Dax-Umfrage
Anlegern fehlt die Angst

An zwei Tagen gab es vergangene Woche einen Ausverkauf am Aktienmarkt – doch die Anleger gehen voller Zuversicht ins neue Jahr und kaufen auf hohem Niveau weiter. Das könnte sich rächen, zeigt eine exklusive Analyse.
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DüsseldorfWas für eine Börsenwoche! An drei von fünf Handelstagen stieg oder fiel der Dax um mehr als zwei Prozent: Montag minus drei Prozent, Donnerstag plus 3,3 Prozent und Freitag minus zwei Prozent. Experten erwarten auch, dass diese heftigen Schwankungen weitergehen. „Die neue Ära der Volatilität hat bereits begonnen", meint beispielsweise Giordana Lombardo, Chefanlagestratege bei Pioneer Investments. Auch Christian Böck von Axa Investment rechnet mit starken Kursschwankungen.

Doch wie ist nach diesen heftigen Schwankungen die Stimmung unter den Anlegern? Von Angst keine Spur. Das zeigt die Auswertung des „Dax Sentiments“, einer wöchentlichen Umfrage auf Handelsblatt Online zur Börsenstimmung in Zusammenarbeit mit dem Analysehaus Animusx.

„Wo bleibt die Angst?“, fragt sich Stephan Heibel von Animusx, der wöchentlich die Zahlen der Umfrage interpretiert. Trotz der beiden Ausverkäufe innerhalb einer Woche zucken Anleger fast gleichgültig mit den Schultern. „Voller Zuversicht geht man ins neue Jahr und wartet trotz der heftigen Schwankungen nicht einmal auf eine günstige Kaufgelegenheit, sondern kauft auch auf hohem Niveau zu“, lautet seine Analyse der Umfrage.

Ein Blick auf die Umfrageergebnisse zeigt: Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer sehen hinter diesen heftigen Schwankungen eine Seitwärtsbewegung in einer doch recht großen Spanne. Jeder Zehnte glaubt sogar, hinter großen Plus- und Minuszeichen beim Dax einen übergeordneten Aufwärtsimpuls zu erkennen.

Infografik

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?

in Prozent


Dazu passen auch die Antworten der Sentiment-Frage „Wollen Sie in den nächsten zwei Wochen handeln?“ Denn mehr als jeder Dritte der Umfrageteilnehmer - und damit zehn Prozentpunkte mehr als noch bei der letzten Umfrage kurz vor Weihnachten 2014 – wollen nun kaufen. Verkaufen möchte noch kaum jemand – nur 13 Prozent.

„Auffällig ist jedoch auch, dass knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer nicht wissen, ob sie in den kommenden zwei Wochen handeln werden“, meint Heibel. Die Zahl decke sich mit dem hohen Anteil der Anleger, die aktuell eine Seitwärtsbewegung sehen (41 Prozent). Auch für die nächsten drei Monate erwartet fast jeder Dritte eine Seitwärtsbewegung oder gar einen weiteren Aufwärtsimpuls - sieben Prozent mehr als kurz vor Weihnachten.

Kommentare zu " Dax-Umfrage: Anlegern fehlt die Angst"

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  • Letztendlich sind es die Hoffnung auf EZB-Käufe, die den DAX treiben.Seit Juni 2014 ist das ein Running Gag,wie es ein Vermögensberater im TV unlängst so schön ausdrückte.
    "Selbst wenn die EZB in der kommenden Woche nicht handeln sollte,wird es den Anlegern immer wieder so als Hoffnung verkauft,dass es demnächst Hoffnung auf weitere EZB-Käufe gibt.".
    Mehr ist dem nicht hinzuzufügen.

  • Zu lange ging es dank reichlich Liquidität der Notenbanken immer nur aufwärts.

    Keiner der Notenbankchefs weiß, was damit im Gefüge der Finanzmärkte angerichtet wird.

    Das Vorgehen von Fed, BoJ, BoE und EZB ist beispiellos, ungeprüft und unkalkulierbar.

    Daß dennoch bislang nichts zu geschehen schien, führt viele Investoren in die Sorglosigkeit.

    Die wird unterstützt von einer fatalen forward guidance, womit einstmals nicht zu rechnen war - bis hin zu den kryptischen Sprüchen eines Greenspan.

    Auf die bevorstehende Änderung ist kaum jemand gefasst. Um so eher wird sie kommen.

  • ..
    der börse fehlt zzt. eine umfassende
    marktbereinigung, d.h. indices und ein-
    teltitel müssen einem realistischem
    niveau angepasst werden..
    ..
    die Börse darf nicht nur wegen der
    Finanzpolitik getragen bzw. getrie-
    ben werden.
    ..
    deshalb müssen Übertreibungen abgebaut
    werden.
    nur so kann wieder kurspotential ent-
    stehen..
    ..

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