Charttechnisches Kaufsignal
Aktienbörsen brechen weltweit aus

Weltweit haben die Aktienmärkte in den vergangenen Monaten kräftig zugelegt. Viele Investoren trauen dem Braten noch nicht. Aus Sicht der Charttechnik ist das Bild hingegen sehr positiv: Alle großen Indizes haben ihre 200-Tage-Linien hinter sich gelassen. Für technische Analysten ist das ein klares Kaufsignal.

DÜSSELDORF. Ob Tokio, New York oder Frankfurt: Alle wichtigen Börsen lassen derzeit ihre Baisse hinter sich und schwenken auf eine neue Hausse ein. Das signalisieren zumindest die Charts. Und der Aufschwung hat Bestand, meinen technische Analysten im Gegensatz zur Mehrheit ihrer fundamental argumentierenden Zunft.

Alle wichtigen Indizes durchbrechen in diesen Tagen die wichtige 200-Tage-Linie. Diese spiegelt den Kursdurchschnitt der vergangenen 200 Handelstage wider. Das entspricht einem Kalenderjahr. Notiert ein Index unter dieser Linie, bleibt er dort gewöhnlich auch. Nur selten durchbrechen Kurse diese Linie, wie die nebenstehenden Langfristcharts illustrieren.

"Kaufe, wenn der Kurs die 200-Tage-Linie überschreitet. Verkaufe, sobald er sie unterschreitet", lautet das Motto vieler Investoren. Allein die Tatsache, dass Anleger aus solchen Chartbildern ihre Kaufentscheidungen ableiten, führt dazu, dass sich die Vorhersage erfüllt. Dementprechend stiegen Dax & Co innerhalb eines Handelstages rasant, sobald einmal die 200-Tage-Linie überschritten war. In den USA hatte der Dow-Jones-Index darauf 358 Tage warten müssen. So lange hatte er zuletzt Anfang der 30er-Jahre unter der Linie notiert.

Dass die Kurse seit Tagen nur noch stagnieren, stört Klaus Deppermann, technischer Analyst bei der BHF-Bank, nicht: "Viele Kurzfrist-Entschlossene versilbern jetzt ihre Gewinne." Anlass dafür gibt es genug: Rund um den Globus sind die Indizes in nur drei Monaten um mehr als ein Drittel gestiegen. Der amerikanische Aktienmarkt hat solch eine fulminante Aufwärtsbewegung seit 1933 nicht mehr erlebt. Damals war der Dow vorher allerdings um 90 Prozent gefallen.

Deppermann ist sich sicher, dass die Kurse diesmal nur um maximal zehn Prozent fallen werden, ehe Mittel- und Langfrist-Investoren ihre Chance für einen Einstieg kommen sehen. Denn diese volumenmäßig viel größere Anlegerschicht hat bislang die Rally verpasst. Das signalisieren Geldanlagestatistiken und einschlägige Umfragen. Noch immer ist die Stimmung miserabel, wie die Daten von Sentix belegen, die größte wöchentliche Anlegerumfrage in Europa.

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