Dax-Umfrage

Anleger sind auf Schnäppchenjagd

Je länger der Dax keine neue Richtung einschlägt, desto gelassener werden Investoren. Und ihre Zuversicht steigt deutlich an. Was das für die kommenden Handelstage bedeutet und welches Überraschungspotenzial es gibt.
7 Kommentare
Ein Bulle und ein Glücksschwein stehen in der Börse in Frankfurt vor der Dax-Anzeigetafel: Anleger wollen in den nächsten Wochen ihr Glück versuchen und wollen bei niedrigeren Kursen einsteigen. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

Ein Bulle und ein Glücksschwein stehen in der Börse in Frankfurt vor der Dax-Anzeigetafel: Anleger wollen in den nächsten Wochen ihr Glück versuchen und wollen bei niedrigeren Kursen einsteigen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfMit Spannung hatten die Anleger weltweit auf die Rede der US-Notenbankchefin Janet Yellen gewartet. Sie verkündete aber am Freitagabend im Rahmen der Konferenz wenig Erhellendes. Sie hält sich die Möglichkeit einer weiteren Zinsanhebung im laufenden Jahr offen, kündigte jedoch gleichzeitig an, neue Instrumente für die Geldpolitik zu diskutieren.

In einer ersten Reaktion drehten die US-Märkte nach einer wenig spektakulären Woche nur leicht ins Minus. Auch am deutschen Aktienmarkt tat sich in den vergangenen Handelstagen wenig. Der Dax bewegte sich in der abgelaufenen Woche in einer extrem kleinen Handelsspanne um 10.575 Punkte und schloss mit einem knappen Wochenplus von 0,4 Prozent bei 10.588 Punkten.

Eine Tendenz, die Börsenexperte Stephan Heibel aus der Handelsblatt-Umfrage vor einer Woche erwartet hatte. Denn die damalige Stimmungsumfrage sandte widersprüchliche Signale. Börsianer warteten auf Rücksetzer, um anschließend wieder zu kaufen. „Mit einer heftigen Korrektur rechnet derzeit niemand“, hieß es am vergangenen Montag.

Der Inhaber des Analysehauses Animusx wertet für seine Prognosen zur künftigen Dax-Entwicklung die Ergebnisse der wöchentlichen Handelsblatt-Umfrage unter mehr als 2.300 Anlegern aus. Diese Umfrage ermittelt die Börsenstimmung, also ob Anleger die aktuelle und die künftige Entwicklung positiv oder negativ beurteilen.

Laut der aktuellen Umfrage hat sich die bereits neutrale Stimmung der Vorwoche unter den Anlegern aufgrund dieser geringen Schwankungsbreite weiter verstärkt. 55 Prozent und damit plus 15 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche sehen den Dax in einer Seitwärtsbewegung. Nur noch 13 Prozent (minus zehn Prozentpunkte) erkennen einen übergeordneten Aufwärtstrend und 17 Prozent (plus zwei Prozentpunkte) fürchten den Beginn eines Abwärtsimpulses.

Apple und andere Riesen in Warren Buffetts Portfolio

AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US0258161092
Börse
L&S

-1,41 -1,75%
+80,17€
Chart von AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20
American Express
1 von 44

Die vier wichtigsten Titel (1/4)

Fast 60 Prozent des Aktienwerts in Warren Buffetts Portfolio geht auf vier Einzeltitel zurück. Dazu zählt der Kreditkartenanbieter American Express. An der Beteiligung hat sich auch im zweiten Quartal nichts geändert.

Buffetts Anteile: mehr als 151 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

Quelle aller Angaben: 13-F-Pflichtveröffentlichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC für das zweite Quartal 2016 (nur US-Aktien). Stand: 16. August 2016.

COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25

WKN
ISIN
US1912161007
Börse
L&S

+0,26 +0,67%
+38,59€
Chart von COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25
Coca Cola
2 von 44

Die vier wichtigsten Titel (2/4)

Der bekennende Limonaden-Trinker Buffett hält auch im zweiten Quartal 2016 an seinen Coca-Cola-Aktien fest. Der Investor hat insgesamt 400 Millionen Papiere in seinem Portfolio, damit gehören ihm fast zehn Prozent der gesamten Anteile an dem Konzern.

Buffetts Anteile: 400 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US4592001014
Börse
L&S

0,00 0,00%
+132,60€
Chart von INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20
IBM
3 von 44

Die vier wichtigsten Titel (3/4)

Software-Hersteller IBM gilt als dritter Liebling im Buffett-Portfolio. Im zweiten Quartal 2016 hielt er die Beteiligung unverändert. Buffett hält insgesamt acht Prozent der Unternehmensanteile.

Buffetts Anteile: 81,23 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666

WKN
ISIN
US9497461015
Börse
L&S

+0,29 +0,56%
+52,44€
Chart von WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666
Wells Fargo
4 von 44

Die vier wichtigsten Titel (4/4)

Der US-Finanzdienstleister bleibt ein Favorit des „Orakels von Omaha“. Er hält rund 25 Prozent des Konzerns.

Buffetts Anteile: 479 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US0378331005
Börse
L&S

-0,74 -0,50%
+145,92€
Chart von APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.
Apple
5 von 44

Der US-Großinvestor Carl Icahn war zuletzt beim iPhone-Hersteller ausgestiegen – so auch Warren Buffett. Sein Konglomerat Berkshire Hathaway sicherte sich im ersten Quartal 2016 fast zehn Millionen Apple-Aktien. Gesamtwert: etwa eine Milliarde Dollar. Im zweiten Quartal stockte Buffett noch einmal auf.

Buffetts Anteile: 15,23 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: plus 55,2 Prozent

AXALTA COATING SYSTEMS LTD. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
BMG0750C1082
Börse
FSE

+0,20 +0,78%
+25,80€
Chart von AXALTA COATING SYSTEMS LTD. REGISTERED SHARES DL 1
Axalta Coating Systems
6 von 44

Im zweiten Quartal 2015 hatte Warren Buffett zum ersten Mal Anteile von Axalta Coating, einem Beschichtungsspezialisten, in sein Depot genommen. Insgesamt 23,2 Millionen Aktien der Firma mit Sitz in Philadelphia hatte er zwischen April und September 2015 erworben. Mittlerweile sind es etwas mehr.

Buffetts Anteile: 23,3 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

BK OF NEW YORK MELLONCORP.,THE REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US0640581007
Börse
FSE

+0,40 +0,88%
+46,20€
Chart von BK OF NEW YORK MELLONCORP.,THE REGISTERED SHARES DL -,01
Bank of New York Mellon
7 von 44

Im ersten Quartal 2015 hatte Buffett die Anteile an dem Geldinstitut Bank of New York Mellon um sechs Prozent reduziert, im zweiten Quartal konstant gehalten und im dritten Quartal um weitere drei Prozent abgebaut. Im vierten Quartal hielt er die Beteiligung konstant. Auch im zweiten Quartal 2016 veränderte er seine Beteiligung nicht.

Buffetts Anteile: 20,8 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

Auch die Selbstzufriedenheit ist entsprechend der moderaten Börsenentwicklung neutral. Jeder zweite Umfrageteilnehmer (minus sieben Prozentpunkte) fühlt sich in seinen Erwartungen mehr oder weniger bestätigt, knapp jeder Dritte (plus sieben Prozentpunkte) sieht seine Erwartungen kaum erfüllt. Nur noch acht Prozent der Anleger haben auf diese Seitwärtsbewegung spekuliert und jeder Zehnte wurde davon überrascht.

Diese Konsolidierungsphase ist für die Teilnehmer an der Handelsblatt-Umfrage offenbar eine gute Ausgangslage. Denn 42 Prozent (plus acht Prozentpunkte) erwarten nun für den Dax in drei Monaten steigende Kurse. Nur noch 26 Prozent (minus acht Prozentpunkte) gehen von einer Seitwärtsbewegung aus. Jeder Fünfte fürchtet einen Abwärtsimpuls. „Damit ist die Erwartungshaltung sehr optimistisch, aber noch nicht in einem extremen Bereich“, erläutert Heibel dieses Ergebnis.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?


Aber die Investitionsbereitschaft hinkt der optimistischen Stimmung hinterher. Nur 19 Prozent (minus zwei Prozentpunkte) wollen in den kommenden zwei Wochen ihre Aktienpositionen aufstocken, 17 Prozent (minus drei Prozentpunkte) wollen verkaufen. Die meisten genießen offensichtlich noch den Sommer und warten vorerst ab, der Anteil der Unentschlossenen steigt um fünf Prozentpunkte auf 64 Prozent).

„Je länger der Dax keine neue Richtung einschlägt, desto gelassener werden die Umfrageteilnehmer“, meint der Animusx-Inhaber. Vor dem Hintergrund der hohen Sommertemperaturen haben sich wohl viele Anleger aus ihren spekulativen Engagements verabschiedet und genießen den Sommer. Das Handelsvolumen ist denkbar gering, große Risiken werden nicht eingegangen.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?


Ähnliches zeigt auch das Sentiment der Stuttgarter Börse Euwax, das auf Privatanleger-Order in Hebelprodukten auf den Dax basiert. Nach extrem hohem Absicherungsbedarf in den vergangenen sechs Wochen, als Anleger von einem fallenden Markt ausgingen, notiert das langfristige Euwax-Sentiment nun wieder im neutralen Bereich.

Ganz ähnlich sieht auch Joachim Goldberg auf Basis seiner Sentiment-Umfrage der Frankfurter Börse die Stimmung unter institutionellen sowie privaten Anlegern. Eine positive Grundstimmung auf neutralem Niveau wertet er als Ausgangslage für eine Seitwärtsbewegung im Dax, sofern keine externen Ereignisse eine neue Richtung vorgeben.

Das Fazit der Umfrage
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Dax-Umfrage - Anleger sind auf Schnäppchenjagd

7 Kommentare zu "Dax-Umfrage: Anleger sind auf Schnäppchenjagd"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ralph S.17.08.2016, 15:55 Uhr
    Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.


    HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA



  • Ralph S.25.08.2016, 12:45 Uhr
    Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme.


    Hahahahahahahahahahahahahaha




  • Die Artikelüberschrift mit der "Schnäppchenjagd" ist schon peinlich genug. Man denkt, es geht nicht schlimmer.
    Und dann kommt das hier: "Aus Verstandessicht ist ein Ansteigen der Aktienkurse eher wahrscheinlich."

    Ich habe genug für heute und ziehe mich jetzt zum Fremdschämen zurück.

  • Auf der einen Seite stagnieren die Umsätze und Gewinne der grösseren börsennotierten Unternehmen. Die Berichterstattung und Kommunikation der Unternehmen ist in den vergangenen Jahren optimistischer geworden. Unternehmen die real profitabel wachsen und stabil sind, Bsp. Fielmann, Symrise, Henkel.. sind sehr, sehr hoch bewertet.

    Andererseits hat die EZB das Zinsniveau < 0 gesenkt und alternative Investments wie Mietwohnungen sind noch teurer als Aktien.

    Aus Verstandessicht ist ein Ansteigen der Aktienkurse eher wahrscheinlich.

  • Sagen wir es mal so...wenn der erste flächendeckende Stromausfall über das Energiewende Deutschland hereinbricht und die ersten Großstädte ohne Strom dastehen, dann ist es Schluss mit Lustig und der Dax kann sich beerdigen lassen.
    Die sog. Erneuerbaren Energien bzw. die Energiewende mit ihren marktfeindlichen EEG wird immer mehr auch zur Bedrohung der Deutschen Börse und damit für den Dax und damit für die Deutsche Wirtschaft (Volkswirtschaft).

  • Der Markt benötigt dringend einen Impuls um aus dem Sommerloch herauszukommen. So etwas wie am Freitagnachmittag ab 16.00, erst rauf und dann wieder runter. Aber länger anhaltend, um die mickrige Volatilität aus dem Dornröschenschlaf wieder herauszuholen.

    Zum Glück, ist das Wetter zum Ende des Sommers 2016 seit ca. 2 Wochen bei uns so gut, dass man(n) beruhigt nach der Mittags-Auktion den klimatisierten Handelsraum verlassen kann, um sich mit der Herzdame und anderen Bikini-Schönheiten am Wasser die Zeit sinnvoller zu vertreiben, ohne zumeist großartig etwas zu verpassen .....

  • Die Börse ist kapriziös wie eine schöne Frau oder das Wetter. Sie versteht es, mit tausend Zauberkünsten zu schillern, um ihre Beute anzulocken, und in dem Augenblick, wo man es am wenigsten erwartet, zeigt sie einem die kalte Schulter. Mein Vorschlag: Man sollte die Launen kühl übergehen und vor allem keine logische Erklärung dafür suchen.

    (André Kostolany)

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%