Dax-Umfrage
„Angelaufene Rally ist nachhaltig“

Nach der Panikstimmung am vergangenen Donnerstag dürften sich die Gemüter der Investoren beruhigen – was für steigende Kurse sorgen sollte. Denn die nervenschwachen Anleger sind aus dem Markt. Eine exklusive Analyse.
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DüsseldorfDie vergangene Börsenwoche war ungewöhnlich: Auf Basis der Schlusskurse hat sich der Dax kaum verändert. Zwischenzeitlich gab es aber turbulente Bewegungen und am Donnerstag schienen die Anleger gar in Panik zu verfallen, was sich an einem heftigen Ausverkauf und einem zwischenzeitlichen Tiefstand von 8350 Punkten zeigte.

„Panik ist die Grundlage für eine nachhaltige Bodenbildung und eine Stabilisierung der Aktienkurse nach vorherigen Kursverlusten“, sagt Stephan Heibel. Der Börsenexperte des Analysehauses animusX wertet die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung aus. Den Kursanstieg vor 14 Tagen hatte er mit Hilfe der Sentiment-Umfrage korrekt als kurzlebig diagnostiziert.

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Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?

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Doch nun ist der Börsenexperte bullish gestimmt. „Nach der Panik am vergangenen Donnerstag, die sich auch deutlich in der eingebrochenen mittelfristigen Zuversicht der Anleger vor einer Woche zeigte, halten wir die nunmehr angelaufene Rally für nachhaltig“, erläutert er und legt sich konkret fest: „Kurse unter 8.400 Punkte im Dax dürften der Vergangenheit angehören.“ Seine optimistische Einschätzung stützt er weniger auf die Ergebnisse der heutigen Sentiment-Umfrage als vielmehr auf die Entwicklung der Börsenstimmung in den vergangenen zwei Wochen.

Bei Kursen oberhalb von 9500 Punkten waren die Anleger Ende September einmal auf dem falschen Fuß erwischt worden, die Kurse fielen. Anschließend folgte ein Ausverkauf, der durch Panik auch die letzten zittrigen Hände zum Verkauf bewegt hat. „Nun sollten alle nervenschwachen Anleger aus dem Markt sein, so dass ein – wenn auch nur geringes – Kaufinteresse kaum auf Verkaufspositionen trifft, was zu steigenden Kursen führt“, erläutert Heibel.

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In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?

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Doch eine solche Prognose birgt auch Risiken. „Fundamental betrachtet, gilt diese Einschätzung natürlich nur dann, wenn sich geopolitisch nichts Maßgebliches ändert“, so Heibel. Eine Verschärfung der Ukraine-Krise, neue Ebola-Fälle in der westlichen Welt oder ausufernde Zankereien um die richtige Fiskal- und Geldpolitik in Euro-Land könnten jederzeit zu heftigen Stimmungs- und Kursschwankungen führen.

Eine ähnliche Einschätzung gibt auch Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. „Insbesondere Ebola ist abseits der eigentlichen Krankheit geeignet, sich im Extremfall zu einer massiven psychologischen Belastung zu entwickeln“, sagt er. Aber auch Halver ist grundsätzlich optimistisch: „Die Versuche der Aktienmärkte, sich zwischenzeitlich gegen den Konsolidierungsdruck zu stemmen, zeigen, dass auch die pro-Aktienargumente nicht in Vergessenheit geraten sind.“

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Düstere Stimmung wurde befriedigt

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  • Hier ist beispielsweise ein Interview mit einem Fachmann, der in diese Richtung geht:

    Prof. Richard Werner, Southampton

    Wenn die Zentralbank notleidende Kredite für 100 aufkauft, obwohl sie nur 20 Wert sind, macht sie nicht 80 Verlust, sondern 20 Gewinn: sie erhält etwas im Wert von 20, doch muss sie dafür keine echte Leistung aufbringen, hat also keine echten Kosten. Die echte Aufgabe der Zentralbanken ist die Bankenpolitik, da die Banken die Geldmenge erzeugen. Dass Sie also in diesem Falle zur Kasse gebeten werden, ist ausgeschloss


    http://blogs.faz.net/fazit/2014/10/15/oekonomen-im-gespraech-8-richard-werner-darueber-warum-die-kreditkaeufe-der-ezb-sinnvoll-sind-4794/

  • Liebes HB, was habt ihr denn gegen "HandelsBILD"??? Man seid ihr Spassbremsen ... immerhin seid ihr doch das auflagenstärkste Wirtschafts-YellowPress in Deutschland!

    HandelsBILD online und der Fashion-Menzel ... lacht doch mal ein bisschen über euch selbst, ist Satire! Und jetzt ab in den Keller ... ;-)

  • "doch oder Schuldenschnitt !!! ... das Ding ist so oder so im Eimer, d.h. wir können unsere Rente eher unter kleines Zubrot abheften."

    Und bei Euro-Ausstieg können Sie ihre Rente in den selben Ordner einsortieren... *g*

    Aber zum Thema. Sollte es wirklich zu Abschreibungen kommen, müsste man schließlich Gewinne auch mit Verlusten gegenrechnen... nicht dass ich diese Lösungen wirklich unterschreiben möchte, aber ganz klar ist es nicht, ob man wirklich etwas zahlen/Verluste ausgleichen würde - oder ob sich nicht andere Möglichkeiten ergeben.

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