Computeranalyse
Deutsche Aktien fallen auf

Der Aktien-Seismograh hat 17 Werte identifiziert, die in den kommenden Wochen starken Schwankungen unterliegen sollten. Zum ersten Mal überhaupt sind drei deutsche Aktien vertreten: Die Computeranalyse lässt bei Commerzbank, Premiere und Q-Cells Volatilität erwarten. Stärker vertreten sind nur Werte aus den USA und Japan.

FRANKFURT. Die Computer der Fondsgesellschaft Invesco hatten die Aktie des inzwischen vor dem Aus stehenden US-Mittelstandsfinanzierer CIT Group schon im Frühjahr als besonders schwankungsanfällig ausgemacht, da kannten hier zu Lande nur wenige deren Namen. Viele Anleger verwechselten sie auch mit der weitaus größeren Citigroup. Ähnlich könnte es manchen bis dato noch unbekannten Titeln ergehen, die die Computer aktuell aus dem Universum von 3 000 Aktien weltweit herausgefischt haben. "Frappierend ist insgesamt, dass die Liste der auffälligen Einzelwerte insgesamt einen klar negativen Touch über alle Faktoren hinweg hat", sagt Portfolio-Manager Michael Fraikin.

Für den sogenannten Aktien-Seismograf filtern die Computer der Fondsgesellschaft Invesco aus einem Universum von 3 000 Aktien weltweit diejenigen heraus, die anhand von drei kurzfristigen und drei langfristigen Kriterien besondere Auffälligkeiten zeigen. Dabei handelt es sich im kurzfristigen Bereich um Gewinnrevisionen, deren Dynamik und die kurzfristige Trendumkehr im Kursverlauf sowie die drei langfristigen Indikatoren externe Finanzierung, erwartete Gewinnrendite und langfristige relative Stärke. Wer in mindestens drei der sechs Bereiche auffällt, der erscheint auf der nebenstehenden Liste. Bei diesen Aktien ist dann in den kommenden Wochen mit starken Schwankungen zu rechnen.

Besonders markant diesmal: Von den 17 auffälligen Titeln stammen drei aus Deutschland. Diese Konstellation gab es noch nie. Selbst in der schwierigsten Phase der Finanzkrise war in vielen Monaten kein einziger deutscher Titel den Invesco-Computern auffällig. Diesmal ist erneut die Commerzbank vertreten, die bereits Anfang Juli auf der Auswahlliste stand. Neu hinzugekommen sind der Bezahlsender Premiere und das Solar-Unternehmen Q-Cells. Stärker vertreten sind nur Werte aus den USA(6) und Japan (5), deren Anzahl gegenüber dem Vormonat noch einmal zugelegt hat. Inbesondere unter Finanz-, Medien- und Technologietitel wurden die Computer fündig.

Die Commerzbank zeigt demnach beim kurzfristigen Kriterium Dynamik der Gewinnrevision und den beiden langfristigen Punkten Gewinnrendite und relative Stärke Auffälligkeiten, die Anleger zur Vorsicht bei der Aktie mahnen. Bereits in den vergangenen Monaten zählte die Aktie zu den schwankungsanfälligsten im Dax. Bei Analysten, die im Gegensatz zu den Invesco-Computern einen fundamentalen Ansatz wählen - also neben den reinen Zahlen auch Marktposition, Produktion und Management beachten - ist die Stimmungslage zur Aktie eindeutig. Von 36 Experten, die sie laut dem Informationsdienst Bloomberg beobachten, raten 30 zum Verkauf. Dieser Wert ist unter Dax-Titeln einmalig. Erst gestern hat Neil Smith von der WestLB sein Negativ-Urteil bestätigt.

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