Chinas Aktienmarkt
Warum Chinas Aktienblase Putin nervös macht

Putin blickt mit Sorge auf den Kursverfall an Chinas Aktienmarkt. Denn Rohstoffpreise geraten unter Druck, von denen Russland als Exportnation abhängig ist. Für Chinas Staatshilfen gibt es Zuspruch.
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Nach außen ist alles gut: Russlands Kremlchef Wladimir Putin lacht herzlich zusammen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping. In der entlegenen Millionenstadt Ufa – rund 1300 Kilometer südöstlich von Moskau – beschwören die beiden beim Gipfelmarathon ihre Freundschaft, erst beim Treffen der BRICS-Staaten und anschließend beim Treffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). Aber hinter den Kulissen rumort es.

Putin blickt mit Sorge auf die Turbulenzen an Chinas Aktienmarkt. Denn der Einbruch der vergangenen Wochen bringt auch Rohstoffpreise unter Druck, von denen Russland abhängig ist. „Wir sind um die Stabilität der Märkte, schwankende Preise von einigen Rohstoffen und den Schulden einiger großer Länder besorgt“, sagt er beim Treffen mit den Staatschefs der aufstrebenden Schwellenländer Brasilien, China, Indien und Südafrika (BRICS). Den Aktienmarkt in China erwähnt er nicht direkt.

Dafür macht der Chef von Russlands Außenhandelskammer, Sergei Katyrin, keinen Hehl daraus, dass Moskau die Börsenkurse in China genau verfolgt. „Wir sind zuversichtlich, dass China die Lage kontrollieren kann. Aber natürlich führen solche Turbulenzen zu Spannungen und haben Auswirkungen auf die ganze Welt“, wurde Katyrin von der Financial Times zitiert.

Auf keinen Fall sollen die Rohstoffmärkte in einen Abwärtssog gezogen werden. Als Chinas Börsen über drei Wochen um mehr als ein Drittel abstürzten, reagierten auch die Rohstoffhändler verunsichert. Die Preise für Eisenerz und Stahl fielen in China auf ein Rekordtief. Kupfer war zwischenzeitig mit 37.960 Yuan (6113 Dollar) so billig wie zuletzt vor sechs Jahren. In den Strudel geriet auch Öl, dem als Schmierstoff der Weltwirtschaft eine besondere Bedeutung zukommt. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich zwischenzeitig um 1,2 Prozent auf 56,19 Dollar je Barrel (159 Liter).

Deshalb gibt es in Russland viel Zuspruch für Chinas Staatshilfen am Aktienmarkt. Die drastischen Stützungsmaßnahmen, die Aufsichtsbehörden und Zentralbank in den vergangenen Tagen angestoßen hatten, zeigten am Freitag den zweiten Tag in Folge deutlich Wirkung. Nachdem die Kurse an Chinas Börsen über drei Wochen um mehr als ein Drittel abgestürzt waren, verzeichnete der Markt in Schanghai am Vortag mit einem Plus von fast sechs Prozent den steilsten Anstieg seit sechs Jahren.

Die aktuelle Erholung an den Märkten schließt allerdings nur einen Teil der Aktien ein. 1.422 Unternehmen, also 49 Prozent der an Chinas Börsen gelisteten Werte, wurden in den vergangenen Tagen der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge vom Handel ausgesetzt. Dadurch ist der Handel an den Börsen des Landes verzerrt. Gelingt es Peking, auch den Handel mit den ausgesetzten Aktien zu stabilisieren, stimmt auch das Verhältnis mit den Partnern in Moskau. Dann können Putin und Xi ihre Männerfreundschaft genüsslich weiter zelebrieren.

Stephan Scheuer ist China-Korrespondent des Handelsblatts. Quelle: Mirela Hadzic für Handelsblatt
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  • Tja die Rohstoffstaaten lernen es einfach nicht. Die Gewinne müssen in die Wirtschaft investiert werden(Infrastruktur). Es muss ein wirtschaftsfreundliches Staatswesen aufgebaut werden und Korruption und Misswirtschaft MUSS verhindert werden. Man hat das Geld aber es versickert im Sumpf der Korruption. Die Oligarchen und Elite könnte ihren eigenen Wohlstand erhöhen in dem sie diese Maßnahmen betreiben. (Vor allem im Bereich der Sicherheit)

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