Buenaventura fördert zu den weltweit niedrigsten Kosten
Analysten loben Perus Goldkonzern

Südamerikas Bedeutung als Goldlieferant hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen: Neben neuen Produzenten Argentinien und Surinam ist vor allem Peru inzwischen der größte Anbieter aus der Region. Zwischen 1997 und 2004 verdoppelte sich die Goldproduktion des Andenlandes. Damit verzeichnete Peru den größten Produktionsanstieg weltweit noch vor China, dem wichtigsten Neuling unter den Produzenten.

LIMA.Trotz dieses Wachstums gibt es kaum südamerikanische Goldkonzerne. Denn die meisten Vorkommen auf dem Kontinent werden von ausländischen Konzernen gefördert. Die Ausnahme ist der peruanische Minenkonzern Buenaventura, der größte Goldkonzern der Region und der einzige, dessen Aktien schon seit Jahren als aktienähnliche Papiere (ADR) an der New Yorker Börse gelistet sind. Nach Börsengewicht zählt der peruanische Konzern inzwischen zu den zehn größten Goldförderern weltweit.

Buenaventura hat fast im Alleingang für den Aufstieg Perus als Goldproduzent gesorgt. Zusammen mit Newmont Mining, dem größten Goldkonzern der Welt aus Denver, USA, betreibt der peruanische Konzern die profitabelste Goldmine der Welt, das Yanacocha-Projekt. Obwohl die Förderkosten auch in Peru wegen des hohen Ölpreises und allgemeinen Rohstoffbooms gestiegenen sind, produziert das Joint-Venture in den peruanischen Anden für rund 150 Dollar die Unze Gold – das sind die niedrigsten Förderkosten weltweit. Zwei weitere Goldminen und die weltweit viertgrößte Silbermine betreibt Buenaventura außerdem in Eigenregie.

Für Goldanalyst Peter Rose der Deutschen Bank verschaffen gerade die unerwartet hohen Vorkommen in den eigenen Minen der Buenaventura-Aktie kurzfristig weitere Kurspotenziale. Kürzlich hat der Konzern seine Beteiligung an einem Kupferprojekt des US-Konzerns Phelps Dogde in Südperu auf 18 Prozent verdoppelt. Insgesamt betragen die bestätigten Reserven Buenaventuras 15 Mill. Unzen Gold und 82 Mill. Unzen Silber. Für Victor Flores, Gold-Analyst von HSBC, zählt Buenaventura zu den am besten geführten Goldkonzernen weltweit. „Der Konzern hat enormes Potenzial für Wertsteigerungen.“ CEO und Mitaktionär Roque Benavides gilt als einer der profiliertesten Bergbaumanager Lateinamerikas.

Dennoch zählt die Aktie gemessen an der Gewinnbewertung zu den preiswertesten der Goldbranche. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2005 von rund 15 liegt der peruanische Konzern weit unter dem des Branchenführers Newmont (52). Das macht die Aktie einerseits attraktiv für Anleger, die sich am Goldboom beteiligen wollen, aber die hohen Einstiegspreise für die Marktführer nicht zahlen wollen. Andererseits sehen Investoren auch das politische Risiko des Buenaventura-Konzerns, der ausschließlich in Peru produziert: Das Andenland ist politisch instabil. Zudem stehen im kommenden April Präsidentschaftswahlen an. Bereits mehrfach führten soziale Unruhen zu Produktions- und vor allem Prospektionsstopps. „Die ’sozialen’ Genehmigungen für die Erschließung neuer Vorkommen werden immer wichtiger für Buenaventura“, sagt HSBC-Analyst Flores, „und es ist schwer zu beurteilen, wie sich die politische Szenario entwickelt.“ Seiner Ansicht nach werden vor allem die Goldunternehmen an Wert gewinnen, die schnell ihre Produktion ausweiten können.

Dennoch hat sieht die Zukunft für Buenaventura derzeit positiv aus: Einerseits braucht die künftige Regierung die Einnahmen der Bergbaugesellschaften, die rund ein Fünftel der Exporterlöse Perus erwirtschaften. „Die Konzerne wissen heute, dass sie ohne den sozialen Konsens in ihren Schürfgebieten nicht überlebensfähig sind“, sagt Kurt Schultze-Rhonhof, Bergbauexperte in Lima. Zudem ist Buenaventura als peruanisches Unternehmen für soziale Verhandlungen politisch besser vernetzt als ausländische Wettbewerber.

Positiv für die Aktie zählt auch, dass der Goldpreis trotz seines 18-Jahres-Hochs weiterhin steigen könnte. HSBC rechnet mit einem Durchschnittspreis von 460 Dollar in 2006, vor allem wegen des gestiegenen Inflationsdrucks in den USA und des schwachen Dollars. Der Fondsmanager Steve Land von Franklin Gold and Precious Metals Fund betrachtet den Preisanstieg positiv für Goldaktien: „Die Konzerne werden ihre Förderung ausweiten, doch weil die Produktionskosten gleichzeitig zugenommen haben, wird es nicht zu einem Überangebot kommen.“

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