Carl-Burkhard Caspari
„In 17 Fällen gab es Geldbußen“

Carl-Burkhard Caspari ist Vizepräsident der BaFin. Im Interview spricht er über Insidergeschäfte und Directors’ Dealings.

Handelsblatt: Seit 2002 müssen Führungskräfte Geschäfte mit Wertpapieren des eigenen Unternehmens innerhalb von fünf Werktagen mitteilen. Wie sind Ihre Erfahrungen mit dieser Regelung?

Carl-Burkhard Caspari: Die Informationen über Directors’ Dealings fördern die Transparenz der Kapitalmärkte. Für die Kapitalmarktteilnehmer sind diese Informationen wichtig. Entsprechend verzeichnen wir einen regen Zugriff auf unsere Datenbank, die wir im Internet veröffentlichen.

Wie viele Verstöße gab es in den letzten vier Jahren, bei denen Geschäfte zu spät oder gar nicht gemeldet wurden?

Seit 2002 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in 172 Fällen ein Bußgeldverfahren wegen des Verdachts einer verspäteten oder nicht erfolgten Meldung eines Geschäftes eingeleitet. In bislang 17 Fällen verhängte die BaFin Geldbußen von bis zu 14 000 Euro. 103 Verfahren wurden eingestellt, davon 94 aus Opportunitätsgründen. In diesen Fällen haben wir nach Abwägung aller Umstände von einem Bußgeld abgesehen, etwa weil der Verstoß nur geringfügig war und eine Belehrung ausreichend schien.

Melden die Unternehmen die Transaktionen gewöhnlich eher am Anfang oder am Ende der Fünftagesspanne?

Die Emittenten sind verpflichtet, die Meldung unverzüglich zu veröffentlichen. Daher sind die Veröffentlichungen der Emittenten zeitlich davon abhängig, wann der Meldepflichtige die Informationen an das Unternehmen weitergibt.

Hat die Zahl der Insidergeschäfte in den letzten Wochen zugenommen?

Im Mai gab es tatsächlich eine erhöhte Anzahl von Directors’-Dealings-Meldungen. Dagegen war das Meldeaufkommen im April eher gering, so dass sich die Zahl der Meldungen für das zweite Quartal 2006 statistisch nicht deutlich erhöhen dürfte. Ein direkter Bezug zu den Entwicklungen an der Börse ist daher nicht offenkundig.

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