Dax-Umfrage
„Anleger sollten die turbulenten Tage nutzen“

Laut der exklusiven Handelsblatt-Umfrage hatten Anleger sich offensichtlich ein „Ja“ aus Griechenland gewünscht. Doch der heutige Ausverkauf zum Auftakt dürfte nicht lang anhalten, zeigt eine exklusive Analyse.
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DüsseldorfWas für ein rasanter Börsenauftakt am heutigen Montag: Der deutsche Leitindex rutschte vorbörslich auf 10744 Punkten – ein Minus von mehr 300 Punkten gegenüber dem Handelsschluss am vergangenen Freitag. „Anleger hatten sich offensichtlich ein 'Ja' aus Griechenland gewünscht, deswegen mit kurzzeitigen Turbulenzen am Markt gerechnet und wollten sich in dieser Phase dann mit Aktien für die kommenden Monate eindecken“, meint Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx. Doch das gestrige „Nein“ der Griechen erfüllte diese Erwartungen nicht. Deswegen das dicke Minus zum Handelsauftakt.

Heibel hat das Handelsblatt Dax-Sentiment, eine wöchentliche Umfrage unter mehr als 2200 Anlegern, ausgewertet. Aufgrund der Antworten ermittelt der Experte die Börsenstimmung, also ob Anleger zur aktuellen und zur künftigen Entwicklung an den Aktienmärkten optimistisch oder pessimistisch eingestellt sind – was jeweils ein Kontraindikator ist. Weitere Prognosen finden Sie unter Vergleich Dax-Sentiment und Indexentwicklung.

Heibel gibt gleichzeitig Entwarnung. „Da sich nur wenige Anleger im Vorfeld des Referendums klar positioniert hatten, erwarte ich keine Beschleunigung des Ausverkaufs.“ Er empfiehlt langfristig orientierten Anlegern diese turbulenten Tage nutzen, um Positionen aufzubauen. „Rechnen Sie jedoch nicht damit, dass Ihre Positionen bereits nächste Woche dick im Plus notieren, gegebenenfalls kann das einige Wochen auf sich warten lassen“, meint der Animusx-Inhaber.

Zwar hat offenbar der Rücktritt des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis am heutigen Montag die Börsen wieder beflügelt und den Dax über 10-900 Punkte gehievt. Doch ob diese Kursgewinne einfach so weitergehen?

„Italien hat schon verlauten lassen, dass eine neue Lösung für Griechenland gesucht werden müsse. Aus Deutschland kommen eher Stimmen, die einen Grexit als unausweichlich sehen“, erläutert der Börsenexperte. In diesem ungewissen Stimmungsumfeld lasse sich eine künftige Richtung für den Dax kaum ableiten. „Was sich aus dem Umfrageergebnis allerdings deutlich ablesen lässt ist, dass ein Crash oder ein sich beschleunigender Ausverkauf nicht zu fürchten ist“, so Heibel.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?


Dazu sei die Stimmung der Anleger zu verhalten, also nicht zu optimistisch, was ein Indiz für bald fallende Kurse wäre. Denn bei hohem Optimismus haben viele Anleger bereits gekauft und scheiden als Käufer aus, sollten die Kurse fallen. Und die Anleger sind derzeit neutral positioniert. Das bedeutet, dass sie je nach Börsenentwicklung wieder in den Markt einstiegen können und damit einen Crash verhindern.

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Anleger wollen kaufen

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  • Die großartige Ohrfeige ins Gesicht der Euro-Nomenklatura aus der Umfrage in Griechenland ist zwar in der Sache nutzlos, aber ein Wahrzeichen zum Ende des siechen Euro.

    Nun in die Märkte zu gehen und zu kaufen, ist selbstmörderisch - wird aber immer wieder empfohlen von Leuten, die entweder ahnungslos oder böswillig agieren (möchten).

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