China: Parteizeitung warnt Soros vor „Renminbi“-Krieg

China
Parteizeitung warnt Soros vor „Renminbi“-Krieg

Wirtschaftsmacht gegen Starinvestor: Chinesische Staatsmedien attackieren George Soros für skeptische Aussagen über Chinas Wirtschaft. Auf keinen Fall will Peking Wetten von Großspekulanten gegen den Renminbi erleben.

PekingChinas Staatsmedien attackieren Starinvestor George Soros. In einem ungewöhnlich scharfen Kommentar warf das Parteiorgan „Volkszeitung“ dem ehemaligen Hedgefonds-Manager und Milliardär vor, China den Krieg erklärt zu haben. Jede Wette von Soros gegen die chinesische Währung Renminbi oder gegen den Hongkong-Dollar sei jedoch zum Scheitern verurteilt. „Daran besteht kein Zweifel“, ergänzte Mei Xinyu vom Forschungsinstitut des Handelsministeriums in seinem Artikel.

Die scharfen Worte an einer so prominenten Stelle sind ein Zeichen dafür, wie ernst Soros Aussagen genommen werden. Soros ist der Mann, der mit massiven Spekulationen gegen das britische Pfund dessen Abwertung und den Austritt Großbritanniens aus dem Europäischen Währungssystem erzwang.
George Soros ist schon oft hart mit Chinas Wirtschaftsplanern ins Gericht gegangen. Aber auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ging er weiter und zeichnete die Wachstumsschwäche der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt als wichtigste Ursache für den Bären-Markt in diesem Jahr.

„Eine harte Landung ist unvermeidbar“, hatte Soros im Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg über China gesagt. „Ich erwarte es nicht, ich beobachte es schon.“ Allerdings sei die Volksrepublik eine größere Gefahr für andere Länder als für die eigene Volksrepublik. Peking sei vermutlich in der Lage, die Auswirkungen auf das eigene Land abzumildern.
Unmittelbar nach seinen Aussagen hatte bereits Chinas amtliche Nachrichtenagentur in einem Kommentar jegliche Wetten gegen die chinesische Währung und einen negativen Blick auf Chinas Wirtschaft verurteilt. Spekulationen gegen die Landeswährung Renminbi könne sogar juristische Konsequenzen nach sich ziehen, hatte die Agentur angedroht.

Die chinesischen Aktienmärkte sind am Dienstag auf den tiefsten Stand seit 13 Monaten abgerutscht. Sorgen über das langsamere Wachstum, die Schwäche der Währung Yuan und Abflüsse von Kapital beunruhigten die Investoren.
Das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft fiel im vergangenen Jahr auf offiziell 6,9 Prozent. Das ist der geringste Zuwachs seit 25 Jahren. Zwar lag der Wert im Rahmen der Erwartungen. Der Trend zeigt aber weiter nach unten. Der IWF sieht Chinas Wachstum bei 6,3 Prozent im laufenden Jahr und bei 6,0 Prozent 2017.

Stephan Scheuer ist China-Korrespondent des Handelsblatts. Quelle: Mirela Hadzic für Handelsblatt
Stephan Scheuer
Handelsblatt / Korrespondent China
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