmal um knapp fünf Prozent und stiegen auf 109,5 Billionen US-Dollar. Im laufenden Jahr wird jedoch erstmals seit vielen Jahren wieder ein Rückgang erwartet, weil die Korrektur der Aktienmärkte sowie die Probleme bei Hedge-Fonds, Private Equity und Immobilien auf die Performance in der Vermögensverwaltung drücken. Das geht aus einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervor, die in New York vorgestellt wurde. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir am Ende des Jahres wieder bei rund 100 Billionen Dollar liegen“, sagte Studienautor Victor Aerni.

Der Studie „Global Wealth Report 2008“ zufolge gibt es derzeit weltweit 10,7 Millionen Haushalte, die jeweils mehr als eine Million Dollar in Bargeld, Wertpapieren oder Fonds angelegt haben – Immobilienbesitz herausgerechnet. Zwei Drittel dieser Haushalte sind in den USA und Europa angesiedelt. Nordamerika, seit Jahren das Land mit den meisten Millionärshaushalten, dürfte 2008 überproportional verlieren, weil die dortigen Haushalte deutlich höhere Aktienquoten aufweisen als etwa Europa oder Asien.

Auch Vermögensverwalter würden die Folgen der Finanzkrise nun stärker spüren, sagte Ludger Kübel-Sorger, BCG-Partner in Frankfurt. „Viele wohlhabende Anleger bevorzugen konservativere Produkte und Vermögensverwalter bekommen weniger Neumittel.“ Eine existenzielle Krise für die Branche erwartet BCG aber nicht. „Im Gegensatz zu Investmentbanken sitzen die Vermögensverwalter nicht auf riskanten Anlagen“, betonte Aerni.

Bis dahin zieht es die Branche vor allem in aufstrebende Schwellenländer in Asien, im Pazifikraum oder in Lateinamerika. China könnte 2008 erstmals mehr Millionäre hervorbringen als Deutschland. Zwar stieg die Zahl deutscher Dollar-Millionäre im Vorjahr um 21 Prozent auf 422 000, auch wegen der deutlichen Aufwertung des Euro gegenüber dem Greenback. Das Reich der Mitte nähert sich jedoch rasend schnell der Marke von 400 000 Millionären und kam 2007 auf ein Wachstum von 42 Prozent.

Matthias Eberle
Matthias Eberle
Handelsblatt / Ressortleiter Ausland
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