Dax-Umfrage
Anleger lassen sich Zuversicht nicht nehmen

Sorgen um die Fed-Politik, Atomausstieg und VW-Dieselgate – die Liste schlechter Nachrichten wird immer länger. Doch die Anleger kümmert das wenig. Was das für die Börsenwoche bedeutet, zeigt eine exklusive Analyse.

DüsseldorfDer VW-Skandal hat den Dax in der vergangenen Woche um 2,3 Prozent einbrechen lassen. Eine Entwicklung, die für die Teilnehmer des Handelsblatt-Dax-Sentiments nicht überraschend kam. Noch am vergangenen Montag (21.9.) empfahl der Börsenexperte Stephan Heibel, der die Umfrageergebnisse auswertet und interpretiert, an starken Börsentagen zu verkaufen und an schwachen Tagen zu kaufen. Denn die große Zuversicht der Anleger, dass es in drei Monaten wieder aufwärts geht, ist ein Kontraindikator und dürfte bei diesem Niveau auch die weiteren Kursanstiege begrenzen, sagte er vor einer Woche unter der Überschrift „Die nächste Rally kommt – keine Frage“.
Um Anlegern eine Einschätzung zu geben, wie sich der Dax in den kommenden Tagen entwickeln könnte, befragt Handelsblatt Online jede Woche mehr als 2300 Anleger. Diese Umfrage ermittelt die Börsenstimmung, also ob Anleger euphorisch oder pessimistisch eingestellt sind. Daraus leitet Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, Prognosen ab. Prognosen der Vergangenheit, die bislang eine sehr hohe Trefferquote haben, finden Sie unter dem Vergleich des Dax-Sentiment und der Indexentwicklung.

Hat sich in der aktuellen Umfrage nun die Stimmung verändert? Offensichtlich nicht, „Angst und Panik, die wir seitens der Sentimentanalyse seit Wochen einfordern, um einen tragfähigen Boden für die Korrektur zu erzeugen, hat sich auch nach diesem Einbruch noch immer nicht breit gemacht“, analysiert Heibel. Stattdessen steige der mittelfristige Optimismus unter den Anlegern wieder an. Was Heibel ratlos macht.

„Was muss denn noch alles passieren, um endlich die für eine Bodenbildung am Aktienmarkt erforderliche Angst und Panik zu erzeugen?“, fragt sich Heibel. Die US-Notenbank belässt den Leitzins auf einem niedrigen Niveau und begründe den Schritt mit Sorgen über die weltweite Konjunkturentwicklung. VW verliert ein Drittel seines Börsenwertes und zieht die gesamte deutsche Automobilbranche mit in den Abgrund.

Allein im deutschen Leitindex verloren die Aktien aus dieser Branche in der vergangenen Woche deutlich: BMW minus acht Prozent, Daimler minus neun Prozent. Ein ähnliches Bild bei den Zulieferern: Thyssen-Krupp minus sieben Prozent, Infineon minus 2,4 Prozent und Continental minus fünf Prozent. Zudem belastet der Atomausstieg die Energiewerte Eon (minus 4,3 Prozent) und RWE (minus zwölf Prozent). „Ich hätte nach solch einer Woche Verständnis für jeden deutschen Anleger, der das Handtuch wirft, denn diese Aktien bilden für viele die Basis ihrer Altersvorsorge“, meint Heibel

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