Dax-Umfrage
Börsianer blicken optimistisch in die Zukunft

Viele Anleger glauben wieder an steigende Kurse an den Aktienmärkten: So hoch war die Zuversicht in diesem Jahr noch nie. Eine exklusive Umfrage zeigt, was das für die Entwicklung an den Börsen bedeutet.
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Düsseldorf„Wir dürfen gespannt sein, ob der Dax in den kommenden Tagen die 12.377 Punkte nachhaltig unterschreitet“, meinte Börsenexperte Stephan Heibel vor einer Woche. Diese aktuelle Marke von 12.377 Zählern ist aus Sicht der Charttechnik so wichtig, weil im Frühjahr 2015 der wichtigste deutsche Index, der Dax, dort sein damaliges Allzeithoch markiert hatte. „Ein Test dieser Marke wäre also charttechnisch durchaus möglich und würde bedeuten, dass die Korrektur bereits ihren Boden gefunden hat“, erläutert Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, am vergangenen Montag.

Dieser Kampf setzte sich in der vergangenen Handelswoche fort. Wiederholt wurde diese Marke unterschritten, doch jeweils nur kurz. So hat die Unterstützung für den Dax bis zum Ende der Woche schließlich doch gehalten. Doch der Kampf war nervenzehrend, wie man an der aktuellen Anlegerstimmung ablesen kann.

Denn 45 Prozent (minus drei Prozentpunkte) der Umfrageteilnehmer betrachten die jüngste Dax-Entwicklung bereits als Abwärtsimpuls, weitere 35 Prozent (plus fünf Prozentpunkte) gehen von einer Seitwärtsbewegung aus. Der leichte Zuwachs erklärt sich aus dem Lager der Topbildung: Nur noch jeder zehnte Umfrageteilnehmer (minus zwei Prozentpunkte) glaubt daran. Börsenexperte Heibel sagt: „Die Stimmung ist mit einem Wert von Minus 4,1 Punkten extrem schlecht.“ Es ist der drittniedrigste Wert, unterboten nur vom Brexit-Votum und der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten.

Eine schlechte Anlegerstimmung kann aber durchaus auch ein Kontraindikator für eine Korrektur sein. In solchen Fällen haben viele Anleger ihre Aktien verkauft und fallen als Verkäufer aus. Dann reichen oft nur wenige Kaufaufträge, um die Kurse nach oben zu treiben.

„Eine Garantie für steigende Kurse ist die schlechte Laune der Anleger auch aus Sicht der Sentiment-Theorie nicht“, schränkt Heibel ein. Statistisch gesehen steige jedoch die Wahrscheinlichkeit einer Dax-Rally, je länger die Stimmung so schlecht sei. „Ich betrachte dazu stets gerne den Fünf-Wochen-Durchschnitt der Stimmung“, ergänzt er.

Dieser Indikator (siehe Grafik) liegt inzwischen zwar deutlich unter dem Niveau von Donald Trumps Wahlsieg, aber noch lange nicht auf dem Tief der Brexit-Entscheidung. In beiden Fällen (Trumps Wahlsieg und Brexit-Votum) kam es anschließend zu einer längeren Rally am Aktienmarkt.

Basis für diese Börsenprognosen ist das Handelsblatt-Dax-Sentiment, eine Umfrage zur aktuellen Börsenstimmung unter mehr als 2500 Anlegern – im Börsendeutsch Sentiment genannt. Die Ergebnisse wertet Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, aus und leitet daraus Vorhersagen für das weitere Geschehen auf dem Parkett ab.

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