Dax in Turbulenzen

Was auf Anleger jetzt zukommt

Mit dem ersten Handelstag im November erfolgte der Startschuss für die beste Börsenphase. Doch der Dax hat an den ersten Tagen 300 Punkte verloren. Kommt es noch zu einer Jahresendrally?
Update: 02.11.2016 - 14:19 Uhr 63 Kommentare

US-Wahl und Fed-Entscheid verunsichern die Anleger

DüsseldorfFür Statistikfreunde ist die Lage am deutschen Aktienmarkt klar: In den vergangenen 20 Jahren legte der Dax im November mit einer Wahrscheinlichkeit von 85 Prozent zu, die Durchschnittsperformance liegt bei rund drei Prozent, haben Franz-Georg Wenner und Andreas Karl Büchler von Index-Radar nachgerechnet.

Gerade in jüngerer Vergangenheit ist ihren Untersuchungen zufolge das Phänomen der Jahresendrally stärker in Erscheinung getreten. So legte der Dax zwischen 1974 bis 1994 nur in gut 60 Prozent der Fälle im vorletzten Monat zu, die Performance lag bei lediglich 0,6 Prozent. Das letzte große Novemberminus liegt acht Jahre zurück, inmitten der Finanzkrise verlor die Frankfurter Benchmark im November 2008 mehr als zehn Prozent.

Apple und andere Riesen in Warren Buffetts Portfolio

AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US0258161092
Börse
L&S

-1,41 -1,75%
+80,00€
Chart von AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20
American Express
1 von 44

Die vier wichtigsten Titel (1/4)

Fast 60 Prozent des Aktienwerts in Warren Buffetts Portfolio geht auf vier Einzeltitel zurück. Dazu zählt der Kreditkartenanbieter American Express. An der Beteiligung hat sich auch im zweiten Quartal nichts geändert.

Buffetts Anteile: mehr als 151 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

Quelle aller Angaben: 13-F-Pflichtveröffentlichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC für das zweite Quartal 2016 (nur US-Aktien). Stand: 16. August 2016.

COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25

WKN
ISIN
US1912161007
Börse
L&S

-0,02 -0,04%
+38,52€
Chart von COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25
Coca Cola
2 von 44

Die vier wichtigsten Titel (2/4)

Der bekennende Limonaden-Trinker Buffett hält auch im zweiten Quartal 2016 an seinen Coca-Cola-Aktien fest. Der Investor hat insgesamt 400 Millionen Papiere in seinem Portfolio, damit gehören ihm fast zehn Prozent der gesamten Anteile an dem Konzern.

Buffetts Anteile: 400 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US4592001014
Börse
L&S

0,00 0,00%
+132,85€
Chart von INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20
IBM
3 von 44

Die vier wichtigsten Titel (3/4)

Software-Hersteller IBM gilt als dritter Liebling im Buffett-Portfolio. Im zweiten Quartal 2016 hielt er die Beteiligung unverändert. Buffett hält insgesamt acht Prozent der Unternehmensanteile.

Buffetts Anteile: 81,23 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666

WKN
ISIN
US9497461015
Börse
L&S

+0,29 +0,56%
+52,33€
Chart von WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666
Wells Fargo
4 von 44

Die vier wichtigsten Titel (4/4)

Der US-Finanzdienstleister bleibt ein Favorit des „Orakels von Omaha“. Er hält rund 25 Prozent des Konzerns.

Buffetts Anteile: 479 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US0378331005
Börse
L&S

+0,32 +0,22%
+146,14€
Chart von APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.
Apple
5 von 44

Der US-Großinvestor Carl Icahn war zuletzt beim iPhone-Hersteller ausgestiegen – so auch Warren Buffett. Sein Konglomerat Berkshire Hathaway sicherte sich im ersten Quartal 2016 fast zehn Millionen Apple-Aktien. Gesamtwert: etwa eine Milliarde Dollar. Im zweiten Quartal stockte Buffett noch einmal auf.

Buffetts Anteile: 15,23 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: plus 55,2 Prozent

AXALTA COATING SYSTEMS LTD. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
BMG0750C1082
Börse
L&S

+1,94 +6,48%
+25,80€
Chart von AXALTA COATING SYSTEMS LTD. REGISTERED SHARES DL 1
Axalta Coating Systems
6 von 44

Im zweiten Quartal 2015 hatte Warren Buffett zum ersten Mal Anteile von Axalta Coating, einem Beschichtungsspezialisten, in sein Depot genommen. Insgesamt 23,2 Millionen Aktien der Firma mit Sitz in Philadelphia hatte er zwischen April und September 2015 erworben. Mittlerweile sind es etwas mehr.

Buffetts Anteile: 23,3 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

BK OF NEW YORK MELLONCORP.,THE REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US0640581007
Börse
L&S

-1,45 -3,10%
+46,08€
Chart von BK OF NEW YORK MELLONCORP.,THE REGISTERED SHARES DL -,01
Bank of New York Mellon
7 von 44

Im ersten Quartal 2015 hatte Buffett die Anteile an dem Geldinstitut Bank of New York Mellon um sechs Prozent reduziert, im zweiten Quartal konstant gehalten und im dritten Quartal um weitere drei Prozent abgebaut. Im vierten Quartal hielt er die Beteiligung konstant. Auch im zweiten Quartal 2016 veränderte er seine Beteiligung nicht.

Buffetts Anteile: 20,8 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

Kommt es auch in diesem Jahr zu einem versöhnlichen Jahresabschluss? Das dürfte nach Meinung vieler Experten vor allem vom Ergebnis der US-Wahl abhängen. Denn derzeit kommt die Angst vor einem Wahlsieg des Republikaners Donald Trump zurück. Der Republikaner gilt wegen seiner unklaren politischen und wirtschaftlichen Ziele als unberechenbar.

Der Vorsprung von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton vor ihrem Rivalen Donald Trump schmilzt derzeit, auch wenn es weiterhin nach einem Sieg der Demokratin aussehe, sagt etwa Commerzbank-Analysten Esther Reichelt. „Doch der Markt erlebt gerade ein Déjà vu - er hat die Turbulenzen am Devisenmarkt nach dem Brexit-Referendum nicht vergessen“, so Reichelt.

Im Juni hatten die Anleger bis kurz vor Bekanntwerden der Ergebnisse den Umfragen vertraut und auf eine Ablehnung des EU-Austritts durch die Briten gesetzt. Seither ist das Pfund Sterling um über zehn Prozent abgestürzt. Das Fazit für Börsianer aufgrund dieser Erfahrung: Es gibt eigentlich nur Gründe, im Vorfeld der Wahlen nicht zu investieren.

Doch die Börsenstimmung, auch Sentiment genannt, sieht das anders. „Das alles wurde von den meisten Anlegern jedoch bereits beherzigt, entsprechend ist die Gefahr eines nachhaltigen Ausverkaufs aus Sicht der Sentimentanalyse relativ gering“, meint Sentimentexperte Stephan Heibel. Er wertet die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 2300 Anlegern aus.

Denn viele Anleger haben sich bereits in der vorigen Woche von der Börse verabschiedet. Die Investitionsquote der Anleger in den USA ist nun wieder so niedrig wie vor der Brexit-Entscheidung – passend zur US-Präsidentschaftswahl haben Institutionelle also ihre Engagements zurückgefahren.

Für ihn steckt das Überraschungspotential derzeit also eher auf der Oberseite. Sollte der Ausverkauf nicht heftig erfolgen und anschließend steigende Kurse nach sich ziehen, könnten viele Anleger in Zugzwang geraten und steigenden Kursen hinterher laufen.

Was technische Analysten sagen
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63 Kommentare zu "Dax in Turbulenzen: Was auf Anleger jetzt zukommt"

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  •  ... schaue bei ebay nach, ob ich günstig gebraucht kaufen kann.
    Obwohl das auch ein US-Konzern ist, aber wenn man als Verbraucher wegen der Kostenexplosion und den zu niedrigen Löhnen z. Bsp. im Dienstleistungsprekariat und der Leiharbeit keine andere Wahl mehr hat, inländische Produkte nachzufragen, weil sie zu teuer sind, oder es auf einem „freien“ Markt gar keine inländisch hergestellten Produkte mehr gibt. Adidas z. Bsp. lässt billig in China, Thailand und was weiss ich wo auf der Welt herstellen und verkauft dann die „Marke“ teuer im Inland weiter. Dazu nimmt die Produktqualität von Jahr zu Jahr mehr ab, und die Artikel verteuern sich kontinuierlich weiter. Einen qualitativ guten Laufschuh kriegen sie z. Bsp. nicht mehr unter 100 Euro. Alles darunter ist zusammengeklebter Synthetik- und Kunststoffmist.
    Egal wohin sie schauen, billigst hergestellt und teuerst verkauft.
    Das sind die Fakten. Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • @ Markus Weinmann

    Ich will in Deutschland keine amerikanischen Verhältnisse und ich will keine Denglischsierung.
    Genau deshalb schreibe ich mir den Frust von der Seele, obwohl ich weiss, dass es eigentlich sinnlos ist.
    Ich glaube nämlich, dass die Entwicklung der letzten 20 Jahre falsch war und sich die Gesellschaften aufgrund wirtschaftlicher und politischer Fehlentscheidungen, welche man nicht bereit ist zu korrigieren, weil man Fehler nicht eingestehen will, immer weiter Richtung Abgrund zu bewegen.
    Ich begründe Ihnen auch z. Bsp. anhand der Einheitswährung Euro wieso.
    Jeder mit gesundem Menschenverstand kann doch erkennen, das der Euro ein fehlversuch ist. Er spaltet die europischen Gesellschaften, lässt die Südländer in Rezession, Jugendarbeitslosigkeit und dauerhafter Wirtschaftsschwäche erstarren. Zudem soll mir mal ein Ökonom nachvollziehbar erklären, wie Wachstum und Nachfrage, bei sinkenden Löhnen und Sparmaßnahmen funktionieren soll? Wenn ich weniger im Geldbeutel habe gebe ich logischerwiese weniger aus, spare mir unnötige Anschaffungen und kaufe so billig wie möglich ein. Bestimmt kaufe ich keine Luxusgüter, geschweige denn ein neues Auto oder teure Kleidung. Ich gehe zum Second Hand oder scheue bei ebay nach. Nachhaltiger Konsum geht halt nur, wenn auf der Gegenseite auch die Einkomen stimmen. Wer seit Jahren die Löhne trotz Produktivitätssteigerungen stagnieren lässt, die Sozialleistungen kürzt, wie in Deutschland geschehen, dazu noch jedes Jahr Handelsbilanzüberschüsse in Höhe von über 200 Milliarden Euro anhäuft, braucht sich nicht zu wundern, denn die EU auseinanderfliegt und der Euro von immer mehr Menschen in Frage gestellt wird. Das hat nichts mit einem persönlichen Kreuzzug zu tun, sondern ist den Fakten geschuldet. Erinnern Sie sich bitte daran, was uns Politik und Wirtschaft bei D-Mark Aufgabe alles versprachen. In Bezug auf Eurostärke und Wohlstandsversprechen > und zwar für ganz Europa, nicht nur für den Export-Vizeweltmeister.

  • Du machst immer Abends den Artikel zu gell?! Du machst das Licht aus ...

  • Hey Ralphi

    geiles Hobby :-)

  • @ Harald Trautmann

    Sie schreiben sich bestimmt den Frust von der Seele.

    Wenn Sie den einen anderen mal zum Nachdenken angeregt haben war es nicht umsonst...

    Ich für meinen Teil habe heute Telearbeit und habe Lust heute was zu schreiben zwischendurch um die Leute zum Nachdenken anzuregen...Damit Sie nicht so blind ins verderben rennen...

  • @ Harald Trautmann

    Haben Sie eigentlich nichts besseres zu tun als den ganzen Tag in der Handelsblatt Kommentarsektion zu verbringen und zu schreiben wie böse die EU doch ist und wie arm der kleine Mann doch dran ist?

    Wir Deutschen sind ja sooo arm dran und gehen unserem Untergang entgegen.

    Sind Sie auf einem persönlichen Kreuzzug oder ist Ihnen einfach langweilig und Sie sind grundsätzlich gegen alles?

  • Milliarden Steuergeschenke für jene, deren größtes Problem die Kapitalanlage ihrer Überschüsse ist, während den Vermögenslosen und dem ärmeren Teil der Bevölkerung gesagt wird, es sei kein Geld für sie da. Ich erinnere mich noch gut an Ex-FDP Westerwelles „spätrömischem Dekadenzvorwurf“ in Bezug auf den Missbrauch des Soztialstaates oder die unsägliche mediale und politische Diskussion über eine 5 € Erhöhung beim Hartz IV Satz. Der Verstorbene hat dass dann reumütig als Fehler erkannt. Alles nicht vergessen! Auch so kann man spalten! Der Verwahrlosungsgrad einer Kultur ist daran zu erkennen, wie mit den wirtschaftlich Schwächsten umgegangen wird.

  • GroKo wirft den Menschen gerne Sand in die Augen!

    Damit Sie nicht sehen, dass der Kaiser nackt ist...

  • "Nie war die aktuelle Siatuation besser, um zu investieren. Warum passiert dies nicht, wenn laut den Medien alles so toll läuft in D?!"

    In welches neue Produkt wollen sie denn investieren oder in welchen Produktionsausbau? Wo sehen sie denn eine möglichkeit für sinnvolle investitionen?

    Auf der einen Seite geißeln die VT'ler das Zinssystem. Jetzt sind die Zinsen bei Null, und die Vt'ler weinen um ihre Altervorsorge, die ihnen wegmanipuliert wird. Einerseits wird gegen das "wachsen,wachsen" Mantra gemosert, anderseits sich gewundert, warum man nicht mehr in Wachstum investiert.

    Ich habe noch nie, aber wirklich noch nie von einer politischen oder wirtschaftlichen Situation gehört, wo nicht einige um die Ecke um sagen:"Genau diese Situation wurde geschaffen, um den kleinen Mann fertig zu machen!"

    Hohe Zinsen? Die wollen uns mit den Schulden fertig machen! Keine Zinsen? Die wollen unsere Altervorsorge kaputt machen. usw,usf.

  • „wir die Euro- und Bankenkrise gut überwunden haben“

    Laut GroKo, Merkel und Schäuble, aber nicht meine Meinung!

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