Dax-Umfrage
"Anleger glauben wieder an die Rally"

Der Dax-Rücksetzer in der vergangenen Woche hat eine erstaunliche Wirkung auf die Stimmung der Anleger. Nun erwarten viele wieder steigende Kurse. Doch dazu dürfte es nicht kommen, zeigt eine exklusive Analyse.
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Düsseldorf„Wir brauchen eine Korrektur“, lautet die Überschrift am vergangenen Montag nach der Auswertung der Handelsblatt-Dax-Umfrage. So kam es denn auch. Der deutsche Leitindex verlor in der vergangenen Woche 1,4 Prozent. Viele Anleger hatten zu Kursen um 12.000 Punkten Gewinne im deutschen Leitindex mitgenommen und setzten auf einen Rücksetzer in Richtung 11.300 Punkte.

„Doch wie so oft in den vergangenen Monaten fiel der Rücksetzer schwächer und kürzer aus als gewünscht“, erläutert Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx. Er hatte in der vergangenen Woche ein größere Korrektur erwartet. Doch schon bei 11.634 Zählern wendete sich das Blatt. Die Anleger steigen wieder ein und trieben das Börsenbarometer letztendlich am heutigen Montag wieder über die Marke von 12.000 Zählern.

Heibel wertet für seine Prognosen die Ergebnisse der wöchentlichen Handelsblatt-Umfrage „Dax-Sentiment“ unter mehr als 1900 Anlegern aus. Ziel dieser Umfrage zur Börsenstimmung ist es, den Anlegern eine Einschätzung zu geben, wie sich der Dax in der kommenden Börsenwoche entwickeln könnte. Die Ergebnisse können sich bisher sehenlassen (siehe auch Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf).

Für die Interpretation der Ergebnisse achtet Heibel vor allem auf Kontraindikatoren. Sind Anleger beispielsweise zu euphorisch, weil sie weiterhin steigende Kurse erwarten? Oder auch zu selbstgefällig, weil sie die Kursgewinne genauso erwartet hatten? Dies sind Kontraindikatoren und ein Indiz auf fallende Kurse, weil die Anleger beispielsweise bei sehr großer Euphorie schon investiert sind und bei Kursrückschlägen die Käufer fehlen. Aus umgekehrter Sicht, wenn Anleger bei fallenden Kursen zu pessimistisch sind, gilt dies als Indiz für bald steigende Notierungen.

Für diese Woche erwartet der Animusx-Inhaber, der Sentiment-Auswertungen auch in seinen Börsenbrief Heibel-Ticker mit einfließen lässt, eine Seitwärtsbewegung im Dax. Denn seiner Meinung nach hat der Rücksetzer nicht ausgereicht, um den Index nun schnell wieder auf neue Allzeithochs zu hieven. „Gleichzeitig gibt es jedoch viele stimulierende Faktoren, die ein heftiges Abrutschen verhindern“, so Heibel. Auf der anderen Seite seien neue mutmaßliche Probleme wie der Euro/Dollar-Wechselkurs und der Krieg im Jemen aufgetaucht, die jederzeit als Grund für schwache Börsentage angeführt werden können.

Andere Experten teilen diese Einschätzung von Heibel. „Nach dem starken Jahresauftakt scheint die Luft erst einmal raus zu sein“, sagt beispielsweise LBBW-Analyst Uwe Streich. Profi-Anleger seien dabei, Kasse zu machen und sich an die Seitenlinie zu stellen.

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