Dax auf Höhenflug
Wie geht es an der Börse weiter?

Der Weg war mühsam: Zwei Jahre benötigte der Dax, um die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers und die darauffolgende Finanzkrise zu verarbeiten. Am Mittwoch erreichte der deutsche Leitindex wieder das Niveau, das er vor Ausbruch der Krise hatte. Geht es jetzt weiter nach oben oder ist die Rally bald zu Ende? Zwei Szenarien.
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FRANKFURT. Der Dax stieg am Mittwoch um zwei Prozent auf 6434 Punkte und schloss damit so hoch wie seit dem 3. September 2008 nicht mehr - zehn Tage später ging damals die US-Investmentbank Lehman Brothers pleite. Auch die meisten europäischen Indizes zogen an, wenn auch nicht alle so stark wie der Dax. Wie könnte es nun weitergehen?

Szenario 1: Der Dax zeigt Stärke

Die Erholung der Realwirtschaft hat der Dax nach Meinung von Aktienstratege Andreas Hürkamp von der Commerzbank noch nicht wirklich mitbekommen. Unüblich sei eine so verzögerte Reaktion nicht: "Es ist typisch für das zweite Jahr nach einer Rezession, dass an den Märkten Unsicherheit herrscht.

Der Dax hat bisher nicht darauf reagiert, dass sich viele Daten wie Unternehmensgewinne oder Auftragseingänge verbessert haben." Wenn die Marktteilnehmer erst einmal ihren Konjunkturpessimismus ablegten, könne es für den Dax auch weiter bergauf gehen.

Und was ist mit Uncle Sam, dem neuen kranken Mann der Weltwirtschaft? "In den USA läuft die Wirtschaft zwar schwächer, aber die Federal Reserve steht für neue Maßnahmen bereit", sagt Hürkamp. Neben guten Quartalszahlen der Unternehmen könnten diese Geldspritzen ein Katalysator für einen weiteren Aufwärtstrend sein.

Allerdings spielt die Musik für viele Aktien-Experten schon längst nicht mehr ausschließlich an der Wall Street. "Die USA sind nicht mehr der Motor der Weltkonjunktur, sondern vielleicht nur noch ein Zylinder davon", formuliert es Hans-Jörg Naumer, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors.

Immer wichtiger würden die Schwellenländer für die stark exportabhängige deutsche Wirtschaft. "Der EU-Raum exportiert inzwischen mehr in die BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien und China) als in die USA", sagt Naumer. Die Dynamik sei groß.

Angetrieben von einer starken Binnennachfrage werde sich das Wachstum in den Schwellenländern auch 2011 fortsetzen. Dieser Trend wird sich auch nach Einschätzung von Commerzbank-Stratege Hürkamp in den kommenden Wochen in den Unternehmensgewinnen widerspiegeln. "Die Welt ist eben nicht mehr die gleiche wie vor 20 Jahren." Vor diesem Hintergrund könnte der Dax noch weiter zulegen.

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  • Vorsicht an den börsen der Welt!
    Die Monate September, Oktober und November sind immer gut für Kurseinbrüche. Die Finanzwirtschaft
    hat die Vertrauenskrise bei den Anlegern noch nicht
    überwunden. Hier kann ruhig noch von einer banken-
    krise gesprochen werden. Das es vielen anderen
    Wirtschaftszweigen zwischenzeitlich besser geht
    und diese wieder auf einem kleinen Finanzpolster
    sitzen, wird die Aktienkurse nicht antreiben. Die
    Firmen benötigen diese aufgebauten Rücklagen für
    investitionen. Momentan spricht man von einer
    Schaukelbörse.

  • Die US-importziffern sind in der Tat laufend im Anstieg. Ob aber deutsche Exporteure davon profitieren, möchte ich eher bezweifeln. Eher dürfte es sich um zunehmende Pipeline-Öllieferungen aus Kanada handeln.

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