Dax-Umfrage

„Das kann den Dax nicht ewig bremsen“

Weltweit gibt es eine Rally an den Aktienmärkten, nur in Deutschland nicht. Diese Hängepartie schlägt den Anlegern hierzulande bereits aufs Gemüt. Sie möchten ihre Positionen lieber verkaufen – was ein Fehler sein könnte.
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Gier und Panik? Wann Emotionen die Kurse bewegen

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DüsseldorfDie beiden mit mäßiger Spannung erwarteten Notenbanksitzungen in Europa und den USA am Mittwoch und am Donnerstag vergangener Woche sind ohne große Überraschungen vorübergegangen. Anleger hatten sich im Vorfeld dieser beiden Ereignisse zurückgehalten, der Dax gab mit minus 0,8 Prozent in der vergangenen Handelswoche leicht nach. „Nun sollte sich eine neue Richtung an den Aktienmärkten zeigen“, meint der Börsenexperte Stephan Heibel. Und für ihn ist klar: Es sollte auf Sicht von mehreren Wochen nur nach oben gehen.

Basis für seine Vorhersage ist die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 2800 Anlegern. Aus den Antworten leitet er mit einer sehr hohen Trefferquote eine Prognose ab, wie sich der Index in den kommenden Handelstagen entwickeln könnte.

Der Sentiment-Experte ist bereits seit einigen Wochen „bullish“ gestimmt – allerdings tendiert die Frankfurter Benchmark bislang nur seitwärts. Seit Mitte November schwankt der deutsche Leitindex in einer Spanne von 12.850 bis 13.200 Punkten, während das US-Börsenbarometer Dow Jones ein Rekordhoch nach dem anderen erklimmen konnte.

Mögliche Gründe für die schwächelnden deutschen Aktien im Vergleich zu den amerikanischen Titeln: Eine schwierige Regierungsbildung in Deutschland und eine Furcht vor Neuwahlen mit einem ungewissen Ausgang. „Politische Börse haben aber kurze Beine, lautet ein Börsen-Sprichwort“, erläutert Heibel. „Diese Wackelpartie kann den Dax nicht ewig bremsen.“ Möglicherweise könnten die heutigen, deutlichen Gewinne am deutschen Aktienmarkt den Startschuss für eine Rally bilden.

Schließlich werde die Konjunkturschätzung für Deutschland ein ums andere Mal nach oben korrigiert. Die Weltkonjunktur brumme, nur Deutschland wird von der Aktienmarktrally seit einigen Wochen komischerweise ausgenommen.

„Von einer Überhitzung oder von Euphorie kann ich am Aktienmarkt nichts sehen“, meint Heibel. Solch ein Szenario gilt als Kontraindikator und ein Signal für bald fallende Kurse. Vielmehr vermittele sich ihm aufgrund der aktuellen Umfrageergebnisse ein weihnachtliches Bild: Anleger seien weniger handlungsbereit, möchten ihre Positionen eher auflösen als absichern und bereiten sich noch nicht gedanklich auf 2018 vor, sondern erst mal nur auf die bevorstehenden Feiertage.

Nur begrenzte Verluste möglich
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3 Kommentare zu "Dax-Umfrage: „Das kann den Dax nicht ewig bremsen“"

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  • Sehr geehrter Herr Röder,

    es ist eine Frechheit: Dieser DAX macht, was er will. Hält sich einfach nicht an die Anleger-Umfragen des verehrten Herrn Heibel.

    Damit möchte ich den Wert von Sentiment-Umfragen nicht grundsätzlich in Frage stellen. Aber vielleicht sind diese Umfragen keine "eierlegende Wollmilchsau" oder "Allzweckwaffe".

    Vielleicht ist es deshalb der Schweiß der Edlen wert, bei Gelegenheit einmal nachzuforschen, in welchen Börsensituationen sie tatsächlich ihre Stärken haben und wann sie uns wenig sagen.

  • "Börse am Mittag: Rekordrausch: US-Börsen beflügeln Dax"

    Ganz genau so ist es ein RekordRAUSCH.

    Irrationaler Überschwang !

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