Buffetts Investmentstil
Die Stunde der Value-Investoren

Viele Anleger haben nur auf die Korrektur gewartet, um zuzukaufen – darunter auch die Liebhaber von Substanzwerten. Wo Christoph Bruns, Gottfried Heller, Hendrik Leber oder Frank Lingohr jetzt Chancen sehen.
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DüsseldorfWenn es an der Börse richtig kracht, dann schauen sie ganz genau hin. Denn wenn Dax oder Dow Jones abstürzen, dann schmieren auch Aktien solider Unternehmen ab. Werte, die es eigentlich nicht verdient haben, aber in der allgemeinen Panik unter die Räder kommen. Das heißt, sie werden billiger, ihre Bewertungen immer günstiger. Und solche unterbewerteten Perlen – im Börsendeutsch Substanz- oder Value-Werte genannt – suchen Investoren wie Warren Buffett und seine Anhänger.

Value-Investoren setzen auf Aktien von Unternehmen, die an der Börse weniger wert sind als auf dem Papier, also laut ihrer Bilanz. Der Gedanke dahinter: Der Markt hat immer Recht, irgendwann wird sich der Kurs an den fairen Wert der Aktie anpassen. Langfristig ist Value eine der erfolgreichsten Anlagestrategien überhaupt, aber natürlich läuft die Strategie nicht in jedem Jahr gleich gut. Und manchmal enttäuscht auch ein vermeintlicher Substanzwert mit seinen Zahlen oder seinem Ausblick.

Dass Value-Investoren auch mal große Rückschläge hinnehmen müssen, erlebte kein geringerer als Warren Buffett in den vergangenen Tagen. Der drittreichste Mann der Welt verlor in dieser Woche Milliarden. Sowohl der Computerbauer IBM als auch der Brausehersteller Coca-Cola enttäuschten mit ihren Geschäftszahlen und die Aktien setzen zum Sinkflug an. Die Verluste für Buffetts Berkshire Hathaway summierten sich auf zwei Milliarden Dollar binnen 48 Stunden. Harte Rückschläge, mit denen Value-Investoren – so wie alle Anleger – leben müssen. 

Nicht nur wegen schwacher Zahlen, sondern vor allem wegen der drastischen Korrektur an den Weltmärkten gerieten viele Substanzwerte zuletzt kräftig unter die Räder. Deshalb wittern die Buffett-Jünger jetzt Einstiegschancen. Hat nun die Stunde der Value-Investoren geschlagen? Immerhin hat der Dax binnen fünf Wochen mehr als 13 Prozent verloren, mehr als alle anderen Indizes.

„Die Korrektur, auf die ich schon seit Monaten gewartet hatte, hat nun Ende September mit Wucht eingesetzt“, sagt Vermögensverwalter Gottfried Heller. „Das ist ein gutes Zeichen, weil damit auch eine technische Bereinigung stattgefunden hat und sogar etwas Panikstimmung aufkam.“ Das war bei der vorangegangenen Korrektur im Juli nicht der Fall. „Die damalige Korrektur war nur ein kurzer Schauer, die jetzige dagegen ein reinigendes Gewitter“, sagt der langjährige Partner und Freund von Börsenaltmeister André Kostolany.

Auch Frank Lingohr wittert Einstiegschancen: „Wenn die Masse der Anleger aufgrund steigender Risikoaversion Aktien meidet, werden Aktien für Value-Investoren attraktiver“, sagt der Gründer von Lingohr & Partner Asset Management. „Value-Investoren kaufen zu solchen Zeitpunkten, weil fallende Kurse die Sicherheitsmarge erhöhen.“ Einzelne Aktien würden momentan attraktive Renditemöglichkeiten bieten. Gerade im Verhältnis zu Anleihen seien einige sehr günstig bewertet. „Schon die Dividendenrendite vieler Einzeltitel ist oftmals deutlich höher als die Rendite festverzinslicher Wertpapiere“, sagt Lingohr. „In einem solchen Umfeld sollten Anleger nicht den Fehler machen, zu stark in vermeintlich sichere Anlagen zu gehen.“

Kommentare zu " Buffetts Investmentstil: Die Stunde der Value-Investoren"

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  • "Christoph Bruns ist sehr viel mutiger, er glaubt, dass der Dax sich bis Jahresende auf 9250 Punkte erholen wird."

    Das wäre ja dann...ganze 3% Kurspotenzial.

    Aber es gibt schon Titel, die einen Blick wert sind:

    Zum Beispiel eine Air Liquide, IBM oder SAP, die o.g. Ölwerte etc.

  • @ Tom Bauer

    Das hat nichts mit Pessimismus zu tun. Mit Nullzinsen und frisch gedrucktem Geld stiegen die Aktien. Schon die Ankündigung von eventuell 2015 steigenden Zinsen und der Beendigung von QE lassen die Kurse bröckeln.

    Wir werden also weiterhin frisch erschaffenes FIAT-Geld erleben und staatlich verordnete Niedrigzinsen. Solange bis die FIAT-Währungen crashen.

  • Ein bon-mot Philip Fishers:
    Pessimismus und Skeptizismus gilt vielen (zumal denke ich allen Deutschen) als weise. Optimismus und Mut als naiv und unerfahren.

    Wieder mal abzulesen an den Kommentaren quer durch die Sparten.

    Also Tipp ans Volk: Geld aufs Sparbuch.. und sich sicher fühlen. Komisch, dass man dazu nie Verschwörungstheorien hört!

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