„Crashprophet“ Max Otte
„Aktien sind noch nicht zu teuer“

Die meisten Leser kennen Max Otte als Untergangspropheten. Mit Handelsblatt Online spricht er über die aktuellle Situation an den Kapitalmärkten und verrät, warum die Aktienrally noch nicht vorbei ist, die nächste Blase garantiert kommt und er trotzdem kein Gold im Keller lagert.
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Herr Otte, die Anleger sind nach der rasanten Rally verunsichert und fragen sich, ob es noch weiter nach oben geht mit den Aktienkursen. Was glauben Sie?

Zunächst einmal kann ich verstehen, dass die Anleger verunsichert sind. Schauen Sie sich doch die Börsenentwicklung der letzten zehn Jahre an. Rauf, runter, rauf, runter. Die kräftigen Schwankungen verstören selbst Hartgesottene. Unterm Strich bleibt bei vielen die Erkenntnis: Mit Aktien kann ich nur verlieren. Das stimmt so aber nicht. Ich bin der Meinung, dass man auch jetzt - nach der rasanten Rally der vergangenen Monate - noch Geld verdienen kann.

Was macht sie da so sicher?

Nehmen Sie die Graham-Formel und schauen sich die Gewinnrendite der vergangenen zehn Jahre an. Das können Sie bei einzelnen Aktien machen, aber auch für einen gesamten Index. Und wenn die Rendite dann doppelt so hoch ist wie die von Anleihen, dann sind Aktien noch nicht zu teuer.

Also noch einsteigen?

Das muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden. Ich glaube, dass durchaus noch attraktive Aktien zu finden sind. Natürlich ist es nicht mehr so einfach wie im Frühjahr, abschrecken lassen sollten sich die Anleger aber nicht von den kräftigen Kursgewinnen der vergangenen Monate.

An welche Aktien denken Sie?

Die Pharma-Branche ist unterbewertet. Novartis, Pfizer oder Sanofi etwa. Interessant sind auch die Aktien von Beiersdorf und Henkel. Stabiles Geschäftsmodell, solide finanzierte Bilanz. Beide Unternehmen sind derzeit fair bewertet. Traumrenditen sollten Anleger aber nicht erwarten. Fair bewertet heißt nichts anderes, als dass die Aktien mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit die Durchschnittsrendite des Marktes erzielen werden.

Was ist mit den Zyklikern? Die sind zuletzt sehr gut gelaufen.

Zu gut, würde ich fast sagen. Da wäre ich eher vorsichtig. Wir sollten nicht glauben, dass jetzt wieder alles gut ist, nur weil der ganz große Crash mit Mühe und Not verhindert werden konnte. Nehmen wir die Autohersteller. Der Branche stehen harte Jahre bevor. Ganz ähnlich geht es vielen anderen konjunkturabhängigen Unternehmen - den Maschinenbauern etwa. Noch ist die Weltwirtschaft nicht über den Berg.

Und Banken?

Wäre ich auch vorsichtig. Die Aktien sind rasant gestiegen. Commerzbank etwa. In den kommenden Jahren werden die Geldhäuser darunter leiden, dass viele Kredite ausfallen. Die Deutsche Bank scheint ein Sonderfall zu sein; sie könnte zu den wenigen Krisenprofiteuren der Branche gehören. Finanzdienstleister generell kann man sich aber durchaus anschauen, zum Beispiel die Versicherer oder Grenke Leasing. Die Münchener Rückversicherung etwa notiert zum Buchwert, das ist sehr billig.

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Kommentare zu " „Crashprophet“ Max Otte: „Aktien sind noch nicht zu teuer“"

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  • beruhigend, ich dachte schon ich bin der Einzige, der dieses Gewäsch für ziemlich verrückt hält. Wenn ich die bewertung ansehe frag ich mich, was hier los ist. Man müsste quasi annehmen, von heute ab eine Hausse zu bekommen wie nach dem .com-crash... ist es das was wir vorhaben? Na dann...

  • Wie bei allen Statements, weist Herr Otte immer wieder darauf hin, daß man sich auch schon selbst mit seinen Kauf- und Verkaufsentscheidungen auseinander setzen muß.Und wie wie im wirklichen Leben ist es sonnenklar daß jede Entscheidung auch das Risiko beinhaltet falsch zu entscheiden. Es ist mir rätselhaft wie jedermann immer wieder erwartet daß für ihn alles entschieden wird. Das ist doch gerade das Schöne in einer Demokratie, daß ich selbst für mein Tun verantwortlich bin.

  • Wahnsinn, Herr Otte sagt, der nächste Crash kommt bestimmt,
    und er sagt, zockt mal vorsichtig mit, der letzte der aussteigt ist der Dumme. Hat der Typ noch alle Tassen im
    Schrank, ach nee da hat er ja sein Gold.

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