Dax-Umfrage
Anleger scheuen das Risiko

Nach dem Verlust von mehr als drei Prozent in der Vorwoche stehen nun die Zeichen auf Erholung beim deutschen Leitindex. Allerdings fehlt dafür eine wichtige Zutat, wie eine exklusive Analyse zeigt.
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DüsseldorfDer deutliche Verlust in der Vorwoche mit einem Minus von 3,4 Prozent beim Dax zeigt seine Wirkung. Die aktuelle Börsenstimmung ist eingebrochen und notiert mit einem Wert von minus 1,5 Prozent im moderat pessimistischen Bereich. Das zeigt die Auswertung des Handelsblatt-Dax-Sentiments, einer wöchentlichen Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2200 Anlegern. Die Abstimmungsergebnisse werden vom Analysehaus Animusx ausgewertet und interpretiert.

Wie groß der Einfluss der Börsenstimmung auf die Kursentwicklung ist, zeigt sich im Rückblick: Am vergangenen Montag hatte Stephan Heibel, Inhaber von Animusx, unter der Überschrift „Anleger stehen an der Seitenlinie“ eine Handelsspanne von 11.800 bis 11.400 Punkten prognostiziert. Hintergrund war die neutrale Stimmung unter den Anlegern. Das Ergebnis: Der deutsche Leitindex verlor 3,4 Prozent und fiel von rund 11.800 Zählern am Montag auf 11.413 Punkten am Freitag. Auch die anderen Prognosen in den Vorwochen und -monaten von Heibel können sich sehen lassen (siehe auch Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf).

Aus der neutralen Stimmung der Vorwoche ist nun eine pessimistische geworden. Nur noch sieben Prozent der Umfrageteilnehmer erkennen in der aktuellen Lage einen Aufwärtsimpuls, 14 Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche. Ein Großteil derer ist in das Bärenlager gewechselt. Denn jeder Fünfte sieht aktuell einen Abwärtsimpuls, elf Prozentpunkte mehr als eine Woche zuvor. Mehr als die Hälfte der Anleger sieht aber die aktuelle Börsensituation als übergeordnete Seitwärtsbewegung an.

Und die Anleger sind auf dem Weg zu einer extremen Verunsicherung. Denn der Indikator für die Selbstgefälligkeit (Antwort auf die Frage: „Haben Sie die Börsenentwicklung der vergangenen Woche so erwartet?) ist deutlich gesunken. In der Vergangenheit war dieser Indikator sehr hoch. Doch nun hatte fast jeder zweite Anleger diesen Abwärtsrutsch in der vergangenen Woche überhaupt nicht erwartet.

Vor dem Hintergrund der Verunsicherung und der schwachen Kursentwicklung an den Börsen flüchten sich Anleger in die Zuversicht, dass es in einigen Monaten deutlich besser aussehen werde. Nur noch knapp jeder Vierte fürchtet in drei Monaten einen Abwärtsimpuls, während jeder Dritte einen Aufwärtsimpuls erwartet.

Doch diese positive Erwartungshaltung könnte sich als Lippenbekenntnis herausstellen, denn die Investitionsbereitschaft ist rückläufig. Nur noch jeder fünfte Anleger will in den nächsten zwei Wochen kaufen. Das Lager derer, die noch nicht wissen, wie sie sich verhalten werden, ist mit 63 Prozent (plus drei Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) auf einem Rekordniveau.

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