Das Andenland fällt positiv aus dem Rahmen
Chile profitiert vom steigenden Kupferpreis

Trotz seines kleinen Marktes mausert sich Chile zum Geheimtipp unter Lateinamerika-Analysten. Steigende Kupferpreise und eine verbesserte Weltkonjunktur werden sich in der offensten südamerikanischen Volkswirtschaft voll niederschlagen.

BUENOS AIRES. Die Gründe für das gute Abschneiden sind vielfältig: Chile ist laut Transparency International das am wenigsten korrupte Land in Südamerika. Einer weiteren internationalen Untersuchung zufolge weisen die Chilenen auch die höchste Transparenz in der Haushaltspolitik auf. Und schließlich hat sich Chile am stärksten für den Außenhandel geöffnet. Die Exportindustrie repräsentiert 60 % des BIP, etwa 65 Mrd. $ pro Jahr. Das Land hat Freihandelsabkommen mit den USA, der EU und Südkorea abgeschlossen.

„Die wirtschaftlichen Aussichten sind gut für Chile“, meint Michael Gavin von UBS-Warburg, der chilenische Staatsanleihen deshalb übergewichtet. Die Landesbank Baden Württemberg rät bei der Euro-Anleihe Chiles zum Halten. Nach Jahren schwachen Wachstums zieht die Wirtschaft kräftig an. Die Wachstumszahlen im September übertrafen mit 4,2 % im Vergleich zu September 2002 die Erwartungen.

Auch bei den Risikoaufschlägen auf die Staatsanleihen fällt das Land aus dem Rahmen: Die Spreads setzen immer neue Tiefstrekorde und liegen nur noch bei 0,8 %. Das Andenland hat dabei das beste Rating in ganz Lateinamerika. Standard & Poor's und Fitch bewerten die Kreditwürdigkeit Chiles mit A-, Moody's mit Baa1. Das entspricht dem begehrten „Investment Grade“.

José Carlos de Faria von der Deutschen Bank weist zudem auf die hohen Kupferpreise hin. Damit sind auch „die Aussichten für den chilenischen Peso positiv“. Chile ist der größte Kupferproduzent der Welt, das rote Metall stellt 40 % seiner Exporte. Der Währungskurs bewegt sich traditionellerweise im Gleichklang mit den Kupferpreisen.

Analysten vergleichen Chiles Aktien- und Devisenmarkt gern mit denen von Australien. Beide Märkte sind stabil, doch stark auf Rohstoffe und Landwirtschaft ausgerichtet. Auf Chile spezialisierte Investment- Fonds gibt es nicht. Ausländische Anleger können aber über die an US-Börsen notierten ADR (American Depositary Receipt) einsteigen.

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