DAB Depot Contest
Gold könnte wieder glänzen

Vermögensverwalter halten Gold aus mehreren Gründen die Treue. Im Kursanstieg der vergangenen Monate sehen sie allerdings eher eine Dollar-Schwäche als eine neue Gold-Stärke. Ein Kursrückgang? Unwahrscheinlich.
  • 0

Gold hat in den vergangenen Wochen seinem Nimbus als Krisenwährung alle Ehre gemacht: Seitdem der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un reihenweise Atomwaffen testet und US-Präsident Trump verbal aufrüstet, liegt der Kurs des Edelmetalls im Plus.

Gold setzt damit seinen Aufwärtstrend fort, seit Jahresbeginn hat es um rund 15 Prozent zugelegt. Aus Sicht deutscher Anleger hat die Erfolgsgeschichte allerdings einen Schönheitsfehler: Gold hat in US-Dollar gerechnet stark performt. In Euro steht in diesem Jahr allerdings nur wenig mehr als die schwarze Null. „Neben der politischen Verunsicherung hat primär der schwache US-Dollar zu dem freundlichen Goldpreis geführt“, sagt Burkhard Wagner von der Partners Vermögensmanagement (PVM) aus München. Sprich: Der Goldpreisanstieg entspricht in etwa dem Anstieg des Euros im Verhältnis zum Dollar, in den auf Euro lautenden Depots deutscher Anleger hat sich damit bislang unterm Strich nicht allzu viel getan.

Das könnte sich demnächst allerdings ändern, Vermögensverwalter halten Gold aus verschiedenen Gründen die Treue. PVM-Vorstand Wagner sieht mittelfristig vor allem steigende Goldkäufe in Asien als treibenden Faktor: In Indien hatten neue regulatorische Vorschriften in 2016 zu einem Einbruch bei der Nachfrage geführt, fürs kommende Jahr rechnen Experten wieder mit einem Anstieg. Indien gilt als einer der wichtigsten Märkte für Goldschmuck, der vor allem bei Hochzeiten traditionell verschenkt wird. „Ein großer Bevölkerungsanteil unter 25 Jahren und rund zehn Millionen Hochzeiten pro Jahr halten die Nachfrage dauerhaft hoch“, sagt Wagner. Auch Thomas Retzlaff von der Hallertauer Vermögensmanagement sieht den Goldpreis jenseits kurzfristiger politischer Effekte mittel- bis langfristig im Aufwind und hat dabei die Angebotsseite im Blick: „Gold erlebt derzeit wie auch andere Rohstoffe eine Trendwende“, sagt Retzlaff. „Aufgrund fehlender Investitionen in neue Goldminen wird der Rohstoff automatisch knapper und die Preise steigen. Zumindest so lange, bis alle wieder investieren und ein neuer Zyklus beginnt.“ Außerdem sieht Retzlaff im weiterhin niedrigen Zinsumfeld grundsätzlich gute Chancen für einen steigenden Goldpreis.

Die beiden Vermögensverwalter investieren nicht direkt in Gold, sondern in Aktien von Gold-Minenbetreibern. Größter Unterschied ist der Hebel: Der Goldpreis hat großen Einfluss auf die Gewinnentwicklung und damit auf den Aktienkurs der Minengesellschaften. Seitdem der Goldkurs im Jahr 2011 in die Knie gegangen ist, standen die Minenbetreiber unter starkem Druck und haben ihre Kosten gesenkt. Wenn der Preis wieder steigt, profitieren die Unternehmen umso mehr, so das Kalkül.

Seite 1:

Gold könnte wieder glänzen

Seite 2:

„Mir ist die Streuung wichtig“

Kommentare zu " DAB Depot Contest: Gold könnte wieder glänzen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%