Dax-Jahreshoch
Top-Manager werden vorsichtig

Das Fünf-Jahres-Hoch, das der Deutsche Aktienindex (Dax) zum Ende der vergangenen Woche erreicht hat, ist für Analysten und für die Top-Manager der Unternehmen Anlass, am Aktienmarkt vorsichtiger zu agieren. Das Gros der Experten geht davon aus, dass beim Freitags-Niveau von knapp 6 200 Punkten kaum noch Potenzial nach oben vorhanden ist.

FRANKFURT. Das deckt sich mit den Einschätzungen deutscher Top-Manager, die in den letzten beiden Wochen bereits deutlich weniger Aktien ihrer Unternehmen geordert haben als beispielsweise noch in der ersten Septemberhälfte. Einer der Hauptgründe liegt in der gerade anlaufenden Quartalssaison. Die ist in den USA bereits mit Enttäuschungen gestartet. In dieser Woche stehen nun in der Euro-Zone die ersten Berichte an. „Gewinnrevisionen könnten in den nächsten Wochen belasten“, sagt beispielsweise Tammo Greetfeld von der Hypo-Vereinsbank (HVB). Dabei spielt weniger die Vorstellung, dass es zu einem generellen Einbruch kommt, eine Rolle. „Es sind eher die mittlerweile überzogenen Erwartungen, die zu Kursrückschlägen führen können“, heißt es bei der Landesbank Berlin.

Die zunehmende Vorsicht spiegelt sich auch im Insider-Barometer wider, das das Handelsblatt im 14-tägigen Rhythmus in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für Asset-Management (Fifam) an der RWTH Aachen und Commerzbank Private Banking vorstellt. Gegenüber dem Jahreshoch von rund 150 Punkten Anfang September ist der Gradmesser für die Transaktionen der Top-Manager (der „Insider“) auf 129 Punkte gesunken. „Mit dem Steigen der Aktienkurse hat die Zahl der Insiderkäufe abgenommen“, sagt Fifam-Experte Olaf Stotz. Positiv ist zumindest, dass sich die Zahl der Verkäufe kaum verändert hat. Noch immer gibt das Insider-Barometer damit ein Kaufsignal, jedoch in abgeschwächter Form. Die Zone dafür beginnt bei 110 Punkten.

Es sind jedoch eher die kleineren Werte, die zur Nachahmung einladen. Als auffälligster Kauf ragte in den letzten Septembertagen eine Order von Mark Wössner, dem stellvertretenden Aufsichtsratschef des Fernsehherstellers Loewe, über rund 100 000 Euro hervor. Der Auftrag deckt sich mit der positiven Meinung, die Analysten nach der erfolgreichen Sanierung wieder von dem fränkischen Traditionsunternehmen haben. Von insgesamt sieben Analysten raten laut dem Informationsdienst Bloomberg fünf zum Kauf der Aktie.

Auffälliger war dagegen zuletzt die Höhe der Verkäufe. So hat beim TecDax-Wert Wirecard ein Familienmitglied von Aufsichtsratschef Klaus Rehnig für über 1,3 Mill. Euro Aktien verkauft. Immerhin für eine knappe halbe Million Euro hat sich Jürgen Behrend, Aufsichtsrat bei der IKB, von Aktien getrennt.

Während die Analysten bei Wirecard keinerlei Erklärung dafür haben – alle sechs Experten empfehlen die Aktie weiterhin zum Kauf–, ist die Stimmung gegenüber der IKB deutlich skeptischer. „Die fundamentale Einschätzung bleibt angesichts des qualitativ schwachen Ergebnisses, der unterdurchschnittlichen Kapitalausstattung und der Bewertungsprämie von rund 15 Prozent gegenüber lokalen Vergleichsbanken negativ“, meinen die Experten von Commerzbank Private Banking.

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