Dax-Aufstieg in Aussicht
Merck profitiert von Favoritenrolle

Dieses Mal wird es Merck wohl schaffen. Schon im vergangenen Jahr war der deutsche Pharmahersteller im Rennen um den Dax-Aufstieg, musste sich aber der Postbank geschlagen geben. Jetzt sieht es für Merck besser aus. Zudem gibt der geplante Verkauf der Generikasparte der Aktie weitere Impulse.

FRANKFURT. Die Depfa, einst größter Konkurrent um den Einzug in den Dax, ist nach jetzigem Stand aus dem Rennen.

„Nach der Kapitalerhöhung im Herbst vergangenen Jahres ist Merck nun rund 1,4 Mrd. Euro größer als die Depfa“, sagt Christian Stocker, Analyst der Hypo-Vereinsbank. „Aus heutiger Sicht ist es zu 99,99 Prozent klar, dass Merck am 15. Juni in den Dax aufsteigt“, ergänzt er. Der Pharmahersteller soll den Platz des Chemiekonzerns Altana einnehmen, der nach dem Verkauf seiner Pharmasparte und der Ausschüttung einer Sonderdividende an Börsenwert verloren hat.

Allein die Aussicht auf den Dax-Einstieg hatte Anfang des Jahres zu Kurssteigerungen des Merck-Papiers geführt. Der Aufstieg selbst kann weitere Reaktionen auslösen. „Bei anderen Dax-Aufsteigern gab es zwei Wochen vorher eine Outperformance von vier bis fünf Prozent gegenüber dem Gesamtmarkt“, sagt Stocker. Mit der Index-Aufnahme werden auch passiv gemanagte Fonds die Merck-Aktie aufnehmen. Und deren Zahl nimmt zu.

Auch wenn sich an der grundlegenden Einschätzung nichts ändere, könnte die Aktie mit dem Aufstieg in den Index mehr Aufmerksamkeit erhalten, sagt Ulrich Huwald, Analyst bei M.M. Warburg. Nach der Kapitalerhöhung sind nun mehr Merck-Aktien frei im Umlauf als noch zu Beginn des Jahres. Langfristig könnte das Papier stabiler und auch weniger schwankungsanfällig werden, sagt Thorsten Strauß, Analyst der NordLB.

Für Schlagzeilen sorgte der Pharmahersteller mit der Ankündigung, den Verkauf seiner Generikasparte zu prüfen. „Mittlerweile haben sich die Anzeichen, dass der Verkauf kommt, verdichtet“, sagt Strauß. Sollte Merck tatsächlich einen Preis nahe fünf Mrd. Euro erhalten, wie derzeit spekuliert wird, könnte das an den Märkten durchaus positiv quittiert werden, sagt Huwald.

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