Boykott von Wollproduzenten
Ein unmoralisches Angebot

Weil Tierschützer die Methoden australischer Wollproduzenten anprangern, droht nun dem Rohstoff der Boykott. Bereits 19 schwedische Bekleidungsunternehmen haben entschieden, in ihren Läden keine Produkte aus australischer Wolle mehr verkaufen zu wollen. Derweil sorgt ein versteckt gefilmtes Video für einen handfesten Skandal.

SYDNEY. Die versteckte Kamera hielt das unmoralische Angebot fest: Kevin Craig, ein Lobbyist des australischen Woll- und Schafindustrieverbandes, offerierte der schwedischen Tierschutz-Aktivistin Katarina Lingehag Ekholm eine Gratisreise nach Australien.

Im Gegenzug solle sie darauf verzichten, sich in einem geplanten Dokumentarfilm zur umstrittenen Praxis des "Mulesing" zu äußern, der betäubungslosen Entfernung der Haut australischer Schafe. Craig behauptete sogar vor laufender Kamera, das Angebot sei von der australischen Regierung bewilligt worden.

Kurz vor diesem Skandal hatten bereits 19 schwedische Bekleidungsunternehmen entschieden, in ihren Läden keine Produkte aus australischer Wolle mehr verkaufen zu wollen, bis die Praxis verboten werde. Laut der Tageszeitung "Sydney Morning Herald" vom Wochenende rief der schwedische Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson Konsumenten zum Boykott australischer Wolle auf.

Auch werde er mit der EU Kommission entsprechende Gespräche führen. Am Wochenende kündigten verschiedene Tierschutz-Gruppen an, den Boykott auf ganz Europa ausdehnen zu wollen. Für Australien wäre ein Boykott des Rohstoffs ein harter Schlag. Das Land exportiert pro Jahr Wolle im Wert von etwa 350 Mio. Euro nach Europa.

Die amerikanische Tierschutzgruppe Peta ist führend im Kampf gegen das "Mulesing". Sie hatte schon 2005 erreicht, dass eine große amerikanische Warenhauskette Kleider aus australischer Wolle boykottiert. Jedes Jahr werden etwa drei Millionen australische Lämmer einer schmerzhaften Prozedur unterzogen.

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