Dax-Umfrage
Anleger schwimmen auf der Euphoriewelle

Die Sommerrally in der vergangenen Woche hat viele Anleger überrascht. In der Folge entwickelte sich an der Börse ein ungesundes Klima, wie eine exklusive Analyse zeigt. Welche Kursziele für den Dax nun gültig sind.
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DüsseldorfVor einer Woche hatte Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, prognostiziert, dass das „Stimmungsbild eine solide Grundlage für eine Sommerrally bildet“. Was sich im Nachhinein als richtig erwies. Der Dax legte weiter zu und erkämpfte sich in der vergangenen Woche ein Plus von 3,2 Prozent. Ist die Sommerrally nun zu Ende? Oder legt der deutsche Leitindex nur eine kleine Verschnaufpause ein, um anschließend wieder durchzustarten?

Grundlage für Heibels Prognosen ist das Handelsblatt Dax-Sentiment, eine wöchentliche Umfrage unter mehr als 2200 Anlegern. Aufgrund der Antworten ermittelt der Experte die Börsenstimmung, also ob Anleger im Bezug auf die aktuelle und die künftige Entwicklung an den Aktienmärkten optimistisch oder pessimistisch eingestellt sind – was jeweils ein Kontraindikator ist. Weitere Prognosen finden Sie unter Vergleich Dax-Sentiment und Indexentwicklung.

Die aktuelle Stimmung kann mit einem Wort beschrieben werden: Euphorie! „Genau das, wovor die meisten Sentiment-Analysten Angst haben“, erläutert Heibel. Denn bei sehr großer Euphorie sind – vereinfacht beschrieben – die meisten Anleger schon investiert und fallen bei anschließenden Kursrückschlägen als Käufer aus. Dies gilt als Indiz für bald fallende Kurse.

Der Stand der Euphorie ist ablesbar an den Antworten auf die erste Dax-Sentiment-Frage: Wie schätzen Sie die aktuelle Börsenentwicklung ein? Vor einer Woche herrschte unter den Teilnehmern des Dax-Sentiments noch ein Gefühl der Niedergeschlagenheit. Doch nun haben die beiden aktuell „bullishen“ Einschätzungen („Aufwärtsimpuls“ und „Topbildung“) um 53 Prozentpunkte auf 71 Prozent zugelegt. „Bearish“ gestimmt sind nur noch sieben Prozent der Umfrageteilnehmer – 38 Prozentpunkte weniger als vor einer Woche

In der Sentimentanalyse unterscheidet man zwischen gerechtfertigter und trügerischer Selbstgefälligkeit. „Heute sehen wir eine trügerische Selbstgefälligkeit auf hohem Niveau“, erläutert Heibel. Anleger fühlen sich in ihrer Erwartung steigender Kurse bestätigt, obwohl sie vor einer Woche noch verwirrt waren und kaum eine konkrete Erwartung für die Börsenwoche hatten. „Dieser offensichtliche Widerspruch zwischen der Erwartung von vor einer Woche und der heutigen Selbstgefälligkeit ist nicht gesund für die Rally“, so der Börsenexperte.

Kommentare zu " Dax-Umfrage: Anleger schwimmen auf der Euphoriewelle"

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  • wie es aussieht, kommt nun eine Korrektur inn den Weltmärkten. So jedenfalls die Charttechnik. Bestimmt werden die benötigten Nachrichtgen nach gereicht.

    Machen die Charts eigentlich die Wirklichkeit,
    oder macht die Wirklichkeit die Charts?

  • Warum schreiben Sie immer so lange Kommentare ?

  • Weil deutsche Anleger nicht mal ein Viertel des Volumens ausmachen im DAX, ist diese Umfragetechnik nicht sehr aussagefähig.
    Lange bereits sind die Ausländer, meist US oder GB resp. Asien, sehr stark vertreten und überwiegend tonangebend, was die Grundtrends angeht.
    Diese folgen Befindlichkeiten in den betreffenden Lagern, die in Deutschland kaum vertreten sind.
    Voraussagen für den DAX sind daher vor allem an die US-Märkte zu koppeln, deren Trends sie regelmäßig folgen.
    Ausnahmen bestätigen diese Regel, sofern Sonderentwicklungen stattfinden, deren Gewicht nicht immer leicht zu schätzen sind.
    Immerhin sollte feststehen, daß die Märkte global ausgereizt und überkauft sind. Die prinzipielle Richtung ist daher Süden.

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