Dax-Entwicklung: Beste aller möglichen Welten

Dax-Entwicklung
Beste aller möglichen Welten

Der Dax hat am Mittwoch erstmals seit November 2000 zumindest kurzzeitig wieder die Marke von 7 000 Punkten geknackt und ringt am Donnerstag erneut mit dieser Hürde. Obwohl deutsche Aktien bereits ins fünfte Boomjahr gehen, rechnen die Strategen mit weiter steigenden Kursen. Einen Wechsel gibt es allerdings bei den Favoriten.

DÜSSELDORF. Hans-Peter Schupp, Manager der Fondsgesellschaft Main First, hat ein Problem. Seit Jahren fährt er in seinem Fonds den konservativen Value-Ansatz, setzt auf Substanztitel von gewöhnlich etablierten Unternehmen mit soliden Gewinnen. Doch die wollte in den letzten Jahren jeder haben, was zu entsprechend anziehenden Kursen geführt hat. Nur ein kleiner Rest hat sich noch den spekulativeren Wachstumstiteln verschrieben, also jenen Aktien aus den Branchen Telekom, Medien und Technologie (TMT), die nach dem Ende der Börseneuphorie im Jahr 2001 besonders stark eingebrochen waren.

Doch nun muss Schupp seine über Jahre bewährte Strategie überdenken. Denn die einst hoch spekulativen TMT-Titel sind im Verhältnis zu den erwirtschafteten Gewinnen so billig wie nie. „Dabei zeigen diese Branchen inzwischen stabile Erträge und präsentieren sich damit völlig anders als zu deren Boomphase in den Jahren 1999 und 2000“, sagt Schupp.

Verkehrte Welt also am deutschen Aktienmarkt: Die starke Risikoaversion bei den Anlegern hat dazu geführt, dass Fondsmanager und Marktstrategen bei konservativen Branchen wie Versorgern oder Finanzwerten kaum noch Chancen sehen, während die TMT-Aktien billig wie nie sind.

Die Situation der Strategen ist also schwierig – obwohl es für den Gesamtmarkt kaum noch ausgemachte Pessimisten gibt. Selbst die kleine Gruppe, die vor wenigen Wochen nach dem extrem guten Börsenjahr 2006 noch vor Rückschlägen im ersten Halbjahr 2007 gewarnt hat, schwenkt inzwischen um. So wie Jens Kramer, Marktstratege bei der NordLB, der sein Jahresendziel für den Dax gerade erst von 6 400 auf 7 100 Punkte erhöht hat. „Wir haben die Reaktionen des Aktienmarktes auf das sich eintrübende Konjunkturumfeld heftiger eingeschätzt“, sagt Kramer. Ähnliche Töne kommen auch von der DZ Bank und der BayernLB, die ebenfalls ihre allzu kritische Meinung aufgegeben haben.

Als Begründung verweisen die Analysten auf den selbst tragenden Aufschwung in Deutschland, die gute Auftragslage vor allem in der Industrie, das günstigere Öl und die Hoffnung auf ein Ende der Zinserhöhungen in den USA. Dass der Dax gestern erstmals seit über sieben Jahren die 7 000 Punktemarkte – der höchste Stand seit über sechs Jahren – überspringen würde, war nur eine Frage der Zeit.

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