Brexit-Crash
Dax kann auf 8.000 Punkte fallen

Nach dem weltweiten Kurskollaps am schwarzen Freitag raten Experten zur Zurückhaltung am Aktienmarkt. Panik sei zwar nicht angebracht. Kurzfristig aber können die Notierungen noch kräftig unter Druck geraten.

FrankfurtEs ist ein Börsenbeben an den Kapitalmärkten wie es Investoren zuletzt gar nicht mehr für möglich gehalten hatten: Mit knapper Mehrheit haben sich die britischen Wähler am Donnerstag für einen Austritt aus der Europäischen Union entschieden. Anleger reagierten panisch. Ab dem frühen Freitagmorgen kam es zu heftigen Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten. Dort hatte man kurz vor dem britischen Urnengang mehrheitlich mit einem Verbleib in der Staatengemeinschaft gerechnet. „Das Votum ist ein Schock und straft alle Marktteilnehmer, die bereits im Lauf der Woche auf einen Verbleib der Briten gesetzt hatten“, sagt Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer der Deutschen Asset Management.

Im Referendum sprachen sich 51,9 Prozent für den „Brexit“ aus, 48,1 votierten für den Verbleib in der EU. „Innerhalb weniger Tage ist aus dem Brexit-Risiko ein Fakt geworden. Die Auswirkungen werden nicht schön sein, weder auf den Finanzmärkten noch in der Politik“, ergänzt Kreuzkamp.

Die Furcht vor einer Abkühlung der Weltkonjunktur im Zuge des EU-Austritts der Briten brachte weltweit die Börsenkurse zum Absturz. Der deutsche Aktienindex Dax brach im frühen Handel zeitweise um ein Zehntel auf 9.226 Punkte ein – der größte Kurssturz seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2008. Ähnlich heftige Verluste gab es auch an den Börsen in Großbritannien, Frankreich, und anderer EU-Staaten sowie in der Schweiz. Schon am frühen Morgen war der japanische Börsenindex Nikkei knapp acht Prozent abgerutscht.

Zu großen Verwerfungen kam es zum Wochenschluss auch an den Renten- und Devisenmärkten. Der Schweizer Franken, der Investoren in unsicheren Zeiten traditionell als Fluchtwährung dient, kletterte zum Euro auf den höchsten Stand seit Sommer 2015. Das britische Pfund kollabierte dagegen regelrecht zum Dollar um über elf Prozent - auf das tiefste Niveau seit September 1985. Der Euro fiel zum US-Dollar deutlich zurück, während die Gemeinschaftswährung deutliche Kursgewinne gegenüber dem britischen Pfund verbuchte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf ein neues Allzeittief und gab in der Spitze bis auf Minus 0,16 Prozent nach. Der Bundfuture prägte markierte im Gegenzug ein neues Rekordhoch bei 168,86 Punkten.

Die Nerven der Investoren lagen zeitweise blank, bis sich die Märkte im Verlauf etwas fangen konnten. Der Dax etwa verringerte seine Verluste bis zum Handelsende auf knapp sieben Prozent und schloss 700 Punkte tiefer bei 9.557 Zählern.

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