Dax legt weiter zu
Die Börsenparty geht in die nächste Runde

Mario Draghi holt die Bazooka raus und löst damit ein Kursfeuerwerk an den Märkten aus. Es könnte der Startschuss zur Jahresendrally sein und 2015 doch noch zu einem Aktienjahr werden lassen. Experten sind optimistisch.
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DüsseldorfEs war nur ein Satz, doch der hatte es in sich. „Der EZB-Rat ist gewillt und in der Lage zu handeln, indem er alle Instrumente nutzt”, sagte Notenbank-Chef Mario Draghi auf der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Damit öffnet Europas oberster Währungshüter die Tür für eine mögliche Ausweitung des ohnehin schon großzügig angelegten Anleihekaufprogramms.

Das Programm solle bis September 2016 laufen, notfalls auch länger. Am Leitzins, der schon länger auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent liegt, rüttelt die EZB unterdessen nicht.

Die Dax-Anleger reagierten beschwingt: Binnen weniger Minuten schoss der Dax nach oben und legte ein sattes Plus von 2,5 Prozent aufs Parkett.

Auch am Freitag legt der Dax weiter zu und überspringt die Marke von 10.600 Punkten. Hat Draghi den Startschuss für die Jahresendrally gegeben? Es sieht fast so aus. „Die Zentralbank wird noch mehr Geld und noch länger Geld – wohl bis 2017 – in die europäische Wirtschaft pumpen“, sagt Michael Dutz, Vorstand der Vermögensverwaltung Adlatus. Er rechnet damit, dass die EZB die Wirtschaft statt mit der bisher beschlossenen eine Billion sogar zwei Billion Euro stützt.

„Dies wird die Zinsen noch weiter drücken, den Euro schwächen und Aktienmärkten den notwendigen Rückenwind geben“, ist der Experte überzeugt. Er erwartet, dass der Dax bis Dezember in einen Bereich zwischen 11.000 bis 12.000 Punkten zurückkehrt. „Je nachdem, wie schnell und wie viel Geld die Zentralbank in den nächsten Monaten druckt, sollte der Dax im Frühjahr 2016 wieder die Höchststände erreichen“, ergänzt er. „Aus aktueller Sicht bestünde so ein Kurspotential von 20 Prozent.“

Dutz tritt beim Depot-Contest der Münchener DAB Bank in der Kategorie Chance an. Auch seine Mitstreiter sind optimistisch, dass die Aktienkurse in den kommenden Wochen weiter steigen. Frank Zaydowicz von PDB Anlagemanagement sieht vor allem in Europa und besonders in Deutschland Erholungspotenzial. Vor allem die Politik der Notenbanken wird die Börsianer umtreiben. Neben der EZB ist da natürlich noch die amerikanische Fed, die in absehbarer Zeit die Zinsen erhöhen dürfte. Nur wann das geschieht, ist das große Rätsel.

Zaydowicz ist überzeugt, dass der Zinsschritt eher positive Auswirkungen haben wird, weil er Unsicherheit aus dem Markt nimmt. „Vermutlich wird die Zinserhöhung jedoch frühestens im Dezember erfolgen, wir erwarten eher 2016“, sagt der PDB-Experte. „Damit dürfte die Wall Street weiterhin im Wartemodus bleiben und das Erholungspotenzial ist auf circa fünf Prozent begrenzt.“ Der Dax könnte bis auf 11.000 Punkte steigen. „Würde die Zinserhöhung Mitte Dezember kommen, können wir uns schnell weitere fünf bis zehn Prozent in den letzten Tagen des Jahres vorstellen.“

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  • http://www.zdf.de/leschs-kosmos/geldgier-wahnsinn-mit-methode-harald-lesch-leschs-kosmos-40450424.html

    Der Aktienmarkt hat nichts mit Anlagemarkt zu tun.

  • Wer gestern Kontrovers angeschaut hat, muss sich nicht mehr wundern wenn die Menschen der Regierung immer weniger Vertrauen entgegen bringt.
    Die MANIPULATION der Abgaswerte sind nicht nur bei VW geprüft worden, auch BMW usw sind teilweise 50% über den angegebenen Schadstoffbelastungen. Zur Verantwortung wird keiner gezogen, die WM "manipuliert"?
    Und wenn sie jetzt schauen, das DAX am Montag bei 10066 abgerechnet wurde und heute bei über 10800, obwohl die Wachstumsraten nach unten korrigiert werden musste, erkennt jeder es ist einzig das Geld der Notenbank. Das auch hier "getrickst" wird ist mehr als offensichtlich. Daxkurse werden abgerechnet, die es auf Aktienbasis nicht gibt, Anleger werden ausgestoppt und gestern begann die extreme Rallye, noch bevor Herr Draghi um 14.30 Uhr loslegte.....alles dubios und innerhalb von 4 Wochen macht der DAX eine Rallye von 1500!!!! Punkte....wohlgemerkt ausgehend von Daxkursen die auch wieder nicht über die Aktienkurse errechnet wurde. Die Computer arbeiten, ähnlich wie bei den Abgaswerten mit 2 verschiedenen Programmen!

  • Die enorme Liquidität muss halt irgendwo angelegt/investiert werden. Und das bleibt solange alternativlos in Aktien (und Immobilien) so, solange die Dividendenrendite mehr Ertrag bringt als der Anleihezins oder eine vergleichbare Asset-Klasse.

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