Britischer Einzelhändler rückt mit Safeway-Übernahme in die erste Liga auf – Kurs bereits stark gestiegen
Morrisons weckt die Kauflust der Anleger

Metzger, Bäcker und Fischverkäufer in bunten Schürzen statt steriler Kühltheken und unübersichtlicher Regale – die Filialen der nordenglischen Einzelhandelskette Morrisons erinnern mehr an Markthallen als an Supermärkte. Dieses Konzept beschert dem Konzern seit Jahren stetes Wachstum. Im Weihnachtsgeschäft gehörte Morrisons erneut zu den Siegern der Branche, was dem Aktienkurs gut bekommen ist.

LONDON. Bisher hatte die börsennotierte WM Morrison Supermarkets plc nur eine untergeordnete Rolle im lukrativen britischen Einzelhandel gespielt. Doch mit der kurz vor dem Abschluss stehenden Übernahme der deutlich größeren Safeway plc steigt der Konzern in die erste Liga auf. Nach der Übernahme treten drei nahezu gleich starke Supermarktketten gegen den Marktführer Tesco an: die Walmart-Tochter Asda, Sainsbury’s und Morrisons- Safeway. Nachdem seit Mitte Dezember klar war, dass die Fusion im zweiten Anlauf gelingt, legte die Morrisons-Aktie zu.

Erst vor einem Jahr war der Konzern bei seinem ersten Versuch gescheitert, Safeway zu schlucken. Die Morrisons-Aktie hatte daraufhin deutlich an Wert verloren. Anschließend tobte eine erbitterte Übernahmeschlacht. Die britische Wettbewerbsbehörde schloss schließlich die Konkurrenten Tesco, Asda und J. Sainsbury aus. Der kleinste Bieter Morrisons blieb übrig.

Im Dezember einigte sich der Konzern mit Safeway auf den Kaufpreis von drei Milliarden Pfund (4,3 Milliarden Euro) – ein Schnäppchenpreis, wie Timothy Attenborough, Analyst bei der Investmentbank BNP Paribas, findet. Die Safeway-Aktionäre erhalten für jede Aktie einen Anteilsschein von Morrisons und 60 Pence in bar.

Mit dem Rekord-Weihnachtsgeschäft scheint die Erfolgsstory perfekt: Die Supermarktkette steigerte ihren Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent, wie der Konzern Ende der vergangenen Woche bekannt gab. Der Aktienkurs legte weiter zu. Die Konzernführung warnte jedoch, dass das Umsatzwachstum künftig geringer ausfallen könnte.

Analyst Attenborough teilt diese Bedenken und bleibt bei seinem Anlageurteil „neutral“. Zwar erwartet er, dass der Morrisons-Kurs nach der Übernahme steigen wird, rechnet aber mit Schwierigkeiten bei der Umstrukturierung des Konzerns. Auch Paul Smiddy, Analyst bei der Investmentbank Robert W. Baird, bewertet Morrisons nur mit „neutral“. Das Management habe noch nie vor einer derartigen Herausforderung gestanden, begründet er seine vorsichtige Einschätzung.

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