China-Aktien 2015
Der Drache im Depot

China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, doch in den Depots der Anleger sind Aktien aus dem Reich der Mitte unterrepräsentiert. Warum es sich lohnen könnte auf Papiere aus dem asiatischen Reich zu setzen.  
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DüsseldorfEs sind Superlative, die Anleger eigentlich anziehen müssten: Mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern ist China nicht nur der bevölkerungsreichste Staat der Erde, sondern es leben dort mehr Einwohner als in Nordamerika, Europa und Russland zusammen. China ist schon heute die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und wächst weiter.  Die Weltbank erwartet, dass China schon bald die Nummer eins ist.

Doch am bekannten Börsenbarometer MSCI All Country Index machen chinesische Aktien nur einen Anteil von zwei Prozent aus. Nach Berechnungen der Deutschen Bank müsste China mit mehr als 30 Prozent vertreten sein. In den Depots vieler Anleger sind die Wertpapiere aus dem Reich der Mitte deutlich schwächer repräsentiert.

Dabei sind die Aussichten nicht schlecht. Anlageexperten erwarten im kommenden Jahr steigende Kurse. „Unsere Prognose für den MSCI Asia ex Japan liegt bei 620 Punkte, was einem knapp zweistelligen Wachstum entspricht“, sagt Johannes Müller, Anlageexperte der Deutsche Asset & Wealth Management (Deutsche AWM). „Der chinesische Aktienmarkt ist weiterhin relativ attraktiv unter den asiatischen Emerging Markets. Zwar sehen wir eine Belastung durch den schwächelnden Immobilienmarkt, doch auch seinetwegen wird die Zentralbank die Zinszügel weiter lockern.“ Nicht ganz so optimistisch ist Reinhart Pfingsten  von Hauck und Aufhäuser. Er glaubt zwar auch, dass der aktuelle Trend weiter anhält. Doch sollte es in den kommenden Monaten nur leicht aufwärts gehen mit den chinesischen Aktien.

Nicht nur der Immobilienmarkt lässt Ökonomen und Anleger immer wieder aufhorchen. Seit Jahren versucht die chinesische Regierung die heiß gelaufene Konjunktur sachte abzubremsen. Doch genau das ist natürlich auch ein Risikofaktor für die globale Konjunktur. „Der im Kern sinnvolle Umbau der Volkswirtschaft, um die Binnennachfrage zu stärken und um die Einfuhren und Ausfuhren ausgewogener zu gestalten, dürfte sich kaum ohne Bremsspuren bewältigen lassen“, warnt Jens Wilhelm, Vorstand bei Union Investment und zuständig für Portfoliomanagement und Immobilien. „Allerdings gehen wir auch davon aus, dass Präsident Xi nicht mehr wie bisher auf Biegen und Brechen an den staatlichen Wachstumsvorgaben festhalten wird. Unsere Erwartung für 2015 ist, dass China bei normalen Rahmenbedingungen sein Bruttoinlandsprodukt um gut sieben Prozent steigern kann.“

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