Dax 2016 - Gewinner und Verlierer Achtung, Risiko!

Für Dax-Anleger scheint das Jahr versöhnlich zu enden. Der deutsche Leitindex eilt von Jahreshoch zu Jahreshoch. Doch wer auf Einzelaktien setzt, geht ein hohes Risiko ein – und ignoriert das A und O der Geldanlage.
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Besondere Strategie: Hotel-Suchmaschine wagt den Börsengang

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DüsseldorfWer hätte das gedacht: Nach dem völlig verpfuschten Jahresauftakt, hat es der Dax doch noch ins Plus geschafft. Es war immerhin der schwächste Start in ein Börsenjahr, den der Dax jemals aufs Parkett gelegt hat. Um mehr als 20 Prozent ging es in den ersten Wochen des Jahres abwärts. Die Erholung folgte zwar recht schnell, aber so wirklich in die Gänge kam der Dax nicht.

Im Gegensatz zu anderen Indizes wie beispielsweise dem amerikanischen Dow Jones, der 2016 mehr als 13 Prozent zulegte, hinkt der deutsche Leitindex deutlich hinterher. Nur etwas mehr als vier Prozent liegt der Dax in diesem Jahr im Plus. Das ist noch kein besonders gutes Ergebnis – Gold beispielsweise war mit mehr als sieben Prozent Zuwachs das bessere Investment –, aber die Jahresendrally könnte noch weitergehen.

Hatten Anleger auf die drei Topwerte gesetzt hätten, konnten sie sich über satte Gewinne freuen: Die Aktie des Sportartikel-Herstellers Adidas hat binnen Jahresfrist gut 60 Prozent zugelegt. Die Aktien des Stahlkonzern Thyssen-Krupp schafften immerhin ein Plus von 28 Prozent, dicht gefolgt von Siemens mit 27 Prozent.

Zugegeben, nur drei Werte im Depot zu haben, das wäre nicht nur sehr übersichtlich, sondern vor allem ganz schön riskant. Und die Gewinner des aktuellen Jahres müssen nicht zwangsläufig die Gewinner der kommenden Monate sein. Die Favoriten der Investoren ändern sich. Liegt ein Anleger nur mit einer Aktie falsch, stehen 33 Prozent seines investierten Vermögens im Feuer.

Nicht umsonst sagte der legendäre John Templeton einst: „Der einzige Investor, der nicht diversifizieren sollte, ist derjenige, der immer 100 Prozent richtig liegt.“ Nun überrascht diese Aussage aus seinem Mund natürlich nicht, schließlich hat er den Aktienfonds erfunden.

Das runderneuerte Portfolio von Warren Buffett

AMERICAN AIRLINES GROUP INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US02376R1023
Börse
L&S

+0,57 +1,39%
+41,29€
Chart von AMERICAN AIRLINES GROUP INC. REGISTERED SHARES DL -,01
American Airlines
1 von 49

Neu im Portfolio

Fast alle Airlines in den USA haben in den vergangenen Jahren Schwächephasen durchlitten, gingen durch Insolvenzverfahren oder fusionierten, um im Wettbewerb mithalten zu können. Das hat Starinvestor Warren Buffett lange davon abgehalten, in Fluggesellschaften zu investieren. Doch jetzt holt er gleich vier Titel ins Portfolio. Einer lautet American Airlines – Marktführer im US-Geschäft. Buffett hat Papiere für fast 800 Millionen Dollar des Unternehmens erworben.

Buffetts Anteile: mehr als 21,7 Millionen Stück
Veränderung im dritten Quartal 2016: neu im Portfolio

Quelle aller Angaben: 13-F-Pflichtveröffentlichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC für das dritte Quartal 2016 (nur US-Aktien). Stand: 15. November 2016.

DELTA AIR LINES INC. REGISTERED SHARES DL -,0001

WKN
ISIN
US2473617023
Börse
L&S

+0,20 +0,48%
+42,45€
Chart von DELTA AIR LINES INC. REGISTERED SHARES DL -,0001
Delta Airlines
2 von 49

Neu im Portfolio

Bei Delta Airlines ist Buffett mit fast 250 Millionen Dollar eingestiegen. In einem Fernsehinterview wollte Buffett nicht sagen, weshalb seine Holding-Gesellschaft Berkshire Hathaway jetzt solche großen Stücke auf Luftfahrt-Werte setzt.

Buffetts Anteile: mehr als 6,3 Millionen Stück
Veränderung im dritten Quartal 2016: neu im Portfolio

UNITED CONTINENTAL HOLDG. INC. REGISTERED SHARES DL-,01

WKN
ISIN
US9100471096
Börse
L&S

-2,70 -5,08%
+53,08€
Chart von UNITED CONTINENTAL HOLDG. INC. REGISTERED SHARES DL-,01
United Continental
3 von 49

Neu im Portfolio

Von United Continental hat Buffett im dritten Quartal des Jahres Aktien im Wert von fast 240 Millionen Dollar auf die Bücher genommen.

Buffetts Anteile: mehr als 4,5 Millionen Stück
Veränderung im dritten Quartal 2016: neu im Portfolio

SOUTHWEST AIRLINES CO. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
US8447411088
Börse
L&S

+1,05 +2,30%
+46,72€
Chart von SOUTHWEST AIRLINES CO. REGISTERED SHARES DL 1
Southwest Airlines
4 von 49

Neu im Portfolio

Erst nach dem Stichtag 30. September hat Buffett Anteile am Billigflieger Southwest erworben. Per TV-Interview gab er aber auch diese Beteiligung bekannt, da er sich schrecklich fühlen würde, wenn über seine Airline-Käufe berichtet würde, ohne Southwest zu berücksichtigen.

Ein erfolgloses Investment in US Airways von 1989 bis 1995 (75 Prozent Verlust) soll Sodbrennen bei dem Milliardär ausgelöst haben – und seitdem hielt er die Branche für gefährlich für Anleger und nannte sie "eine Todesfalle für Anleger".

Buffetts Anteile: unbekannt
Veränderung im dritten Quartal 2016: nach dem Stichtag 30.9. ins Portfolio genommen

Media General

WKN
ISIN
Börse

Chart von Media General
Media General
5 von 49

Aus dem Depot geflogen

Das Medienunternehmen Media General hat Warren Buffett aus seinem Portfolio geworfen. Er verkaufte im dritten Quartal alle 3,47 Millionen Papiere, die er besessen hatte. Im Jahr 2012 hatte Buffett die Position an dem Zeitungskonzern aufgebaut, doch er hat seinen Glauben in eine Wiederbelebung des Geschäfts verloren.

Buffetts Anteile: 3,47 Millionen Stück
Veränderung im dritten Quartal 2016: minus 100 Prozent

SUNCOR ENERGY INC. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
CA8672241079
Börse
L&S

+1,65 +6,23%
+27,68€
Chart von SUNCOR ENERGY INC. REGISTERED SHARES O.N.
Suncor
6 von 49

Aus dem Depot geflogen

Das kanadische Energieunternehmen Suncor investiert unter anderem in Schieferöl-Projekte. Die Fracking-Industrie steht wegen des Ölpreis-Verfalls unter Druck. Deswegen hat Buffett die Position aus dem Portfolio geräumt. Zuletzt hatte er noch 22,28 Millionen Aktien besessen.

Buffetts Anteile: 0
Veränderung im dritten Quartal 2016: minus 100 Prozent

WALMART INC. REGISTERED SHARES DL -,10

WKN
ISIN
US9311421039
Börse
L&S

-0,27 -0,32%
+84,17€
Chart von WALMART INC. REGISTERED SHARES DL -,10
Wal-Mart
7 von 49

Anteil drastisch reduziert

Der größte US-Einzelhändler Wal-Mart war lange ein fester Bestandteil in Warren Buffetts Depot. Im zweiten und dritten Quartal reduzierte er jedoch die Beteiligung deutlich. Dabei liegt die Aktie seit Jahresbeginn mehr als zehn Prozent im Plus. Die verbleibenden Papiere sind aber immer noch 870 Millionen Euro wert.

Buffetts Anteile: 12,97 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: minus 67,75 Prozent

Doch das mindert nicht die Gültigkeit seiner Aussage. Im Gegenteil. „Dieser Spruch ist nicht nur eine Börsenweisheit, sondern ein zeitloser Grundsatz gewinnbringender Geldanlage“, sagt Anja Welz, Vorstand bei der Laureus Privat Finanz, einer Tochter der genossenschaftlichen Sparda Bank West.

Risikostreuung – im Börsendeutsch Diversifikation – ist das A und O der Geldanlage. Oder um eine andere Börsenweisheit zu zitieren: „Lege nicht alle Eier in einen Korb.“ Schließlich wären alle Eier kaputt, würde der Korb herunterfallen. Sicherer ist es, die Eier auf mehrere Körbe zu verteilen. Es werden schon nicht alle gleichzeitig auf dem Boden landen.

Kein Investor liegt immer richtig

Vom Freud und Leid der T-Aktionäre
Anfang 1995 und 18. November 1996
1 von 30

Anfang 1995 wird die Deutsche Bundespost Telekom in eine AG umgewandelt. Ron Sommer, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, ist selbstverständlich persönlich dabei, als am 18. November 1996 die DT1-Aktie erstmals an der Börse notiert. 1,9 Millionen Privatanleger erwerben die Aktie zum Erstausgabepreis von 28,50 DM (14,57 Euro). 650.000 von ihnen investieren zum ersten Mal in Aktien. In die Kasse der junge AG spült der Börsengang insgesamt zehn Milliarden Euro. Für Erstzeichner sollte sich die Kursentwicklung der T-Aktie als nervenaufreibendes Nullsummenspiel erweisen. Nur dank der Dividenden steht unter dem Strich letztlich ein mageres Plus.

28. Juni 1999
2 von 30

Bei der zweiten Tranche der T-Aktie mussten Anleger schon einen Ausgabepreis von 39,50 Euro berappten. Die sogenannte DT2-Aktie wird mit einem Gesamterlös von 10,8 Milliarden Euro erstnotiert. Die Platzierung richtet sich an Privatanleger aus allen damaligen Euro-Ländern.1,7 Millionen Menschen erwerben die Aktie, davon mehr als 600.000 aus den Euro-Teilnehmerstaaten.

06. März 2000
3 von 30

Die T-Aktie erreicht einen Höchstwert von 103,50 Euro.

17. April 2000
4 von 30

Die Telekom bringt die Tochterfirma T-Online an die Börse. Der Ausgabepreis beträgt 27 Euro.

19. Juni 2000
5 von 30

T-Aktie zum Dritten: Weil die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ihren Telekom-Beteiligung von etwa 22 auf 15 Prozent verringert, haben Anleger erneut die Chance, frische T-Aktien zu erwerben. Dafür sind sie bereit, sage und schreibe 66,50 Euro zu zahlen. Der Gesamterlös aus der Erstnotiz der DT3-Aktie summiert sich damit auf 13 Milliarden Euro. Die Bevorzugung von Privatanlegern wird beim dritten Börsengang auch auf die USA, Kanada und Japan ausgeweitet.

31. Juli 2000
6 von 30

Die UMTS-Mobilfunkauktion beginnt. Die Telekom ersteigert drei Wochen später eine von sechs Lizenzen und muss dafür mehr als 8,5 Milliarden Euro bezahlen.

21. Februar 2001
7 von 30

Die Telekom korrigiert ihr Immobilienvermögen um zwei Milliarden Euro nach unten. Die Wertberichtigung löst eine Welle von Protesten und Klagen gegen den Vorstand aus. Anwälte vermuten, dass dieser Umstand dem Konzern bereits vorher bekannt gewesen sein muss. Vor allem Anleger des dritten Börsengangs fühlen sich getäuscht. Im selben Jahren erwirbt die Telekom die amerikanischen Mobilfunkunternehmen Voicestream und Powertel für circa. 39 Milliarden Euro (inklusive übernommener Schulden). Ein Preis, der die Schuldenlast der Telekom erheblich vergrößert. Anleger reagieren empört.

Ähnlich läuft es mit der Geldanlage: Wer sein Vermögen nur in wenige Einzeltitel und dann auch noch in nur eine Anlageklasse – also einen Korb – investiert, geht ein enormes Risiko ein. Schließlich ist die Entwicklung des Portfolios dann auch nur von dieser Assetklasse abhängig. Stürzen die Aktienbörsen weltweit ab, rauscht auch der Depotwert in die Tiefe. Wer breiter investiert, also sein Geld auf Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien verteilt, kann den Absturz einzelner Anlageklassen besser abfedern. Denn der einzelne Korb hat dann weniger Gewicht. Es ist weniger drin, was kaputtgehen kann.

Welcher Korb, um im Bild zu bleiben, runterfällt und ob dann auch alle Eier kaputt gehen, können Anleger nicht hundertprozentig wissen. „Die Zukunft ist, quasi per Definition, nicht deterministisch – eine solche Glaskugel muss leider noch erfunden werden.“, sagt auch Goran Vasiljevic, Leiter Investment-Management bei der Vermögensverwaltung Lingohr & Partner. „Unwägbarkeiten müssen in einem Entscheidungsprozess verarbeitet werden, damit eine geringe Anzahl von Fehleinschätzungen sich nicht zu negativ auf das Investmentresultat auswirkt.“ Und deshalb sollten Anleger niemals alles auf eine Karte setzen.

Niels Nauhauser geht sogar noch weiter. Auch den Investor, der immer zu 70 Prozent richtig liegt, gibt es nicht, ist der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg überzeugt. „Dafür hängt viel zu vieles tatsächlich nur vom Zufall ab“, sagt er. „Diversifikation eliminiert einen Großteil der Risiken, die nicht kontrollierbar und nicht vorhersehbar sind.“ Die Risikostreuung ist die goldene Regel der Kapitalanlage, preisgekrönt noch dazu. Der Amerikaner Harry Markowitz bekam für seine moderne Portfoliotheorie im Jahr 1990 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.

So viel schütten die Dax-Unternehmen aus

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

-66,36 -0,53%
Chart von DAX ®
Dax
1 von 31

Die diesjährigen Hauptversammlungen der 30 Dax-Konzerne versprechen rekordhohe Ausschüttungen – insgesamt knapp 31 Milliarden Euro. Voraussichtlich 21 Konzerne erhöhen ihre Dividende.

Die Rendite im Dax liegt im Mittel seit dem Jahr 2004 bei gut drei Prozent. Sehen Sie die Einschätzung zur Dividende – sortiert nach der (geschätzten) Höhe der Dividendenrendite aller Firmen.

Mehr dazu lesen Sie auch in dieser ausführlichen Handelsblatt-Analyse.

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
L&S

-0,02 -0,06%
+31,51€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Pro Sieben Sat1
2 von 31

Pro Sieben Sat1: Die höchste Dividendenrendite gibt es direkt vom Dax-Aufsteiger 2016. Mit erwarteten 1,91 Euro je Aktie schüttet das Medienunternehmen damit 80 bis 90 Prozent des bereinigten Konzernüberschusses aus. Das ist für Dax-Unternehmen jedoch die absolute Ausnahme.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 1,80 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 1,91 Euro
Dividendenrendite 2017*: 4,9 Prozent

*geschätzt

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
L&S

+1,39 +2,01%
+70,39€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
3 von 31

Daimler: Der Automobilkonzern aus Stuttgart ist auch deswegen interessant, weil die Experten hier in diesem Jahr mit der höchsten Ausschüttungssumme rechnen – nämlich bis zu 3,5 Milliarden Euro.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 3,25 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 3,25 Euro
Dividendenrendite 2017*: 4,6 Prozent

*geschätzt

ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008404005
Börse
L&S

+0,10 +0,05%
+190,94€
Chart von ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Allianz
4 von 31

Allianz: Der Versicherungskonzern aus München glänzt auch in diesem Jahr wieder mit einer stattlichen Dividendenrendite. In den letzten zwölf Monaten konnte der Kurs der Aktie um gut sechs Prozent zulegen.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 7,30 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 7,50 Euro
Dividendenrendite 2017*: 4,82 Prozent

*geschätzt

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
L&S

+0,60 +0,33%
+182,97€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Münchener Rück
5 von 31

Münchener Rück, ein Dividenaristokrat: Seit 1969 hat der Rückversicherer aus München seine Dividende nicht mehr gesenkt und pflegt damit die wohl längste Tradition im Dax. Daher ist es eher unwahrscheinlich, dass sich das im kommenden Jahr ändern wird.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 8,25 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 8,50 Euro
Dividendenrendite 2017*: 4,9 Prozent

*geschätzt

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
L&S

-0,83 -0,94%
+87,17€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
BMW
6 von 31

BMW: Der Autobauer aus München darf für das abgelaufene Jahr wieder von einem Rekordgewinn ausgehen. Der Grund: Die teure 7er-Reihe verkaufte sich hervorragend. Der Konzern würde damit zum siebten Mal in Folge seine Ausschüttung erhöhen – wenn auch nur leicht.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 3,20 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 3,23 Euro
Dividendenrendite 2017*: 3,7 Prozent

*geschätzt

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
L&S

-0,07 -0,54%
+13,17€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Telekom
7 von 31

Deutsche Telekom: Die Aktie des Telekommunikationsunternehmens aus Bonn hat sich seit Anfang Dezember wieder erholt. Die Aktionäre können sich entscheiden, ob sie die Dividende ausgezahlt oder als neues Aktienpaket bekommen wollen. Im vergangenen Jahr wollten 41 Prozent der Anleger neue Aktien.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 0,55 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 0,60 Euro
Dividendenrendite 2017*: 3,7 Prozent

*geschätzt

Auch wenn diese Theorie heute nicht mehr ganz unumstritten ist – schließlich stürzten in der Finanzkrise alle Anlageklassen gleichzeitig ab –, hat sie doch noch immer sehr viele Anhänger. Finanzexperte Nauhauser nennt die Vorteile. „Mal laufen die Aktienmärkte prima, mal zieht sich eine Durstrecke am Aktienmarkt über zehn oder 20 Jahre hinweg“, sagt er. „Dann ist es gut, solide Zinserträge aus sicheren Geldanlagen zu haben.“ Die Finanzkrise habe auch eindrucksvoll gezeigt, dass der Goldpreis eine gute Absicherung sei, wenn Staaten nahe einer Pleite seien oder das Finanzsystem zu kollabieren drohe. „Wer Zinspapiere, Aktien, Gold und Immobilien hat, ist langfristig auf der sicheren Seite“, so Nauhauser. Er rät Anlegern von Einzeltitel ab und empfiehlt statt besser Investmentfonds, insbesondere Indexfonds. Sie enthalten sehr viele Einzeltitel und Anleger können das Risiko so bereits recht gut streuen.

Zu viel Vereinfachung kann teuer werden

Die besten Börsenweisheiten
André Kostolany, Spekulant
1 von 33

„Ein Mann kann zwischen mehreren Methoden wählen, sein Vermögen loszuwerden: Am schnellsten geht es am Roulette-Tisch, am angenehmsten mit schönen Frauen und am dümmsten an der Börse.“

Warren Buffett, Investmentlegende
2 von 33

„Preis ist, was man bezahlt. Wert ist, was man bekommt.“

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel zu dieser Börsenweisheit: Billig, teuer oder fair bewertet?

André Kostolany, Investmentaltmeister
3 von 33

„Die Börsenspekulation ist wie eine Skatpartie. Man muss mit guten Karten mehr gewinnen als man mit schlechten Karten verliert.“

Lesen Sie den vollständigen Artikel zu dieser Börsenweisheit hier: Die Börsenspekulation ist wie eine Skatpartie.

Alte Börsenweisheit
4 von 33

„Politische Börsen haben kurze Beine“

Als die Schotten über ihre Unabhängigkeit abstimmten, wurde es an den Märkten unruhig. Taugt die Börsenweisheit noch heute etwas? Lesen Sie den vollständigen Artikel zur Börsenweisheit hier: Politische Börsen haben kurze Beine. Oder nicht?

Alte Börsenweisheit
5 von 33

„Besitzer von Zinspapieren schlafen gut. Aktionäre hingegen leben gut.“

Inwieweit gilt diese Börsenweisheit noch in Zeiten des Niedrigzinses? Lesen Sie hier den vollständigen Artikel zur Börsenweisheit: Ruhiger Schlafen dank Anleihen? Von wegen!

Alte Börsenweisheit
6 von 33

„Die Hausse nährt die Hausse.“

Übersetzt heißt das nichts anderes, als dass gute Stimmung an der Börse ansteckend ist – und die Kurse weiter steigen. Lesen Sie den vollständigen Artikel zur Börsenweisheit hier: Die Hausse nährt die Hausse.

Warren Buffett, Investmentlegende
7 von 33

„Risiko entsteht dann, wenn Anleger nicht wissen, was sie tun“.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel zu dieser Börsenweisheit: Das gefährliche Unwissen

Mit der Streuung kann man es aber auch übertreiben. „Diversifizierung nur um der Diversifizierung willen ist auch keine Lösung“, warnt Lingohr-Experte Vasiljevic. „Denn viele schlechte Investments ohne Analyse und Prozess können auch keine guten Resultate herbeiführen.“ Auch Christoph Bruns, Fondsmanager und Mitinhaber der Fondsgesellschaft Loys warnt vor zu viel Diversifikation: „Wer nämlich zu breit angelegt ist, der hat kaum Aussichten auf attraktive Wertzuwächse“, sagt er. „Hier die goldene Mitte zu finden, ist die Kunst im Asset Management.“ Streuung sei zwar der Königsweg, um das Risiko zu minimieren, aber es gehe bei der Kapitalanlage nur in zweiter Linie um Risikovermeidung.  Wichtiger sei die Gesamtstrategie. Und die sollte eben kein wildes Sammelsurium aus möglichst vielen Anlageklassen und Einzeltiteln sein.

Privatanleger neigen aber eher dazu, auf Diversifikation zu verzichten, hat Welz beobachtet. Sie bevorzugen es übersichtlich und einfach. „Da sie ihr Portfolio selbst verwalten, wollen sie sich nicht um zu viele Anlagen kümmern und diversifizieren kaum“, sagt sie. „Diese Vereinfachung kann jedoch sehr teuer werden. Diversifikation ist die beste Versicherung an der Börse.“

Denn wer nicht streut, macht unweigerlich mit der Börsenweisheit Templetons Bekanntschaft und wird Geld verlieren. Viele Anleger haben diese Erfahrung bereits gemacht. „Der Aktienverdruss vieler Deutscher lässt sich auf die Missachtung dieses Grundsatzes zurückführen“, ist Finanzexpertin Welz überzeugt. „Wer während des Dotcom-Crashs oder der Finanzkrise 2008 kein diversifiziertes Portfolio besaß, musste dies auf die schmerzhafte Tour lernen.“ Viele hätten auf die Misserfolge am Aktienmarkt mit Abstinenz reagiert, was die geringe Aktionärsquote von rund sechs Prozent in Deutschland eindrucksvoll bestätigen würde. „Doch Abstinenz ist nicht lukrativ und Anleger, die nicht am Aktienmarkt teilnehmen, profitieren nicht vom Aufschwung der Wirtschaft“, sagt sie. Stattdessen sollten Anleger dazulernen und die goldene Regel der Kapitalanlage verinnerlichen: Diversifikation. Denn das Siegerdepot mit den drei Topwerten des Jahres nennen wohl die wenigstens Anleger ihr Eigen ­– so verlockend es auch wäre.

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9 Kommentare zu "Dax 2016 - Gewinner und Verlierer: Achtung, Risiko!"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sehr geehrte Frau Schwarzer,

    nichts gegen die vielgepriesene Streuung. Aber es gibt noch andere Fallstricke. Mein Mann war Vermögensverwalter, er verwaltete über viele Jahre für seinen Arbeitgeber ein größeres Vermögen.
    Sehr erfolgreich.

    Mein Mann war zunächst der Ansicht, dass man nur in Anlageklassen investieren kann, von denen man sehr viel versteht. Von Immobilien verstand er z.B. überhaupt nichts, deshalb ließ er diese Anlageklasse links liegen. Mein Mann verstand auch nichts von Gold oder Rohstoffen, von den meisten Anlageklassen verstand er ebenfalls überhaupt nichts. Deshalb beschränkte er sich auf Anleihen und Aktien, hier konnte ihm kaum jemand etwas vormachen.

    Neben dieser gewählten Beschränkung hatte er ein zweites Erfolgsrezept. Ein großes Mißtrauen gegen die Vorschläge und Empfehlungen der Banken. Er mißtraute der Finanzindustrie, die jeden Tag Dutzende von neuen Produkten auf den Markt bringt. Sein Credo war: Investiert wird nur in Produkte, deren Chancen und Risiken ich selbst unschwer einschätzen kann. Glaube, Hoffnung, Zuversicht haben bei der Geldanlage nichts verloren. So jedenfalls mein Mann.

  • Frau Edelgard Kah@
    Lesen Sie meine Beiträge, ich als Aktien-Prophet mache auch Sie reich.

  • Sehr geehrte Frau Schwarzer,

    mir gefällt Ihr Artikel. Aber vielleicht können wir einige Punkte vertiefen. Nichts gegen Diversifikation. Aber sie ist auch eine Frage des eigenen Geldbeutels. Beispiel gefällig: In der monatlichen Anlegerzeitschrift meiner Bank ist zu lesen, wir sind in japanischen Aktien unter- und in metallischen Rohstoffen übergewichtet. Die Herren glauben offensichtlich, ihre Kunden hätten das gesamte Universum in ihrem Depot. Aber im Mittel haben sie vielleicht nur 50 000 oder 100 000 EUR angespart. Und dann noch streuen? Wenn man Ihrem Rat folgt in Zinspapiere, Aktien, Gold und Immobilien? Vielleicht noch in Rohstoffe oder alternative Anlagen? Oder haben Sie noch andere Ideen?

    Ein anderer Punkt ist die Fristigkeit der Geldanlage. Hier muß sich jeder selbst entscheiden.

    Und dann gibt es noch die Gefahr eines crashs. Ich möchte auf die vielen Risiken nicht eingehen. Aber vielleicht daran erinnern, dass der DAX von Anfang 2000 bis März 2003 rund 3/4 seines Wertes verlor.

    Jedem sollte klar sein, dass ein wirklicher crash sich nicht auf eine einzelne Anlageklasse beschränkt. Wenn es regnet, werden alle Katzen naß. Keinen Verlust erleiden Sie nur, wenn Sie Bargeld oder ein Bankguthaben besitzen. Deshalb darf diese Anlageform in der vielgepriesenen Streuung nicht fehlen. Es ist wie bei einer Fußballmannschaft. Die Mannschaft braucht nicht nur Stürmer, die Geld verdienen. Sie braucht auch Verteidiger, die das Geld vor Verlust schützen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Alles ein Fake, der Fink-Fond ist unschlagbar und deshalb nur steurerfrei unter der Hand erhältlich.

  • Genau niemals einen Fond kaufen und wenn man nur in den Dollar gegangen ist,
    hat mehr verdient, als man mit dem Verlust-Dax und seinen abgeleiteten Mogel-Fonds je hat machen können.

  • Achtung, Jessica !

    Alle paar Wochen einen Artikel raushauen und im Endeffekt auch keine Ahnung haben. TOP.


  • Lustiger Beitrag!

    Ich hatte mein Erspartes früher auch in Aktienfonds investiert. Weil ich zu dumm und zu faul war, mir um mein sauer verdientes Geld Gedanken zu machen.

    Die Strafe folgte auf den Fuß:

    Verluste bis zu 80 %. Das scherte die Fondsverwalter wenig. Die kürzten sich am Jahresende dennoch ihre Managementgebühr.

    Seit Jahren verwalte ich mein Portfolie jetzt selber.

    Letztes Jahr + 22 %. Dieses Jahr + 8,2 %.

  • Tja... nur wenn ich auf wenige Qualitätstitel setze und mache Verluste, dann kann ich diese aussitzen (oder um es mit der alten Bankiers-Regel zu sagen: Hin und her, Taschen leer).

    Das Problem beim Aktienfonds ist, dass ich keine Möglichkeit habe zu verhindern, dass mir der "schlaue" Fondsmanager in der Krise die Verluste realisiert...

    Und unterm Strich... kauf ein Fonds schafft die Performance des Index... der Manager will ja seine Boni bezahlt haben...

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