Branche profitiert von steigenden Zimmerpreisen
US-Hotelaktien bieten gute Chancen

Es klingt zynisch, doch kaum hatten die Aufräumarbeiten nach den jüngsten Terroranschlägen in London begonnen, da begannen die Aktienstrategen der Banken bereits die Folgen für die Börsen abzuschätzen. Die Aktien der Touristikbranche stehen dabei nach den Erfahrungen der Vergangenheit besonders im Fokus.

HB HOUSTON. Speziell für die Hotelindustrie in den USA sehen die Experten jedoch keinen Grund zur Sorge. „Diese Ereignisse werden weder lang- noch kurzfristig Einfluss auf die US-Reiseindustrie haben“, sagt etwa Analyst Marc Falcone von der Deutschen Bank. Allenfalls in den nächsten Wochen könnten die Aktienkurse der großen US-Hotelketten etwas nachgeben, schätzt er – aber selbst das hat sich bislang nicht bestätigt. Nach einem kurzen, leichten Abwärtsknick direkt am Tag der Anschläge tendieren die meisten dieser Aktien wieder nach oben.

Fundamental geht es der Hotellerie blendend. Die Titel der beiden Branchenschwergewichte Hilton Hotels und Marriott International notieren parallel dazu nahezu auf dem höchsten Stand seit sechs Jahren. Möglicherweise bringt der Terror in Europa den Amerikanern sogar zusätzliche Einnahmen, wenn Urlauber aus Angst vor weiteren Anschlägen wieder verstärkt in die USA reisen. Und das Geschäft in Europa ist für die großen US-Hotelketten ohnehin nur von geringer Bedeutung. In den USA meldet der Marktforscher Smith Travel Research seit Wochen stetig steigende Gewinne in der Hotelbranche im Vergleich zum Vorjahr.

Auf der einen Seite beherbergen die Hotels mehr Gäste als zuvor, andererseits steigen die Preise pro Zimmer – was die Experten besonders positiv bewerten. „In den gehobenen Kategorien bringen höhere Preise – und nicht etwa die Auslastung eines Hotels – etwa zwei Drittel des Gewinns pro Zimmer ein“, sagt David Anders von Merrill Lynch.

Die neuesten Zahlen zeigen, dass es in fast allen US-Metropolen für die Hotelbranche aufwärts geht. In 21 der 25 wichtigsten US-Märkte sei Anfang Juli der Erlös pro Hotelzimmer im Vergleich zum Vorjahr zweistellig gewachsen, erklärt John Cogan von der Bank of America. Der Durchschnittsgewinn, den ein Hotel pro Zimmer bringt, gilt in der Branche als wichtiger Vergleichswert. Er könnte in den nächsten Jahren vor allem in teureren Häusern weiter steigen, erwarten Analysten. Denn das Angebot sollte in etwa gleich bleiben, die Nachfrage werde dagegen zunehmen.

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