DAB Depot Contest
"Der Dax-Boden ist noch nicht erreicht"

Die Unsicherheit an den Börsen dürfte noch eine ganze Weile andauern. Experten raten Anlegern, besser vorsichtig zu sein.
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FrankfurtDie Nervosität ist zurück an den Börsen. Frankreich hat seit dem Wochenende eine neue, eine sozialistische Regierung. In Griechenland hatten die radikalen, die antieuropäischen Parteien bei der Wahl kräftigen Zulauf. Viele Anleger fürchten nun, dass die Euro-Krise sich weiter verschärfen und den Aktienmarkt mit Wucht treffen könnte. Der Deutsche Aktienindex notiert mittlerweile bei weniger als 6500 Punkten und damit deutlich unter seinem Jahreshoch von knapp 7200 Zählern.

Ganz unbegründet ist die Furcht nicht, sagen Experten. Der Vermögensverwalter Thomas Glück etwa empfiehlt seinen Kunden, besser noch eine Weile abzuwarten, statt derzeit einzusteigen. Der Boden beim Dax sei noch nicht erreicht, meint der Profi. Viele institutionelle Investoren hielten sich auffallend zurück. Glück folgt bei seinen Anlageentscheidungen einem ausgeklügelten Trendfolgemodell. Und der Trend beim Dax zeige eindeutig nach unten, sagt er.

Auch Gottfried Urban von der Neue Vermögen ist vorsichtig. „Der Dax könnte noch weiter fallen. Viele Investoren, die sich in an markanten Trendlinien orientieren, bauen derzeit ihre Portfoliorisiken ab und verstärken so den Druck auf die Kurse." Wichtig werde für das Vertrauen der Investoren sein, wie sich nach der Frankreich-Wahl die politische Zusammenarbeit beider Länder entwickeln werde. Auch Jörg Bohn von Artus Direkt Invest empfiehlt Anlegern derzeit, nur „vorsichtig“ in den Aktienmarkt zu investieren.

Seit Januar messen sich insgesamt 30 Profis in einem Wettbewerb der Münchener DAB Bank. Glück, Urban und Bohn sind auch dabei. Wer hat die beste Strategie, wer findet die aussichtsreichsten Aktien, Anleihen oder Fonds. Die Direktbank unterscheidet zwischen drei verschiedenen Depotkategorien: „Sicherheit“, „Ausgewogen“ und „Chance“.

Insgesamt haben die Geldverwalter eine Million Euro Spielgeld zur Verfügung, das es zu mehren gilt. Anleger können die aktuellen Depots der Profis, ihre Wertpapierkäufe und -verkäufe unter www.depot-contest.de mitverfolgen.

Wer wissen will, wie groß die Verunsicherung an der Börse derzeit ist, sollte einen Blick auf den Volatlitätsindex (VDax) werfen. Er gilt als Gradmesser für die Nervosität am deutschen Aktienmarkt, als Angstbarometer sozusagen. Seit Wochenbeginn kletterte der Index um mehr als fünf Prozent. Mittlerweile notiert er wieder bei mehr als 28 Prozentpunkten. Der Höchstwert lag in den vergangenen zwölf Monaten nur knapp darüber bei 29,32. 

Der Angstindex wird auf Basis der Verkaufs- und Kaufoptionen auf die 30 Dax-Werte berechnet. Je höher dieses Barometer notiert, desto mehr fürchten sich die Investoren vor Risiken. Im Vergleich zu den Turbulenzen nach der Lehman-Pleite im September 2008 liegt der Angstindex zwar immer noch auf niedrigem Niveau; damals stieg der VDax auf über 80. Dennoch zeigen die Ausschläge der vergangenen Tagen: die ruhigen Zeiten sind noch lange nicht vorbei.

Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen

Kommentare zu " DAB Depot Contest: "Der Dax-Boden ist noch nicht erreicht""

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  • Klar geht es weiter runter,ich habe meine eigene Theorie,hat seit 98 immer geklappt...

  • Ich verstehe Ihre Meinung. Doch es würde wenig nutzen, hier z.B. die Werte meines (Th.G.) Computermodells zu veröffentlichen. Sie könnten sie kaum einordnen. Eine Aussage hilft da wohl mehr; man muss ja nicht gleich von "Experten" sprechen, ich mag diesen Begriff auch nicht.

  • "Experten"? Ich denke es ist äussert fraglich jede Meinung eines sogenannten Experten zu veröffentlichen. Würde man alle Experten zusammen nehmen und eine Umfrage starten so wäre es wohl ein Gleichgewicht der Meinungen.

    Die Situation des DAX ist hier unklar, das macht den Reiz des Marktes. Nun kommt ein Phänomen welches, seit Roubini 2007/2008, immer häufiger zu sehen ist; als Experte, Analyst oder Manager steht man deutlich unter Druck. Die Meinung ist gefragt, jeder will wissen wo es hingeht. Diese Experten haben dann eine einfache Wahl: es geht hoch oder runter, die Chance ist also 50:50. Prognostizieren Sie eine Schwächephase obwohl der Markt nach oben läuft, so wird sich wohl niemand beschweren, der durchschnittliche Anleger setzt meistens auf steigende Kurse, "Short" ist für die Masse immer noch ein Fremdwort. Prognostiziert der Experte jedoch steigende Kurse und der Markt fällt, so wird er als inkompetent dargestellt.

    Es ist daher für sogenannte Experten immer leicht eine Bewegung nach unten vorauszusagen (obwohl der Markt schon über 600 Punkte von seinem Hoch abgegeben hat), denn sollte dies nicht eintreten wird es niemanden stören.

    Dies wirft jedoch die Frage auf wieviel so eine "Experten" Meinung wert ist?

    Ich denke man sollte hier lieber Artikel veröffentlichen die eine reine Analyse der Ist-Situation darstellen und keine Meinungsäusserungen Einzelner. Dies würde jedem wieder die Chance geben sich ein eigenes Bild zu machen...

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