Dax auf Talfahrt
„Die Börsenspekulation ist wie eine Skatpartie“

Eine Pokerpartie gewinnt in der Regel, der das beste Blatt hat oder geschickt blufft. Auch an der Börse haben Anleger mal gute und mal schlechte Karten. Wie sie ihr Blatt optimal spielen – eine Börsenweisheit.
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DüsseldorfDie vergangenen Tage haben viele Anleger sehr viel Geld gekostet. Der deutsche Aktienindex ist seit Anfang Oktober immerhin um 600 Punkte abgestürzt. Ein Minus von mehr als sechs Prozent in nur acht Handelstagen, da werden Erinnerungen an schlimmste Krisenzeiten wach. Einige Einzelwerte hat es sogar noch viel heftiger getroffen als den Index. Beispielsweise Infineon, Thyssen-Krupp, RWE, die Deutsche Lufthansa oder auch Thyssen-Krupp, die mehr als zehn Prozent verloren haben. In der allgemeinen Panik rauschten die Aktien in den Keller. Ähnlich hohe Verluste mussten die Aktionäre der Deutschen Bank und von Siemens verkraften.  

Wer hingegen Linde, Fresenius oder Henkel im Depot hat, der ist glimpflich durch die turbulenten Börsentage gekommen. Ein Plus lies sich allerdings auch mit diesen Titeln nicht einfahren. Mit Verlusten von 1,5 bis 2,5 Prozent hielt sich der Schaden aber in Grenzen. Wer also in den vergangenen beiden Wochen die Dax-Schlusslichter im Depot hatte, der hatte schlechte Karten. Wer hingegen Werte besitzt, die glimpflich den Crash überstanden haben, der hatte das bessere Blatt.

Und darauf kommt es an der Börse an. Der längst verstorbene Anlageguru André Kostolany sagte einst: „Die Börsenspekulation ist wie eine Skatpartie.“ Natürlich meinte der überzeugte Aktionär damit nicht, dass die Börse ein Casino oder gar eine Spielhölle ist. Mit seiner Metapher spielte er vielmehr  auf die Gesamtentwicklung des Depots an, in dem ja leider selten alle Aktien gleichzeitig gut laufen – und hoffentlich auch nicht alle zeitgleich abstürzen. Er ergänzte seinen Skat-Spruch deshalb noch. „Man muss mit guten Karten mehr gewinnen als man mit schlechten Karten verliert.“ Nur so kann schließlich die Gesamtentwicklung stimmen.

André Kostolany war ohne Zweifel ein Meister der allegorischen Sprache. Viele seiner blumigen Sprüche sind längst Börsenweisheiten, auf die viele Anleger auch heute noch viel geben. Das gilt auch für den Vergleich mit dem Kartenspiel. „Ganz treffend hat er die Börse mit dem Skatspiel verglichen, indem er die zwei Szenarien Hausse und Baisse und den Umgang damit andeutet“, sagt Fondsmanager Christoph Bruns. Wer nämlich langfristig Erfolg an der Börse haben wolle, der werde feststellen, dass Outperformance durch die hohe Partizipation an der Hausse und noch mehr durch die Vermeidung der größten Fehler während der Baisse zustande komme.

Es gilt also, in guten Börsenphasen möglichst hohe Renditen einzufahren und in schwachen Phasen tunlichst geringe Verluste zu erleiden. „Ganz ähnlich wie im Kartenspiel, wo das Glück guter Karten ja kein Dauerzustand sein kann, kommt es darauf an, was wir aus der Situation machen“, sagt der Mitinhaber der Fondsgesellschaft Loys.

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  • Könnten Sie uns bitte noch die "Gewinner" der nächsten 12-36 Monate nennen.

    Die "Experten" kennen diese sicherlich schon. Danke.

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