Das Orakel wird vorsichtig

Warren Buffett hortet Bargeld

Der bekannte Milliardär traut den Börsen derzeit nicht allzu viel. Seine Firma hortet so viel Bargeld wie schon lange nicht mehr. Aktien dagegen hat Buffett zuletzt verkauft. Eine Branche stand dabei besonders im Fokus.
22 Kommentare
Warren Buffett verkauft Konsum-Aktien. Quelle: Reuters

Warren Buffett verkauft Konsum-Aktien.

(Foto: Reuters)

New YorkDie Investmentholding Berkshire Hathaway Inc. des legendären Milliardärs Warren Buffett hat im zweiten Quartal die höchsten Barbestände seit einem Jahr offen gelegt. Buffett trennte sich überdies vermehrt von Konsumaktien.

Der Barbestand von Berkshire stieg nach den Angaben einer Mitteilung an die Regulierungsbehörden mit Datum vom 3. August im zweiten Quartal um 7,5 Prozent auf 40,7 Mrd. Dollar, wie die Holding aus Omaha im Bundesstaat Nebraska jetzt mitteilte. Unter dem Strich trat Berkshire als Verkäufer von Aktien auf und trennte sich von Konsum- und Einzelhandelswerten, während in der Finanzbranche sowie bei “Handels-, Industrie- und anderen Branchen” aufgestockt worden sei. Bestimmte Einzelaktien wurden von Berkshire aber nicht ausdrücklich genannt.

“Warum sollte man Aktien behalten, die ihren Zweck erfüllt haben und gestiegen sind?”, fragte Tom Russo, Partner bei Gardner Russo & Gardner. In einem Telefongespräch mit Bloomberg News. Einige Konsumaktien seien “auf verschiedene Art angeschlagen”, sagte er.

Der 81 Jahre alte Buffett hatte bereits zuvor von Schwierigkeiten mit den Konsumwerten in seinem Aktienportfolio im Umfang von 86,2 Mrd. Dollar gesprochen, in dem sich Titel von Johnson & Johnson, Procter & Gamble Co. und Kraft Foods Inc. befinden. Zugekauft wurden unter anderem Anteile an der US-Bank Wells Fargo & Co.

Buffett will nach eigenen Angaben einmal im Jahr eine gute Idee für Zukäufe nutzen und hatte im Mai erklärt, eine größere Übernahme im Volumen von 22 Mrd. Dollar sei nicht zu Stande gekommen. Seit der Übernahme des Motoren-Additiveherstellers Lubrizol Corp. für rund neun Mrd. Dollar im Jahre 2011 hatte Berkshire keine größere Übernahme mehr vollzogen.

"Der Euro ist in Gefahr"
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

22 Kommentare zu "Das Orakel wird vorsichtig: Warren Buffett hortet Bargeld "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ja, leider ist eben dem Grossteil des deutschen Volkes immer noch nicht ein Licht aufgegangen - wird wohl noch dauern, oder auch gar nicht mehr! Traurig aber wahr!

  • Der Absatz der Unternehmen geht nun schon Jahren kontinuierlich zurück. Bis jetzt konnten die Unternehmen die Produktpreise stabil halten bzw. jährlich erhöhen um auf dem Papier die nicht gewollte Deflation auszuschließen. Aber die Bargeldreserven der Unternehmen dürften bald erschöpft sein. Sie müssen dann, ob sie wollen oder nicht die Produktpreise senken. Dann tritt die Deflation mit Sicherheit ein. Dann geht alles runter und das Ziel über die Inflation die Staatsschulden abzubauen rückt in weite Ferne. Dann kommt das Elend und lange nichts anderes. Ein Wunder, das die deutschen Bürger noch so ruhig sind. Ich spreche hier von der Allgemeinheit. Eigentlich ein Zeichen schlechter Bildung und mangelndes Interesse an der Zukunft!

  • Buffett spekuliert nicht. Buffett ist ein - wenn nicht der - Parade-Langfrist-INVESTOR. Er kauft sich in Unternehmen ein, die seiner Ansicht nach fundamental unterbewertet sind, und hält diese Positionen in der Regel viele Jahre. Der große Bargeldbestand ist auch kein Taktieren, sondern deutet auf einen Mangel an momentan günstigen Investmentmöglichkeiten hin.

  • Er weiss schon warum er nicht in diesen Aktien einsteigt. Würde ich auch nicht.

    Die Produktionskapazitäten sind in den letzten Jahren mehr als der Verbrauch gestiegen. Dazu kommt, dass die zukünftigen Energiepreise garade diesen Bereich das Leben noch schwer machen wird.

  • Mal ne Frage:
    Was machste mit einem grossen Koffer Geld? Bringst du den Eigentümer um ?

  • Jaja, da wird gedruckt und gedruckt, überall auf der Welt.. Und wohin fließt das neugedruckte Papier? In die Börse..
    Die Börse ist befriedigt.. So holt man sich einen runter...

  • Ich kenne niemanden, der im hohen Aler noch angefangen hat, Briefmarken zu sammeln. So wird Buffett weiterhin das tun, was er bisher und maßgeblich versucht hat: Weiter spekulieren. Das Halten von Barvermögen läßt darauf schließen, daß er eine deflatorisch-rezessive Entwicklung von Realwirtschaft und Anlageprodukten, welche er bevorzugt, erwartet. Sein Taktieren bestätigt mich in der Annahme, daß niemand am Verfall des USD intressiert ist, der ihn selber besitzt. Damit ist aber der Verfall nicht aufzuhalten.

  • In Dollar gehalten vorübergehend noch ja, in Euro wahrscheinlich nicht. Sieht immer mehr nach einer Gemeinschaftsentschuldung aus, wobei uns der Euro das Genick brechen könnte. Amerikanische Großbanken steigen zunehmend vom Euro aus. Buffet könnte vorhaben, mit Dollars europäische Realgüter zu kaufen. Oder er vertraut in gar nichts mehr und hält das Geld einfach zurück, wobei dann eine Umlaufsicherung her muss, die aber nicht die übliche Inflation sein dürfte. Bei Realgüteraufkauf müsste allerdings großzügig enteignet werden, weil der Reichtum schon jetzt zu groß ist und sich dadurch noch vergrößerte. Die Angleichung der verschiedenen Bürgerschichten muss bald vollzogen werden, sonst könnten wir in Kriege schlittern.

  • Nein, nein. Das mit der Inflation ist doch nicht ganz so gradlinig, wie es zu sein scheint. Das Übermaß der EZB-Gelder fließen sowieso nur direkt oder indirekt zu den Banken bzw. hinter diesen stehende Institutionen/Personen.
    Soviel mir bekannt ist, werden z.Zt. normale Bankkredite nur bei hohen Sicherheiten gegeben. In Griechenland z.B. ist die Depression in vollen Gange, wenn auch die Preise komischer weise nach Oben ziehen (hat jemand für dieses Phänomen eine vernünftige Erklärung?).
    Wahrscheinlich werden auch in Deutschland einige Steuern erhöht. Woher (Bares) nehmen - womöglich bei sinkender Konjunktur -, wenn nicht stehlen... wird es dann ringsum heißen.
    So kann es durchaus sein, dass demnächst viel Bares auf der Hand, den wirklichen Boss ausmachen wird

  • Er gehört zu den Menschen, die es als persönliche und äußerst unwahrscheinliche Frechheit Gottes ansehen, sie zum Teufel zu schicken ;-)
    Da kenne ich viele .........

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%