Das Orakel wird vorsichtig
Warren Buffett hortet Bargeld

Der bekannte Milliardär traut den Börsen derzeit nicht allzu viel. Seine Firma hortet so viel Bargeld wie schon lange nicht mehr. Aktien dagegen hat Buffett zuletzt verkauft. Eine Branche stand dabei besonders im Fokus.
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New YorkDie Investmentholding Berkshire Hathaway Inc. des legendären Milliardärs Warren Buffett hat im zweiten Quartal die höchsten Barbestände seit einem Jahr offen gelegt. Buffett trennte sich überdies vermehrt von Konsumaktien.

Der Barbestand von Berkshire stieg nach den Angaben einer Mitteilung an die Regulierungsbehörden mit Datum vom 3. August im zweiten Quartal um 7,5 Prozent auf 40,7 Mrd. Dollar, wie die Holding aus Omaha im Bundesstaat Nebraska jetzt mitteilte. Unter dem Strich trat Berkshire als Verkäufer von Aktien auf und trennte sich von Konsum- und Einzelhandelswerten, während in der Finanzbranche sowie bei “Handels-, Industrie- und anderen Branchen” aufgestockt worden sei. Bestimmte Einzelaktien wurden von Berkshire aber nicht ausdrücklich genannt.

“Warum sollte man Aktien behalten, die ihren Zweck erfüllt haben und gestiegen sind?”, fragte Tom Russo, Partner bei Gardner Russo & Gardner. In einem Telefongespräch mit Bloomberg News. Einige Konsumaktien seien “auf verschiedene Art angeschlagen”, sagte er.

Der 81 Jahre alte Buffett hatte bereits zuvor von Schwierigkeiten mit den Konsumwerten in seinem Aktienportfolio im Umfang von 86,2 Mrd. Dollar gesprochen, in dem sich Titel von Johnson & Johnson, Procter & Gamble Co. und Kraft Foods Inc. befinden. Zugekauft wurden unter anderem Anteile an der US-Bank Wells Fargo & Co.

Buffett will nach eigenen Angaben einmal im Jahr eine gute Idee für Zukäufe nutzen und hatte im Mai erklärt, eine größere Übernahme im Volumen von 22 Mrd. Dollar sei nicht zu Stande gekommen. Seit der Übernahme des Motoren-Additiveherstellers Lubrizol Corp. für rund neun Mrd. Dollar im Jahre 2011 hatte Berkshire keine größere Übernahme mehr vollzogen.

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  • ja, leider ist eben dem Grossteil des deutschen Volkes immer noch nicht ein Licht aufgegangen - wird wohl noch dauern, oder auch gar nicht mehr! Traurig aber wahr!

  • Der Absatz der Unternehmen geht nun schon Jahren kontinuierlich zurück. Bis jetzt konnten die Unternehmen die Produktpreise stabil halten bzw. jährlich erhöhen um auf dem Papier die nicht gewollte Deflation auszuschließen. Aber die Bargeldreserven der Unternehmen dürften bald erschöpft sein. Sie müssen dann, ob sie wollen oder nicht die Produktpreise senken. Dann tritt die Deflation mit Sicherheit ein. Dann geht alles runter und das Ziel über die Inflation die Staatsschulden abzubauen rückt in weite Ferne. Dann kommt das Elend und lange nichts anderes. Ein Wunder, das die deutschen Bürger noch so ruhig sind. Ich spreche hier von der Allgemeinheit. Eigentlich ein Zeichen schlechter Bildung und mangelndes Interesse an der Zukunft!

  • Buffett spekuliert nicht. Buffett ist ein - wenn nicht der - Parade-Langfrist-INVESTOR. Er kauft sich in Unternehmen ein, die seiner Ansicht nach fundamental unterbewertet sind, und hält diese Positionen in der Regel viele Jahre. Der große Bargeldbestand ist auch kein Taktieren, sondern deutet auf einen Mangel an momentan günstigen Investmentmöglichkeiten hin.

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