DAB Depot Contest Gold könnte wieder glänzen

Vermögensverwalter halten Gold aus mehreren Gründen die Treue. Im Kursanstieg der vergangenen Monate sehen sie allerdings eher eine Dollar-Schwäche als eine neue Gold-Stärke. Ein Kursrückgang? Unwahrscheinlich.
  • André Schmidt-Carré
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Das Edelmetall ist gefragt. Quelle: dpa
Goldbarren

Das Edelmetall ist gefragt.

(Foto: dpa)

Gold hat in den vergangenen Wochen seinem Nimbus als Krisenwährung alle Ehre gemacht: Seitdem der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un reihenweise Atomwaffen testet und US-Präsident Trump verbal aufrüstet, liegt der Kurs des Edelmetalls im Plus.

Gold setzt damit seinen Aufwärtstrend fort, seit Jahresbeginn hat es um rund 15 Prozent zugelegt. Aus Sicht deutscher Anleger hat die Erfolgsgeschichte allerdings einen Schönheitsfehler: Gold hat in US-Dollar gerechnet stark performt. In Euro steht in diesem Jahr allerdings nur wenig mehr als die schwarze Null. „Neben der politischen Verunsicherung hat primär der schwache US-Dollar zu dem freundlichen Goldpreis geführt“, sagt Burkhard Wagner von der Partners Vermögensmanagement (PVM) aus München. Sprich: Der Goldpreisanstieg entspricht in etwa dem Anstieg des Euros im Verhältnis zum Dollar, in den auf Euro lautenden Depots deutscher Anleger hat sich damit bislang unterm Strich nicht allzu viel getan.

Hier lagert das meiste Gold der Bundesbank
Goldreserven in heimischen Tresoren
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Das ging schneller als gedacht: 2013 hatte die Bundesbank angekündigt, insgesamt 674 Tonnen Gold ihres 3.378 Tonnen schweren Goldschatzes bis 2020 aus Paris und New York nach Deutschland zu verfrachten. Schon drei Jahre früher, im Sommer 2017, war die Mission vollendet. Heute lagert etwas mehr als die Hälfte (50,6 Prozent beziehungsweise 1.710 Tonnen) der Bundesbank-Goldreserven in der Zentrale in Frankfurt.

Deutsche Bundesbank – Frankfurt am Main
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Die Heimhol-Aktion wurde gestartet, nachdem unter anderem der Ex-CSU-Politiker Peter Gauweiler sich öffentlich wunderte, ob die Goldreserven, die im Ausland lagern, tatsächlich auch vorhanden und echt sind. Nach Abschluss der Verlagerungen zeigte sich Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele überaus zufrieden: „Wir haben jeden Barren auf Echtheit und Gewicht geprüft. Es gab keine Beanstandungen.“

Federal Reserve Bank – New York City
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In den Tresoren der Federal Reserve Bank in New York lagern aktuell noch 1.236 Tonnen Gold – ein Anteil von 36,6 Prozent. Damit ist die US-Metropole der zweitgrößte Lagerplatz für Bundesbnak-Gold. Insgesamt 300 Tonnen Gold wurden zwischen 2013 und 2016 von New York nach Frankfurt gebracht.

Bank of England – London
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Bei der Bank of England in London lagern aktuell 432 Tonnen Gold oder 12,8 Prozent der deutschen Goldreserven. Aus London wurde bei der Aktion kein Gold nach Deutschland gebracht. Die britische Hauptstadt ist neben Frankfurt und New York einer von insgesamt drei Lagerorten für deutsche Goldreserven.

Banque de France – Paris
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Gänzlich aufgegeben wurde hingegen die Lagerung bei der Banque de France in Paris. Zwischen 2013 und 2017 wurden insgesamt 374 Tonnen Gold verfrachtet.

Das könnte sich demnächst allerdings ändern, Vermögensverwalter halten Gold aus verschiedenen Gründen die Treue. PVM-Vorstand Wagner sieht mittelfristig vor allem steigende Goldkäufe in Asien als treibenden Faktor: In Indien hatten neue regulatorische Vorschriften in 2016 zu einem Einbruch bei der Nachfrage geführt, fürs kommende Jahr rechnen Experten wieder mit einem Anstieg. Indien gilt als einer der wichtigsten Märkte für Goldschmuck, der vor allem bei Hochzeiten traditionell verschenkt wird. „Ein großer Bevölkerungsanteil unter 25 Jahren und rund zehn Millionen Hochzeiten pro Jahr halten die Nachfrage dauerhaft hoch“, sagt Wagner. Auch Thomas Retzlaff von der Hallertauer Vermögensmanagement sieht den Goldpreis jenseits kurzfristiger politischer Effekte mittel- bis langfristig im Aufwind und hat dabei die Angebotsseite im Blick: „Gold erlebt derzeit wie auch andere Rohstoffe eine Trendwende“, sagt Retzlaff. „Aufgrund fehlender Investitionen in neue Goldminen wird der Rohstoff automatisch knapper und die Preise steigen. Zumindest so lange, bis alle wieder investieren und ein neuer Zyklus beginnt.“ Außerdem sieht Retzlaff im weiterhin niedrigen Zinsumfeld grundsätzlich gute Chancen für einen steigenden Goldpreis.

Die beiden Vermögensverwalter investieren nicht direkt in Gold, sondern in Aktien von Gold-Minenbetreibern. Größter Unterschied ist der Hebel: Der Goldpreis hat großen Einfluss auf die Gewinnentwicklung und damit auf den Aktienkurs der Minengesellschaften. Seitdem der Goldkurs im Jahr 2011 in die Knie gegangen ist, standen die Minenbetreiber unter starkem Druck und haben ihre Kosten gesenkt. Wenn der Preis wieder steigt, profitieren die Unternehmen umso mehr, so das Kalkül.

„Mir ist die Streuung wichtig“
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