Centralway-Chef Saidler im Interview
„Die Welt braucht nicht noch eine Bank“

Mit seiner Banking-App Centralway Numbrs positioniert sich Martin Saidler als Partner der Banken. Im Interview erklärt er die Vorteile der neuen Bank-Kooperationen und den Nutzen umfangreicher Datenanalyse.
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Die Banking-App Centralway Numbrs hat am Donnerstag zwei Bank-Kooperationen bekannt gegeben. Kunden können über die App Postbank-Konten eröffnen und Kredite bei der Postbank und der Norisbank beantragen. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt Centralway-Chef Martin Saidler, wie er das Angebot erweitern will wie die Kunden von Datenanalyse profitieren können.

Herr Saidler, Sie haben Ihren Numbrs Store mit Angeboten von zwei Banken gestartet. Für einen Marktvergleich ist das noch zu wenig. Wann folgen weitere?
Mit der Postbank und der Norisbank haben wir gleich zum Auftakt unseres neuen Angebots zwei renommierte Partner gefunden. Aktuell befinden wir uns mit zahlreichen weiteren Banken in Gesprächen und können in den nächsten Monaten hoffentlich möglichst viele von diesen einbinden.

Das Produktspektrum umfasst bisher nur Kredite, Kreditkarten und Konten. Werden weitere Finanzprodukte folgen?
Wir arbeiten daran. Als nächstes sollen Sparprodukte folgen, angefangen mit Sparkonten. Das Angebot werden wir dann Stück für Stück erweitern. Langfristig haben wir den Anspruch, die Banking-App mit der größten Auswahl und dem besten Angebot an ganz unterschiedlichen Finanzdienstleistungen zu werden. Damit eröffnen wir Banken einen komplett neuen mobilen Vertriebskanal für ihre Finanzprodukte.

Das dürfte die Banken freuen, aber was hat der Nutzer von Ihrer App?
Wir bieten unseren Nutzern nicht nur einen Überblick über ihre Finanzen, sondern helfen ihnen zum Beispiel auch ihre Ausgaben in Kategorien einzuteilen und Budgets für die einzelnen Bereiche einzuhalten. Wenn das Ausgabenlimit für einen bestimmten Bereich überschritten wird, bekommt der Kunde einen Hinweis. Mit intelligenter Datenanalyse helfen wir unseren Kunden, ihre persönlichen Finanzen zu managen und ihre Kosten dafür zu reduzieren.

Wie sieht das aus?
Anhand der Kontobewegungen könnten wir beispielsweise die Kreditwürdigkeit der Kunden ermitteln. Wenn wir feststellen, dass der Kunde einen teuren Kredit hat, weisen wir ihn darauf hin und schlagen ihm vor, sich nach einer Alternative umzusehen. Ähnlich funktioniert es bei Konten: Wir können dem Kunden anzeigen, wenn er überdurchschnittlich viel für ein Produkt zahlt. Alternative Finanzprodukte gibt es dann in unserem Numbrs Store, wo unsere Nutzer Verträge direkt und bequem über ihr Smartphone und per Chat abschließen können.

Und Sie erhalten dann eine Vermittlungsprovision?
Ja, genau. Unsere App ist kostenlos, aber auch wir wollen Geld verdienen. Wenn der Kunde im Store ein Produkt abschließt, bekommen wir dafür eine Vermittlungsprovision. Das legen wir auch offen. Wichtig ist aber: Die Entscheidung für das konkrete Produkt trifft der Kunde allein. Wir beraten ihn nicht, sondern liefern ihm nur die Daten, die er für seine Entscheidungsfindung braucht.

Das sind sehr sensible Daten. Wie sind die gesichert?
Dieser Verantwortung sind wir uns absolut bewusst, deshalb hat die Sicherheit unserer Kundendaten eine sehr hohe Priorität. So speichern wir unsere Kundendaten anonymisiert in sicherheitszertifizierten Rechenzentren. Die Server stehen ausschließlich in deutschen Städten. Die Daten werden also nicht auf den Geräten der Kunden gespeichert, denn die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde sein Smartphone verliert, ist größer als die eines Hackerangriffs auf uns. Und selbstverständlich geben wir die Daten auch an niemanden weiter, auch nicht an unsere Bankpartner.

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„Unsere Sicherheit ist zertifiziert“

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