Crash an der Börse
Ein Horrorjahr für Aktionäre?

Das dritte Quartal war für Börsianer eines der schlechtesten seit Jahren. Verlierer, wohin das Auge blickt. Die Bilanz für das bisherige Jahr ist rot bis tiefrot gefärbt. Ob noch was zu retten ist und wo Gefahren lauern.
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DüsseldorfDas Jahr 2015 wird aller Voraussicht nach wohl nicht als gutes Aktienjahr in die Geschichte eingehen. Experten befürchten sogar ein „Annus Horribilis“, ein richtiges Horrorjahr, dass Investoren am liebsten schnell vergessen möchten. Kaum eine Anlageklasse kann sich dem Abwärtssog an den Märkten entziehen. Aktien, Rohstoffe und Devisenfonds – alles im roten Bereich.

Ein Crash ist das noch nicht, aber es wird vielleicht einer. Fakt ist: Die Börse ist keine Einbahnstraße mehr, die jahrelange Hausse scheint in Gefahr. Daran ändern auch die teils stattlichen Kursgewinne der vergangenen Tage nichts. „Es gab einen Moment, in dem viele dachten, sie hätten eine Art Heiligen Gral des Investierens gefunden, dann kam es zu diesem Zusammenbruch, und der erfolgte auf bemerkenswerte Weise“, sagt Tobias Levkovich, US-Aktienstratege bei Citigroup. „Auslöser des Ganzen scheint China gewesen zu sein. Das hat Ängste ausgelöst, die uns auf eine Talfahrt geschickt haben.“ Einzig Anleihen punkten mit mageren Gewinnen, die allerdings ausradiert werden durch das bisschen Inflation, das der Weltwirtschaft dann doch geblieben ist.

Vor allem das abgelaufene Quartal verhagelte die zuvor noch ganz ordentliche Bilanz. Seit Quartalsbeginn sind die Aktienbörsen weltweit auf Talfahrt – zum einen aus Angst vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft im Sog der schwächelnden chinesischen Konjunktur und zum anderen wegen der Unsicherheit über die weitere Geldpolitik der US-Notenbank Fed.

Vor allem Aktionäre deutscher Unternehmen verbuchten teils heftige Gewinne. Der vor gut zwei Wochen bekannt gewordene Skandal um die manipulierten Diesel-Abgastest bei Volkswagen belastete dann aber den sowieso schon angeschlagenen Dax. Im dritten Quartal fiel das Standardwertebarometer um fast zwölf Prozent.

Auch europäische Aktien mussten leiden. Knapp zehn Prozent ging es für den Euro Stoxx abwärts. Das war der größte Quartalsverlust seit 2011.

Und weltweit fällt die Bilanz kaum besser aus. Der MSCI All Country World Index (im Gegensatz zum MSCI World, der nur Industrieländer enthält, ein echter Weltaktienindex) verbuchte ebenfalls den deutlichsten Quartalsverlust seit vier Jahren. Seit Jahresbeginn verlor er 6,6 Prozent – inklusive reinvestierter Dividenden. Noch schlechter schnitten Rohstoffe ab. Der Bloomberg Commodity Index für Rohstoffe ist um 16 Prozent eingebrochen. Das Minus bei Devisenfonds lag den Angaben zufolge bei knapp zwei Prozent.

Kommentare zu " Crash an der Börse: Ein Horrorjahr für Aktionäre?"

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  • Ein Horrorjahr sieht weiß Gott anders aus.
    Aktuelle sind die Börsen global mehrfach überbewertet angesichts der anhaltenden Geldschwemme überall sowie der ZIRP, aller Fehlleistungen von Notenbanken sowie Administrationen.

    Sollten wir endlich in normale Verhältnisse zurück kehren, wäre zuvor ein schumpeter´scher kreativer Zusammenbruch erforderlich, der den zusammen gefegten Mist beseitigt, der ja nicht einmal als Dünger zu brauchen ist.

  • Das stimmt so nicht. Bis Ostern hat man gut Geld verdient und im Sommer war Zeit für put's (mit Ansage)

  • Ist auch besser so wenn man keine Ahnung hat.

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