Chancen für Anleger
Unterbewertete Öldienstleister

Wo gibt es nach vier Jahren Hausse und neuen Rekordhochs der Börsen noch unterbewertete Aktien? Anleger könnten bei Öldienstleistern fündig werden.
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Die US-Aktienkurse klettern, als gäbe es das wahre Leben nicht: keinen schwächelnden US-Immobilienmarkt, keine Chinablase und keine Gefahr rückläufiger Unternehmensgewinne. Der Dow Jones konnte auf seinem steilen Weg zur 13 000-Punkte-Marke schon wieder ein Rekordhoch verbuchen – und damit den noch etwas zaudernden restlichen US-Aktienmarkt mitziehen. Die Gewinne der großen US-Unternehmen waren - entgegen vielen Befürchtungen – gut bis sehr gut. In einzelnen Fällen, etwa Google, waren sie brillant.

Die volkswirtschaftlichen Daten: mittelmäßig bis schwach. Die Indikatoren gaben sich äußerst müde, mit einer Lustlosigkeit, wie sie häufig einer Rezession vorangeht. Dazu kamen noch die miserable Entwicklung des Dollars, und nicht gerade ermutigende Signale vom Arbeitsmarkt. Darüber hinaus gab es Andeutungen, unter anderem von Bank of America, die Probleme der sogenannten Subprime Lenders – das sind Geldinstitute, die Kredite an Kunden mit geringer Bonität vergeben – würden bereits auf das Kreditkartengeschäft übergreifen.

Was die zunehmende Begeisterung der Anlegermassen schürt, hat weit weniger mit der Lage in der realen Wirtschaft zu tun, als es auf den ersten Blick scheint. Dahinter stehen vielmehr jene – oft nur geborgten – Dollar-Milliarden, in denen Private-Equity- und Hedgefonds regelrecht schwimmen. Dabei geht es nicht nur um deren Geld an sich, sondern vielmehr um die Auswirkungen der Liquiditätsschwemme auf das Investitionsklima: Auch dem durchschnittlichen Anleger läuft beim Gedanken daran, die nächste Offerte eines Hedgefonds könnte die Kasse klingeln lassen, das Wasser im Mund zusammen.

Nun, da die meisten US-Börsenindizes sich ihren Allzeithochs nähern, brechen harte Zeiten für Schnäppchenjäger an. Branchen, deren Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) noch niedrig ist, finden sich nach der langen liquiditätsgetriebenen Hausse kaum noch. Aber es gibt sie noch, ganz vereinzelt, Branchen mit einem Durchschnitts-KGV von runden zehn. Die auffälligste ist zurzeit die Branche der Öldriller. Offshore-Bohrunternehmen wie Transocean, Diamond Offshore Drilling und Global Santa Fé sind günstig bis unterbewertet, gemessen an Cash-Flow und Gewinn. Die Unternehmen vermieten ihre Plattformen an Energiekonzerne, die weltweit unter den Ozeanen nach Öl und Gas suchen.

Ihre Aktien werden für das 7- bis 11-Fache des für 2007 erwarteten Gewinns und das 6- bis 7-Fache des für 2008 prognostizierten Ergebnisses gehandelt. Das gibt es derzeit in kaum einer anderen Branche. Die Bewertungen der Driller sind so niedrig, weil man an der Wall Street befürchtet, die Gewinnsträhne werde enden, sobald 2010 eine Reihe neuer Bohrinseln auf den Markt kommt. In der Vergangenheit waren die Gewinne wegen der beträchtlichen Schwankungen der Tagesmietsätze tatsächlich ziemlich wankelmütig.

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