Dax-Umfrage Comeback der Zocker

Der Dax markierte ein neues Jahreshoch, entsprechend stieg die Anleger-Stimmung. Es sind offenbar vor allem Trader, die von möglichen weiteren Kurssteigerungen profitieren wollen. Doch wie weit trägt diese Rally noch?
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Die Anleger sind in euphorischer Stimmung. Das zeigt die aktuelle Umfrage Dax-Sentiment. Zwar können die Kurse noch weiter steigen, doch eine Korrektur dürfte plötzlich kommen. Quelle: AP
Aktienmärkte auf hohem Niveau

Die Anleger sind in euphorischer Stimmung. Das zeigt die aktuelle Umfrage Dax-Sentiment. Zwar können die Kurse noch weiter steigen, doch eine Korrektur dürfte plötzlich kommen.

(Foto: AP)

DüsseldorfVor einer Woche war für den Sentimentexperten Stephan Heibel klar: Früher oder später setzt sich an der Börse das positive Szenario durch. Eine Begründung für seine Meinung war die relativ niedrige Investitionsquote institutioneller Anleger. „Ich vermute, dass institutionelle Anleger auf einen kleinen Rücksetzer in der nun begonnenen Woche warten, um Aktien einzusammeln“, sagte Heibel von einer Wochen. Sie dürften also bei steigenden Kursen der Entwicklung hinterherlaufen und durch einen Zwang zum Investieren einer Rally weiteren Zündstoff geben.

Doch einen Rücksetzer gab es in der vergangenen Woche nicht. Im Gegenteil: Der Dax stieg bereits am vergangenen Dienstag rasant an, erreichte am Mittwoch mit 11.893 Punkten ein neues Jahreshoch und schloss am Freitag mit einem Wochenplus von 1,6 Prozent bei 11.819 Zählern.

Für den Inhaber des Analysehauses Animusx war dieser Anstieg nicht die Folge der Vereidigung von Donald Trump zum US-Präsidenten, sondern das Resultat guter Konjunktur- und Unternehmensdaten. Die entscheidende Frage lautet nun: Wie weit kann diese Rally tragen? Um solch eine Prognose zu wagen, wertet Heibel die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment zur aktuellen Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anleger aus.

„Die Stimmung ist bereits euphorisch“, stellt Heibel anhand der aktuellen Umfrageergebnisse fest. Das ist allein genommen eher ein Warnzeichen, dass die Notierungen an den Aktienmärkten bald fallen werden. „Doch Euphorie kann über einen kurzen Zeitraum anhalten, während die Kurse weiter steigen“, erläutert der Sentiment-Experte. Denn Euphorie nach steigenden Kursen ist keine Seltenheit, daher ist an dieser Stimmungslage vorerst nichts auszusetzen.

Wie hoch die Jubelstimmung ist, zeigt sich an den Einschätzungen zur aktuellen Kursentwicklung. Um 28 Prozentpunkte auf 45 Prozent ist das Lager derer angestiegen, die den Dax einen Aufwärtsimpuls sehen. Immerhin betrachten weitere 32 Prozent (plus elf Prozentpunkte) die aktuelle Bewegung als Topbildung, rechnen also nicht mehr weiter mit steigenden Kursen. Nur noch 19 Prozent (minus 33 Prozentpunkte) betrachten den deutschen Leitindex derzeit in einer Seitwärtsbewegung.

Das wurde 2016 aus 100.000 Euro
Platz 27: Aktien Nigeria
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Euro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 26: Ghana
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Auch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte  Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes,  schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

 

Platz 25: Aktien Ägypten
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Noch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 24: Aktien China
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Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 23: Britisches Pfund
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Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 22: Mexikanischer Peso
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Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 21: Sparbuch
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Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Und obwohl die Stimmung vor einer Woche noch neutral war, behauptet diese Woche jeder fünfte Anleger (plus acht Prozentpunkte), auf diesen Anstieg spekuliert zu haben. Knapp die Hälfte fühlt sich in ihrer Erwartung zum größten Teil bestätigt. Nur jeder Fünfte (minus fünf Prozentpunkte) sieht seine Erwartungen kaum erfüllt und jeder Zehnte wurde auf dem falschen Fuß erwischt. „Die Selbstzufriedenheit ist damit trotz der Euphorie noch auf einem verträglichen Niveau“, bilanziert Heibel.

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